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Tierschützer kritisieren fehlende Kontrollen

Katzenverordnung – nur ein Papiertiger?

Bad Münder. Bad Münder war früh dabei: In anderen Gemeinden im Landkreis wurde noch diskutiert, da hatten heimische Tierschützer den münderschen Stadtrat bereits überzeugt, dass eine Katzen-Verordnung mit der Festschreibung einer Kastrationspflicht ein sinnvoller Schritt gegen das Katzenelend sein könne. Rund drei Jahre später allerdings herrscht Ernüchterung vor: Wenn sie nicht durch entsprechende Kontrollen begleitet werde, sei die Verordnung ein stumpfes Schwert, so die Tierschützer.

veröffentlicht am 24.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:20 Uhr

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Erst kürzlich habe sie auf einem heimischen Bauernhof eine „Begegnung der dritten Art“ gehabt, erklärt Beate Schulz-Sorge, die sich inzwischen auch über die münderschen Stadtgrenzen hinaus den Ruf einer engagierten Streiterin für Katzen erworben hat. Bauernhöfe seien von der in der Katzenverordnung festgeschriebenen Kastrationspflicht ausgenommen, habe ihr der Hofbesitzer unwirsch erklärt. „Er müsste es besser wissen“, sagt Schulz-Sorge, schließlich sei er bei der Stadt beschäftigt. Für sie und ihre Mitstreiterin Anne Zuzmann zeigt die Reaktion allerdings sehr deutlich, dass es mit dem Bekanntheitsgrad der städtischen Verordnung nicht weit her sein kann. Und hier sehen sie die Verwaltung in der Pflicht. Im städtischen Internetangebot sei kein Hinweis auf die Katzenverordnung zu finden, erklärt Zuzmann – und tatsächlich: Die „Verordnung über die Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierpflicht von freilaufenden Katzen im Gebiet der Stadt Bad Münder am Deister“, die der Rat im Dezember 2012 beschlossen hat, ist selbst über die Suchfunktion nicht aufzuspüren.

Für Zuzmann und Schulz-Sorge ist es Aufgabe der Verwaltung, Informationen über die Verordnung anzubieten, sie bekanntzumachen. Denn ohne diesen wichtigen Schritt bleibe die Verordnung ein „Papiertiger“ und die beabsichtigte Wirkung könne nicht erzielt werden.

Der zentrale Aspekt, den der Rat mit der Verabschiedung der Verordnung zur Kastration und Kennzeichnung im Blick hatte: Die unkontrollierte Vermehrung der Tiere soll unterbunden werden, denn die Streuner, um die es in erster Linie geht, sind in der Regel ehemalige Hauskatzen und ihre Nachkommen. Sie verwildern und leben auf sich allein gestellt in verlassenen Gebäuden und Gärten, auf Industriegeländen oder an landwirtschaftlichen Betrieben. Sie verwahrlosen und vermehren sich unkontrolliert. Etwa zwei Millionen herrenlose Katzen streunen nach Schätzungen des Deutschen Tierschutzbundes durch Städte und Gemeinden.

Bei der Stadtverwaltung ist die fehlende Information über die Verordnung bekannt, Bürgermeister Hartmut Büttner verweist auf die aktuelle Umorganisation der Verwaltung. Im Zuge dieser sollen dann auch Informationen über die Verordnung zu finden sein. red



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