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Pianist Chi Ho Han begeistert die Zuhörer der Meisterkonzert-Reihe

Ein Virtuose auf schwarz-weißen Tasten

BAD MÜNDER. Man könnte ihn als Schwiegermutters Liebling bezeichnen, den jugendlich-frischen Pianisten Chi Ho Han. Allein auf der Bühne des Martin-Schmidt-Konzertsaales, vor ihm nur der Flügel mit seinen 88 schwarz-weißen Tasten, brillierte der 1992 in Seoul in Südkorea geborene Ausnahmepianist Han mit drei Sonaten von Ludwig van Beethoven (1770-1827).

veröffentlicht am 28.04.2018 um 06:00 Uhr

Chi Ho Han überzeugte im Martin-Schmidt-Saal. Foto: rkr

Autor:

Reinhold Krause
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Eine Stecknadel hätte man fallen gehört, so intensiv und angespannt lauschten am Donnerstagabend die etwa 200 Besucher des dritten Meisterkonzertes seiner bravourösen Aufführung. Man könnte fast meinen, Han sei mit dem Instrument verwachsen, so virtuos ließ er seine Finger über die Tastatur des Flügels gleiten. Und Notenblätter suchte man bei ihm vergeblich.

Trotz seiner Jugend hat er schon diverse nationale und internationale Klavier-Wettbewerbe gewonnen oder landete mindestens auf einem der vorderen Ränge. Die Bühnen renommierter Konzertsäle, ob der Goldene Saal des Wiener Musikvereins, das Dortmunder Konzerthaus oder die Züricher Tonhalle sowie der Herkulessaal in Münchens Prinzregententheater sind sein Zuhause. Ob als Solist oder im Zusammenspiel mit namhaften Orchestern wie dem St. Petersburger Symphonieorchester, dem Belgischen Nationalorchester, aber auch dem Orchestre Philharmonique de Marseille und dem Utah Symphonie Orchestra (USA), um nur einige zu nennen, Han erfüllt alle Erwartungen, die an ihn als Pianist gestellt werden.

Mit van Beethovens Sonaten E-dur op. 109, As-dur op. 110 und c-moll op. 111 zeigte Han die ganze Bandbreite seines Könnens. Wechselnde Tempi, Anschläge von hart bis zart, dann wieder lyrisch verharrend, tragend dahingleitend, als ob er durch die Noten spazieren würde, stakkatohaft und fließend zugleich, Beethoven selbst hätte ihn zur Interpretation seiner von 1821 bis 1822 komponierten drei Sonaten nur gratulieren können. Während Beethoven die Klaviersonate E-dur Maximiliane Brentano, der Tochter von Beethovens langjähriger Freundin Antonie Brentano gewidmet hatte, gedachte er mit seiner letzten Klaviersonate des Erzherzogs Rudolph von Österreich.

Mit Chi Ho Han stand wiedermal ein großer Interpret klassischer Werke auf der Bühne in der Kurstadt. Die Begeisterung über seinen Vortrag kannte keine Grenzen und nur nach einer fulminanten Zugabe entließ ihn sein Publikum.



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