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Mit einem Graffiti-Projekt verschönern KGS-Schüler die Wände der Turnhalle

Kunst aus der Dose

BAD MÜNDER. Graffiti-Kunst in der Schule – normalerweise löst der Anblick Entsetzen bei der Verwaltung und dem Hausmeister aus. Nicht so in Bad Münder. „Es gab immer wieder Schmierereien an den Wänden. Die Beseitigung der Schäden ist teuer. Daraus hat sich jetzt dieses Projekt ergeben“, sagt Sarah Beckert, Leiterin des Realschulzweiges der KGS Bad Münder.

veröffentlicht am 08.05.2018 um 06:00 Uhr

Vorher noch trist und grau, jetzt auffallend bunt und künstlerisch gestaltet – stolz präsentieren die KGS-Schüler die ersten Ergebnisse ihres Projekts. Foto: Szabo

Autor:

Patricia Szabo
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Um illegalen Wandschmierereien entgegenzuwirken, entschied die Schulleitung nämlich, den Schülern ein Graffiti-Projekt anzubieten. Im Zuge dessen bekam nun die Turnhallenwand einen frischen und außergewöhnlichen Farbanstrich aus der Dose.

Das Interesse am Projekt war enorm. „Wir hatten über 50 Anmeldungen“, berichtet Beckert. Nur 14 Schüler durften am Ende die Wand ansprühen. Ein Losverfahren entschied über die Teilnahme.

Für das Projekt holte sich Beckert in Absprache mit dem Kollegium professionelle Hilfe: den KGS-Schüler Fabian Tomm und den Wunstorfer Graffiti-Künstler Tristan Siewert vom Team APS (Art Paint Spray). Die beiden Freunde standen den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite. Es war nicht das erste pädagogische Projekt des Duos. Bereits in der Vergangenheit boten sie Graffiti-Projekte und Workshops an.

Niclas Hattendorf, ein Bekannter der Projektleiter, unterstützt tatkräftig das Projekt. Foto: sza
  • Niclas Hattendorf, ein Bekannter der Projektleiter, unterstützt tatkräftig das Projekt. Foto: sza

„Die Ideen kommen von den Jugendlichen“, sagte Siewert. Mit Stiften auf Papier zeichneten die Schüler die ersten Entwürfe. „Wir haben unsere Ideen zuerst aufgemalt und dann die Skizzen an die Wand übertragen. Diese wurden ausgesprüht und anschließend die Übergänge gemalt“, erklärt Schülerin Saskia Weiß die Vorgehensweise.

Nicht jedes Graffiti ist gleichzeitig eine Schmiererei. Seit Jahren gibt es Künstler, die mit ihren politisch motivierten Werken weltweit Aufmerksamkeit erlangen. In Städten wie Reykjavik oder Lissabon ist die kreative Straßenkunst ein fester Bestandteil des Stadtbildes und zieht Bewunderer aus der ganzen Welt an.

An der falschen Wand ist Graffiti jedoch immer noch Sachbeschädigung. Legale Sprühflächen sind rar. Auch das kritisieren die beiden Freunde: „Es wäre schön, wenn wir mehr Flächen hätten“, sagt Tomm. Weder in Bad Münder noch in Springe gebe es Möglichkeiten zu sprühen. Um seinem Hobby nachzugehen, fährt er regelmäßig nach Hannover oder Wunstorf.

Auch Lehrerin Margot Kiewit, die das Projekt gemeinsam mit Anja Hilker pädagogisch begleitet, ist begeistert: „Es war toll, die Kinder zu beobachten.“

Am kommenden Wochenende wird der außergewöhnliche Kunstunterricht fortgesetzt, aber schon jetzt ist die einst so trist-graue Wand ein echter Blickfang. „Wir entdeckten bereits am ersten Wochenende die ersten stillen Talente“, verrät Beckert.

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