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Stadt will die drei Riesen an der Pestalozzistraße im Winterhalbjahr fällen lassen

Mammutbäume sollen fallen

Bad Münder. Viele Jahre haben Michael Kurze, seine Familie und die Nachbarn für die Fällung der drei Mammutbäume an der Pestalozzistraße gekämpft. Die Wurzeln der mächtigen Bäume hatten große Schäden auf dem Gehweg sowie im Kanalwerk der Anwohner angerichtet (wir berichteten). Jetzt hat die Stadt entschieden, die Riesen fällen zu lassen. Im Winterhalbjahr, so steht es in der Mitteilung der Verwaltung, sollen die Kettensägen angesetzt werden.

veröffentlicht am 28.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:25 Uhr

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Autor:

Mira Colic
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Nur rund 160 Quadratmeter groß ist die städtische Rasenfläche im Eckbereich Pestalozzi-straße/Seierweg, an der eng beieinander die etwa 30 Jahre alten Mammutbäume stehen. Wegen des Dichtstandes und des In-einanderwuchses erwecken sie den Eindruck einer Einheit. Die eigentlich in Nordamerika beheimateten Mammutbäume haben bereits eine Höhe von etwa 23 Metern erreicht. Damit überragen sie die angrenzenden Häuser deutlich, sind jedoch noch immer nicht ausgewachsen. Die Verwaltung geht davon aus, dass Höhe und Umfang (momentan zwei Meter) sowie der weitreichende Wurzelwuchs weiter zunehmen werden – Handlungsbedarf somit also tatsächlich gegeben ist.

Die Wurzeln haben bereits zu Beeinträchtigungen und Schäden auf den angrenzenden Privatgrundstücken geführt. Die Verwaltung hat in ihrer Entscheidung auch berücksichtigt, dass die Bäume in jedem Spätherbst sämtliche Nadeln abwerfen, die insbesondere in die Kanalisation gelangen und dort zu Problemen führen. „Weitere Ersatzforderungen wären mittelfristig zu erwarten“, so die Einschätzung der Mitarbeiter.

Bisher sind die Betroffenen für alle entstandenen Schäden selbst aufgekommen. Auch als ein Ableitungsrohr im Keller von Kurzes Eltern so verstopft war, dass die Oewa mit schwerem Gerät anrücken musste. Es war wohl auch die Sorge der Stadt, dass die Anwohner die Reißleine ziehen und die Kommune für die Schäden haftbar machen würden, die zu der schnellen Reaktion geführt hat. Ein weiterer finanzieller Aspekt, den die Stadt berücksichtigt hat, ist der Unterhaltungsaufwand für die Bäume. Dieser würde demnach in Zukunft stetig steigen. Aktuell wäre mit einem erheblichen Aufwand Totholz aus den Bäumen zu entfernen.

Die politischen Gremien müssen über die Fällung nicht entscheiden, da „diese für ein Wohngebiet deutlich zu großen untypischen Bäume weder naturschutzrechtlich noch durch die städtische Baumschutzsatzung besonders geschützt sind“.

Michael Kurze zeigt sich erleichtert über die Entscheidung: „Ich finde es toll, dass die Stadt jetzt reagiert hat.“ Auch wenn wohl erst die mediale Begleitung den entscheidenden Anstoß gegeben habe. Weiterhin stehe man in Gesprächen mit der Stadt über die Übernahme einer Patenschaft für die Fläche. „Grundsätzlich bin ich dazu schon bereit“, erklärt Kurze, der bereits seit Jahren gemeinsam mit seinem Vater dort den Rasen mäht. „Aber ich würde mir von der Stadt wenigstens ein kleines Dankeschön dafür wünschen.“



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