weather-image
13°
Nur noch zehn Aktive im Dorf / Ortsbrandmeister warnt vor „dramatischer Situation“

Nienstedter Wehr ruft um Hilfe

Nienstedt. Es ist ein Hilferuf – und er soll nicht ungehört verklingen. Deshalb haben sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Nienstedt eine Aktion überlegt, die jeden Bewohner des Ortes direkt anspricht. Notwendig ist diese Maßnahme aus Sicht der Freiwilligen aufgrund der gesunkenen Mitgliederzahlen. In einem Brand-Brief erläutern sie ihr Anliegen.

veröffentlicht am 10.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:19 Uhr

Autor:

Mira Colic
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Seit Jahren sinke die Zahl der aktiven Einsatzkräfte der Nienstedter Wehr. An Werktagen seien tagsüber nur wenige Kameraden im Ort, die bei einem Brand schnell ausrücken könnten. „Bei unserem letzten Einsatz waren wir nur zu zweit“, beschreibt Ortsbrandmeister Karl-Heinz Wolf. „Aus unserer Sicht eine dramatische Situation“, heißt es deswegen auch in dem Brief. Es sei zwar noch zu keinem Unglück gekommen, aber wer weiß, wie lange noch.

Bei über 1000 Einwohnern in Nienstedt sind zur Zeit nur 10 Kameraden einsatzbereit. „Das ist eindeutig zu wenig“, betont Wolf. Nach der Feuerwehrverordnung sollten es bei einem Ort dieser Größe 18 Freiwillige sein – eine Gruppe von neun Aktiven und eine 100-prozentige Reserve. Wolf sieht die Situation seiner Wehr nicht als ein lokales Problem, „generell haben die Freiwilligen Feuerwehren genauso wie Vereine mit Mitgliederschwund zu kämpfen“.

In ganz Deutschland müssen kleine Wehren schließen, weil sie die notwendige Einsatzbereitschaft unter der Woche nicht mehr gewährleisten. Der Grund sei, dass viele Mitglieder aus beruflichen Gründen in anderen Städten lebten oder von ihrem Arbeitgeber nicht freigestellt würden. Den Zusammenschluss mit einer anderen Ortswehr sieht Wolf für Nienstedt aufgrund der Lage des Ortes nicht als Lösung. „Natürlich könnten wir uns mit Eimbeckhausen zusammenschließen, aber die Anfahrtszeiten wären dann sehr lang“, gibt Wolf zu Bedenken.

Mit den roten Löscheimern, die am Sonnabend an jeden Haushalt in Nienstedt verteilt werden sollen, möchte die Feuerwehr ihre Nachbarn wachrütteln – „damit Sie sich auch in Zukunft auf Ihre Freiwillige Feuerwehr Nienstedt verlassen können und nicht zum beiliegenden Lösch-Kübel greifen müssen“. Mit einem gewissen Witz soll darauf aufmerksam gemacht werden, wie wichtig die ehrenamtliche Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehr ist. „Ich glaube schon, dass wir viel Potenzial im Ort haben, vielleicht fehlt dem einen oder anderen nur noch der kleine Anstoß“, hofft Ortsbrandmeister Wolf.

Zu einem Informationstreffen lädt die Feuerwehr Nienstedt am Samstag, 25. April, ab 16 Uhr ins Feuerwehrhaus Nienstedt, Auenweg 1, ein.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare