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Rektoren aus den Ortsteilen schicken „Offenen Brief“ an Rat und Verwaltung zur Schuldebatte

„Ignorantes Verfahren“

Bad Münder. Das Schreiben, das Bürgermeister Hartmut Büttner, die Fraktionsvorsitzenden sowie Ortsbürgermeister heute im Briefkasten haben, trägt den Titel „Offener Brief an Rat und Verwaltung der Stadt Bad Münder“. Absender sind die Schulleiter und Elternvertreter der vier Grundschulen aus den Ortsteilen. Tenor ist die Sorge, dass aufgrund der Umzugspläne der Kernstadt-Grundschule in die Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule (HWK) die anderen Schulen vergessen werden. „Wir wollen zeigen: Wir sind auch noch da“, erklärt Rektorin Barbara Schnabel aus Eimbeckhausen. Die Forderung: „Eine Entscheidung über die Zukunft der Grundschule in der Kernstadt muss auf der Basis eines ganzheitlichen Schulkonzepts für alle Grundschulen Bad Münders fallen.“ Durch das potenzielle Investitionsvolumen von 3,6 bis 4,6 Millionen Euro werde für die anderen Standorte kein Geld übrig bleiben – und dabei sparen wir jetzt schon, wo wir nur können“, sagt Schnabel. Es ist aber vor allem die „undemokratische und ignorante“ Verfahrensweise, die bei der Rektorin und ihrem Kollegen Hartmut Gäbel bitter aufstößt. „Wir bekommen die Informationen erst, wenn bereits Fakten geschaffen wurden“, so Schnabel, „und kriegen dann noch von Dr. Burdorf zu hören, er sei die ganze Diskussion leid.“

veröffentlicht am 22.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr

Autor:

von mira colic
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Dabei hat sich 2013 eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern des Bildungsausschusses und allen Grundschulleitern gebildet, die ein Grundschul-Entwicklungskonzept erstellen sollten. Dieses war als Richtschnur für die Weiterentwicklung und Verbesserung des Bildungsangebots im Primarbereich gedacht. „Und parallel dazu wurde ohne unser Wissen am Konzept für die Kernstadt gearbeitet“, beklagt Schnabel.

Das Konzept der Verwaltung habe auch gezeigt, dass von den 16 Unterrichtsräumen in der HWK vier ungenutzt blieben. „Da ist doch absehbar, dass Flegessen kurzfristig dort mit eingegliedert wird“, ist sich Schnabel sicher, „die HWK ist auf Zuwachs ausgelegt.“ Spätestens, wenn die Grundschule Bad Münder zum 1. August 2015 eine Ganztagsschule wird, werden die Hachmühler ihre Kinder wohl nicht mehr nach Flegessen schicken. Dabei sei bei allen Schulen der Wille da, eine Ganztagsschule zu werden. „Nur auf der Basis eines solchen Gesamtkonzeptes darf eine so weitreichende Entscheidung wie die künftige Rolle der Grundschule Bad Münder gefällt werden.“ Trotz der Beteuerungen Büttners, keine Zentralisierung anzustreben, „würde ich nach all dem meine Hand dafür nicht mehr ins Feuer legen“, macht Schnabel deutlich.

„Wir wollen keine Neiddiskussion entfachen, aber wo sind unsere Perspektiven“, fragt sich Gäbel, der aufgrund steigender Schülerzahlen Fachräume in normale Unterrichtsräume umwandeln muss. „Wir plädieren für gleichberechtigte und gleich gut ausgestattete Grundschulen an allen Standorten“, heißt es in dem Schreiben weiter. Damit einhergeht, dass „Kinder an kleineren Grundschulen … wesentlich individueller ausgebildet werden können“.

„Es muss bedacht werden, dass diese Entscheidung die Infrastruktur der gesamten Stadt Bad Münder betrifft“, mahnt Gäbel. „Wenn man einen Standort schwächen will, nimmt man ihm die Schule weg.“ Dementsprechend seien auch die Rückmeldungen aus dem Ort, wo auch seitens der Feuerwehren und Vereine große Sorgen bestünden.



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