weather-image
28°
Architektin Daniela Heidrich: Gleich zu Beginn im neuen Job gefordert

Fachfrau in Sachen Gestaltung

Bad Münder. Brandschutzauflagen, Umbau der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule zur Grundschule – an Aufgaben mangelt es Daniela Heidrich nicht. Seit einem Dreivierteljahr verstärkt die 45-Jährige die Stadtverwaltung als Architektin. Eine Besonderheit, denn frei werdende Stellen wurden lange Zeit in Bad Münder nicht wiederbesetzt.

veröffentlicht am 20.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 17.01.2017 um 16:04 Uhr

270_008_7659868_lkbm1010_0601_architektin2_Daniela_Heidr.jpg
Jens

Autor

Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit zwischen Deister und Süntel wurde die Architektin mit einem Aufgabenkomplex konfrontiert, der für große Unruhe sorgte. Nach dem Bekanntwerden erster Brandschutzmängel am Grundschulgebäude Kellerstraße war die Verwaltung alarmiert und unterzog gemeinsam mit der Brandschutzprüferin der Bauaufsicht des Landkreises und einem Sachverständigen auch andere Schul- und Kindergartengebäude einer neuerlichen Prüfung. Von den Ergebnissen wurde die Stadt geradezu überrollt. „Jede Begehung brachte einen neuen Katalog, der abzuarbeiten war. Da stellte sich wirklich schon die Frage: Was macht man zuerst? Was zuletzt?“, erklärt Heidrich.

Ein Notfallplan wurde erarbeitet, um gesperrte Räume schnellstmöglich wieder öffnen zu können. In den Ortsräten wurden die Brandschutzvorgaben oft mit fassungslosem Kopfschütteln zur Kenntnis genommen. Heidrich wirbt um Verständnis: „Die Brandschutzprüferin will uns ja nichts Böses, sie macht auf Probleme aufmerksam. Bei manchen Forderungen fragt man sich allerdings: Muss das jetzt sein? Bei anderen aber auch: Warum ist das bislang immer durchgegangen?“ Die Mutter von drei Töchtern betont: „Beim Thema Brandschutz geht es um die Sicherheit von Menschen. Im Fall von Schulen und Kindergärten insbesondere um die von Kindern.“

Die Holtenserin (Heidrich: „Das liegt wie Bad Münder am Süntelrand.“) hatte den Wechsel von einem Hamelner Architekturbüro in eine Stadtverwaltung zunächst nicht geplant. „Ich hatte ursprünglich gar nicht vor, mich zu verändern oder zu kündigen. Doch dann habe ich die Anzeige mit der Stellenausschreibung in Bad Münder gesehen. Eine halbe Stelle“, sagt sie. Und Bad Münder weckte positive Erinnerungen: „Ich hatte sehr bald nach Abschluss meines Studiums mit meinem ehemaligen Chef den Architektenwettbewerb für den Kreissparkassenbau gegenüber vom Steinhof gewonnen. Der Wettbewerb war eine spannende Sache, ich habe viel dabei gelernt.“ Mit der Stellenanzeige wuchs bei Heidrich der Wunsch nach Veränderung. „Ich wollte noch etwas dazulernen, aber nicht einfach nur das Büro wechseln. Ich wollte die Seite wechseln“, erklärt sie. Erfahrungen mit Aufträgen für öffentliche Bauten in Hameln und Hessisch Oldendorf oder für die Kreissiedlungsgesellschaft hatte sie bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber bereits gemacht und dabei festgestellt, dass der Ruf der Verwaltungen oftmals schlechter sei als die Arbeit, die dort geleistet werde. Inzwischen sitzt sie selbst auf der anderen Seite des Schreibtisches, ist an den Auftragsvergaben beteiligt.

Dass auch eine Stadt von der Größenordnung Bad Münders eine eigene Architektin braucht, diese Auffassung teilt sie mit ihren Vorgesetzten. „Es gibt so viele Bereiche, in denen man das Gestalterische einbringen kann. Nehmen wir zum Beispiel den Brandschutz: Den kann man technisch und funktional sehen, aber Veränderungen gleichzeitig auch gestalterisch lösen. Es wird für die Bürger gestaltet – im Fall von Schulen und Kindergärten für die ganz kleinen, aber auch die sollen sich ja wohlfühlen“, erläutert Heidrich. Auch beim Raumnutzungskonzept für eine Grundschule in der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule habe es sich angeboten, „da anders ranzugehen.“

„Sehr gelungen“ findet sie auch den Anbau an die Kita Martin Schmidt am Melkerweg, für den ihre Vorgängerin Frauke von Oheimb verantwortlich zeichnete. „Da sieht man die Handschrift der Architektin sehr deutlich – wenn sich der neue Gebäudeteil einfügt und so aussieht, als ob er da genau so schon immer hingehörte. Etwas in die vorhandene Bausubstanz einzufügen ist manchmal noch viel schwieriger, als es von Beginn an mit zu planen.“

Als Architektin will sie für die Gebäude der Stadt das abdecken, was ihre zumeist männlichen Kollegen als Ingenieure im Tiefbau leisten: „Wunderschöne kleine Gassen und gelungene Straßenzüge haben sie hier für die Kernstadt und die Ortsteile gestaltet.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare