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In der SPD findet das Modell eines Ortsvereins „Bad Münder Deister Süntel“ immer mehr Anhänger

Größer denken – noch in diesem Jahr

NETTELREDE/BAD MÜNDER. Kürzlich in Nettelrede: Die CDU-Ratsfraktion steigt mit einem Grillfest am Hofcafé in die politische Sommerpause ein. Gleich nebenan wird auch ein heißes Thema bewegt: Der SPD-Ortsverein Nettelrede-Luttringhausen diskutiert Grundsätzliches – die Veränderung wesentlicher Parteistrukturen vor Ort.

veröffentlicht am 03.07.2018 um 06:00 Uhr

Stadtverbandschef Uwe-Peter Keil (l.) diskutiert mit SPD-Mitgliedern in Nettelrede über die Ortsvereinsstruktur. Foto: Mensing

Autor:

Gert Mensing und Jens Rathmann
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Die Frage, ob das bisherige Modell eines Stadtverbandes mit zahlreichen Ortsvereinen noch zeitgemäß ist, wird seit einigen Wochen intensiver bewegt. Führende heimische Sozialdemokraten machen sich für die Idee stark, das bestehende Konstrukt aufzulösen und durch ein anderes Modell zu ersetzen. „Der große Aufschrei ist bislang ausgeblieben“, sagt Wilfried Hartmann, Vorsitzender des Ortsvereins Bad Münder-Hachmühlen-Brullsen. Hartmann muss es wissen, denn er ist tief ins Thema eingestiegen, wirbt engagiert für ein neues Modell. Denn: Seine Partei habe nicht unendlich Zeit. Die Diskussion Anfang des Jahres habe gezeigt, dass Veränderungen in der SPD durchaus gewollt seien – und ganz lokal vor Ort haben Parteivertreter bereits das Wahljahr 2019/2020 im Blick, für das die Partei schlagkräftig aufgestellt sein will. Bis November könnten bereits die Weichen gestellt sein.

Hartmanns Angebot an die anderen Ortsvereine im Stadtgebiet, das in Nettelrede durchaus honoriert wird, weil sich in ihm eben nicht die Befürchtung „Groß schluckt Klein“ ankündigt: „Der größte Ortsverein der Stadt ist bereit, sich aufzulösen – um gemeinsam mit den anderen Ortsvereinen etwas Neues aufzubauen.“ Dieses „Neue“ könnte der Ortsverein „Bad Münder Deister Süntel“ sein. Unter diesem Arbeitstitel wird das Modell diskutiert, das eine Aufteilung in Wohnbezirke vorsieht, aus denen heraus dann Vorstandsmitglieder für den Gesamtverein des Ortsvereins gewählt werden können.

Der Vorteil aus Sicht der Entwickler des Modells: Sehr nah am Bürger und an der Parteibasis könne auf diese Weise diskutiert und politisch gearbeitet werden, zu einzelnen Themen könnten auch übergreifende Arbeitsgruppen eingerichtet werden.

Nettelredes Ortsvereinsvorsitzender Axel Drömer kennt die Probleme vor Ort: Nur noch 14 Mitglieder, überwiegend in hohem Alter, halten der SPD die Treue. Zwar konnte sich die Partei bei den vergangenen Kommunalwahlen vor Ort behaupten und mit Gerd Ahrens den Ortsbürgermeister stellen, doch gestaltete sich die Aufstellung der Kandidatenlisten bereits schwierig. Auf der Liste standen schließlich auch Parteilose und zogen für die SPD in den Ortsrat ein. „Es wird immer schwerer, Kandidaten unter unseren Mitgliedern zu finden“, machte Drömer deutlich und blickte auch auf die jüngste Wahl in Hamelspringe.

Dort hatte die SPD keine eigenen Kandidaten mehr aufstellen können, obwohl sie jahrzehntelang den Ortsbürgermeister stellte und zu den Hochburgen im Stadtgebiet zählte. Einer drohenden Auflösung will man am Süntelrand vorbeugen und sich neu organisieren – gemeinsam mit anderen im neu zu gründenden Ortsverein.

Aus Nienstedt wird Interesse an einer Beteiligung signalisiert, aus Nettelrede ebenfalls. Aus Bakede gibt es bislang eine Absage, in Eimbeckhausen werde derzeit keine Dringlichkeit gesehen, in Flegessen wird noch diskutiert – Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak sieht zum aktuellen Zeitpunkt aber eine „Tendenz zum Nein“ bei seinen Genossen.



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