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Die bisherige Bilanz der Freibad-Saison: Deutlich weniger Besucher

Ins Wasser gefallen

Bad Münder. Die bisherige Bilanz der Freibadsaison fällt so aus, wie sich der Sommer anfühlt: durchwachsen. Warme Tage an Pfingsten sorgten für gute Besucherzahlen, die aktuell niedrigen Temperaturen sind hingegen für fast leere Bäder verantwortlich. In Beber-Rohrsen wird der Förderverein am Wochenende die Konsequenz ziehen – das kleinste Bad der Stadt wird als erstes geschlossen.

veröffentlicht am 26.08.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 17.01.2017 um 16:07 Uhr

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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„Von einem Regenguss erwischt zu werden, ist für die meisten Münderaner offenbar Erfrischung genug“, lacht der 72-jährige Paul Kemmer. Der Springer fährt regelmäßig ins Rohmelbad, um an der frischen Luft seine Bahnen zu ziehen. Ein „toller Start in den Tag“ sei das, und so sehen es auch viele andere Gäste: Die Frühschwimmer zählen zu der Gruppe im Rohmelbad, die die größte Konstanz aufweist. Sie kommen selbst dann, wenn es regnet – auf jeden Fall aber: früh. Und so kann es Schwimmmeisterin Nicole Beldner und ihren Kollegen derzeit durchaus passieren, dass sie eine Stunde lang auf eine unbewegte Wasserfläche starren müssten, wenn sie sich nicht mit anderen Arbeiten beschäftigen würden. 80 bis 90 Schwimmer werden derzeit durchschnittlich im Bad begrüßt. Diese Zahlen spiegeln sich auch in der Bilanz wieder: Der August war ein sehr schwacher Monat im Rohmelbad, der beste August-Tag war gleich der erste: 560 Besucher wurden gezählt – kein Vergleich zu den Spitzenwerten im Juni oder Juli, aber auch in diesen Monaten konzentrierten sich die wirklich guten Besuchszahlen auf einzelne Wochenenden. Im Juni war es die Zeit vom 7. bis 9., die täglich mehr als 1000 Besucher ins Bad lockte, im Juli die Zeit vom 18. bis 20. Bester Tag des Jahres war bislang der 19. Juli mit 1569 Gästen im Rohmelbad – schlechtester Tag der 29. Mai mit 38 Badegästen. Mit bislang 28 000 Besuchern fällt die Saison auch schlechter als die des Jahres 2013 aus. Bis Ende August besuchten im Vorjahr 33 000 Besucher das Bad.

Lange Gesichter gibt es derzeit bei den Bad-Verantwortlichen im Freibad Fischertal in Bakede. Alles andere als rosig sehe die Zukunft des Bades aus, macht die Fördervereinschefin Anneliese Wenthe deutlich. „Wir schreiben deutlich rote Zahlen für diesen Sommer.“ Ihr Stellvertreter Peter Meyer geht sogar weiter: „Ich sehe die Öffnung im 2015 gefährdet.“ Das Problem, das in Bakede wie Beber-Rohrsen massiv durchschlägt: Die Zuschüsse durch die Stadt werden im kommenden Jahr noch einmal in der bisherigen Höhe gezahlt, dann um rund 50 Prozent reduziert. Der Förderverein in Bakede nutzt derzeit den Zuschuss in Höhe von 8500 Euro für Personal, die Kosten für den laufenden Betrieb werde über Eintrittsgelder, den Verkauf im Kiosk und Spenden bestritten. Wenn allerdings bei schlechtem Wetter die Schwimmer ausbleiben und auch der Kioskverkauf einbricht, fehlt die finanzielle Grundlage.

Bei Temperaturen unter 20 Grad und wechselhafter Witterung zog es in den vergangenen Wochen nur die ganz Hartgesottenen in das Freibad in Beber-Rohrsen. Während im Rohmelbad mit Solar-Absorberanlage und nachts auch mit Heizungs-Unterstützung das Wasser auf Temperatur gehalten werden kann – 22,5 Grad waren es gestern Mittag bei 18 Grad Lufttemperatur –, haben die Verantwortlichen des Fördervereins in Beber-Rohrsen keine Möglichkeit zur Wassererwärmung. „Wir haben überlegt, ob wir das Bad noch bis in den September offen halten, uns dann aber dagegen entschieden. Die Nächte sind einfach schon zu kalt, und eine große Wetteränderung kündigt sich ja auch nicht an“, erklärt Benjamin Hachfeld von den Freibadfreunden. Am Sonntag soll nun im Freibad Schluss sein.

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  • Peter Mönkebergs Schwimmkurse sorgen Jahr für Jahr für junge Besucher im Freibad Bakede. Mensing

Die Abrechnung für die ausklingende Saison hat Hachfeld noch nicht erstellt. Dass sie den Förderverein aber nicht jubeln lassen wird, ist auch klar. „Die Saison fing gut an, aber ab Pfingsten haben wir eine lange Durststrecke gehabt“, erklärt er. Und die Zuschusskürzung ab 2016 hebt die Stimmung der ehrenamtlich engagierten Bad-Betreiber auch nicht. „Wenn wir beispielsweise am Beckensauger eine Reparatur in der Größenordnung 2000 Euro haben, dann wird das zum echten Problem für den Verein. So etwas ist dann nur schwer bezahlbar.“

22,5 Grad Wassertemperatur, 18 Grad Lufttemperatur? Nichts wie rein – die fünfjährige Leann wagt ihren ersten Sprung vom Dreier.jhr



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