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„Baugrund nicht geeignet“

Hamelner Spedition Purrmann zieht doch nicht nach Hasperde

HASPERDE. Der Hamelner Logistikunternehmer Purrmann wird sein neues Logistikzentrum nicht am Raschen Ort in Hasperde bauen. „Für uns ist die Sache erledigt“, erklärte Jan Purrmann, kaufmännischer Leiter des Unternehmens. Ausschlag für die Entscheidung hätten Probleme mit der Tragfähigkeit des Baugrundes gegeben.

veröffentlicht am 07.12.2017 um 20:10 Uhr

Ohne Purrmann – die angekündigte Ansiedlung am Raschen Ort in Hasperde ist abgesagt worden. Foto: jhr
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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Der Ausstieg der Hamelner wirft Stadt und Landkreis in ihren Bemühungen um die Belebung des Gewerbegebietes weit zurück. Der im Sommer bekannt gewordene Umsiedlungswunsch Purrmanns war in Hameln auf Enttäuschung gestoßen, in Bad Münder hingegen als Glücksfall gesehen worden. Der Logistiker wollte eine rund 30 000 Quadratmeter große Fläche kaufen – eine Größenordnung und eine Unternehmensstruktur, die sich hervorragend als „Anker“ für das seit vielen Jahren brachliegende Gewerbegebiet geeignet hätte, denn: Der Standortwechsel einer großen Spedition mit Büroräumen und Warenumschlag nach Hasperde hätte auch die Ansiedlung weiterer Betriebe mit sich bringen können. Die Stadt hätte zudem einen attraktiven Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler gewonnen. Doch dieser Traum ist nun geplatzt.

„Die Pläne haben sich zerschlagen. Wir bedauern die Entscheidung sehr“, erklärte auch Andreas Manz, Wirtschaftsförderer des Landkreises. Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als ob ihm mit dem Purrmann-Deal ein ganz großer Wurf gelungen wäre: dem im Landkreis beheimateten Unternehmen attraktive Flächen für eine Expansion anbieten zu können und es so im Kreis zu halten, außerdem den „Raschen Ort“ endlich zu vermarkten. Entsprechend geknickt reagierte Manz auch auf die Mitteilung Purrmanns. „Das macht mich sehr traurig, aber ich muss die Entscheidung respektieren. Der Unternehmer trägt schließlich das Risiko“, sagt der Wirtschaftsförderer. Und das Risiko war Purrmann offenbar zu groß: Bis auf ein ausstehendes Bodengutachten waren die Verträge weit fortgeschritten (Manz: „Im Prinzip fertig“), die Vertragspartner sich einig – doch das Gutachten offenbarte dann, dass das Areal für die Vorhaben des Logistikers nicht geeignet ist. „Es lässt sich mit den spezifischen Bedürfnissen des Unternehmens in Bezug auf die Lastenverteilung nicht vereinbaren“, erklärt Manz.

In Bad Münder war nicht nur die Freude über die Belebung des Gewerbegebietes groß, die Stadt hatte sich in ihrer Finanzplanung auch auf die Ansiedlung eingestellt. „Nicht schön, überhaupt nicht schön“ sei die Entwicklung, erklärte gestern Bürgermeister Hartmut Büttner. Mit Purrmann hätte sich ein „tolles Unternehmen“ angesiedelt – doch statt der Ansiedlung beginne nun wieder die Suche, zudem müsse sich die Stadt auch mit einem Rechtsstreit zum Raschen Ort befassen. Die Arbeitsgemeinschaft der Unternehmen Inplan/Bassam hat Zivilklage gegen Stadt und Landkreis eingereicht und will klären lassen, ob die von der Arbeitsgemeinschaft am Raschen Ort gebauten Straßen bezahlt werden müssen.

Noch in der vergangenen Woche war die Erschließung des Gewerbegebietes Thema des Finanzausschusses von Bad Münder, als es um den Kreditkorridor der Stadt in der Haushaltsplanung ging. Gestern Abend wurde unmittelbar vor der Ratssitzung, in der der Haushalt verabschiedet werden sollte, eine zusätzliche Sitzung des Verwaltungsausschusses einberufen, in der die Verwaltung eine neue Änderungsliste zur Finanzplanung für das kommende Jahr einbrachte. Die zentrale Aussage darin: Die Stadt nimmt die für die Erschließung des Raschen Orts erwarteten Kosten komplett aus dem Haushalt 2018 heraus.

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