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Heinrich Söfjer bereut seinen Verzicht auf den Vorsitz des SPD-Stadtverbands nicht

„Ich habe nicht von 100 Prozent geträumt“

Bad Münder. Es wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben – das Quorum, das Heinrich Söfjer für seine Wahl zum SPD-Stadtverbandsvorsitzenden hatte erreichen wollen. Nicht mal seiner Frau habe er es verraten. Wie berichtet, hatte der 63-Jährige die Wahl abgelehnt. 67 Prozent der Stimmen haben ihm nicht gereicht. Hinter dieser Entscheidung stehe er voll und ganz: „Ich bereue nichts.“

veröffentlicht am 19.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:26 Uhr

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Autor:

von mira colic
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Es sei ihm dabei nicht um seine Person gegangen – „ich hätte mit dem Ergebnis leben können“, aber mit solch einem Votum für den Vorsitzenden könne der Vorstand nicht in den Wahlkampf 2016 gehen. „Man braucht den Zuspruch der Basis.“ Verstehen könne er auch die Überraschung in den Reihen der SPD nicht, schließlich habe er diese Option bereits im November erstmals kommuniziert, auch im Januar bei der zweitägigen Klausurtagung. Vielleicht sei dies nicht in die Ortsvereine getragen worden, „oder man hat mich testen wollen, ob ich mein Wort halte“. Kritischen Stimmen, die sein Ergebnis „schönzureden“ versuchten, antwortet Söfjer: „Ich habe nicht von 100 Prozent geträumt, meine Zahl hätte man schon erreichen können.“ Dabei wird auch Kritik am Vorstand laut, der vorher die „Werbetrommel“ hätte rühren können.

Für die Partei sehe er jetzt die Chance, sich zusammenzuraufen, bis zur Kommunalwahl habe der Verband genügend Zeit, sich neu aufzustellen. Es werde sich schon ein neuer Vorsitzender finden, er sei nicht so vermessen zu glauben, ohne ihn gehe nichts. Schließlich sei er nicht unumstritten gewesen, „manche haben sich von mir auf die Füße getreten gefühlt, weil ich verlangt habe, dass Absprachen eingehalten werden“. Einen Wunschkandidaten für seine Nachfolge habe er nicht. Söfjer gibt aber zu, in den ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden Nils Fiedler große Hoffnungen gesetzt zu haben. Fiedler verlässt Bad Münder jedoch aus persönlichen Gründen und ist aus diesem Grund aus dem Stadtverband ausgeschieden.

Auf Uwe Nötzel als möglichen Kandidaten angesprochen, sagt Söfjer: „Dass er es kann, ist keine Frage, ob er es macht, weiß ich nicht.“ Er hoffe, dass sich bei dem jetzt notwendig gewordenen Diskussionsprozess auch die Ortsvereine beteiligen, die bisher eher zurückhaltend in ihrer Zusammenarbeit gewesen seien. Maßgeblichen Anteil daran habe sicherlich seine Person gehabt. „Ich bedauere es sehr, dass persönliche Dinge mit ins Spiel gebracht wurden und nicht zwischen Privatem und der Partei getrennt wurde.“

Er selbst wolle gerne unterstützen, wolle jedoch die ersten Gespräche jetzt nicht mit seiner Anwesenheit belasten. Obwohl die vergangenen zwei Jahre für ihn sehr schwierig gewesen seien, habe er nie einen Gedanken an einen Rücktritt verschwendet. Seine Frau habe ihn sehr unterstützt und große Stärke bewiesen.

Sein Schritt solle jetzt auch keineswegs als Abschied aus der Partei gewertet werden, betont Söfjer. Er werde weiter seine Aufgaben im Kreistag sowie im Rat der Stadt Bad Münder erfüllen. Ob es für ihn ein Zurück in den Stadtverbandsvorstand gibt, lässt der 63-Jährige nach langem Überlegen dann doch unbeantwortet. Auf seinem Schreibtisch liege auch schon ein dicker Stapel an Notizen, aus denen irgendwann ein Roman werden soll. „Aber ich will ja auch in zehn Jahren noch etwas zu tun haben.“

Heinrich Söfjer bleibt der SPD auch nach seinem Rücktritt treu.col



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