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Recherche-Begeisterung eines Gronauers führt zum Wiedersehen nach 60 Jahren

Ein Bierdeckel bringt sie zusammen

BAD MÜNDER. Ein Bierdeckel mit dem Logo des Wülfeler Jägerbräus holt mündersche Jungschar-Mitglieder nach 60 Jahren wieder an einen Tisch. Dabei war es nicht der auf dem alten Bierfilz abgebildete Hirsch, der den detektivischen Spürsinn von Jürgen Mai in Gronau weckte, sondern die Unterschriften auf der Rückseite in Verbindung mit dem Stichwort „Süntelwanderung“.

veröffentlicht am 17.05.2018 um 06:00 Uhr

Winfried Heis (v.l.), Gerd Gehlen und Otto Götzl lassen sich von Jürgen Mai den außergewöhnlichen Fund zeigen. Am 24. Mai 1958 verewigten sich Jungschar-Mitglieder im Alter von zehn und elf Jahren auf dem Bierdeckel. Fotos: jhr
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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Doch der Reihe nach: Als Mai vor einigen Monaten ein Straßenfest in Gronau vorbereitete, war er auf der Suche nach einem kleinen Programmpunkt, der die Mitfeiernden beschäftigen würde. Von einem Bekannten erhielt er einen größeren Posten Bierdeckel aus einer Wohnungsauflösung, alle etwas älter und mit leichten Gebrauchsspuren. Interessant genug, um beim Bier Gespräche zu führen, die mit „Weißt Du noch…“ und „Damals…“ beginnen. Ein Deckel weckte jedoch die besondere Aufmerksamkeit: Am 24. Mai 1958 hatten sich die Teilnehmer einer Wanderung auf dem Bierfilz verewigt, gut lesbar in jungenhafter Handschrift. „Da waren so viele Namen drauf, das hat mich neugierig gemacht. Und mit dem Süntel hatte ich ja einen Anhaltspunkt“, erklärte Mai jetzt bei der Übergabe des Bierdeckels an drei inzwischen gestandene Mannsbilder, die als Zehn- oder Elfjährige darauf ihre Namen hinterlassen hatten. Zusammengebracht hatte Gerd Gehlen den Bierdeckel-Finder und die damaligen Wanderer – sein Name stand in großen Lettern ebenfalls auf der Pappe. Eine Internet-Recherche mit den Stichworten „Süntel“ und „Gerd Gehlen“ brachte Mai schnell zu einer Mailadresse. „Ich war schon verdutzt, als ich die Mail bekomme habe“, sagt Gehlen. Dass ihm ein komplett Unbekannter eine Erinnerung aus der Jugend anbot, machte den Münderaner zunächst stutzig. Einige Mails später war es beschlossene Sache: Mai würde Gehlen den Deckel bringen. Und Gehlen lud andere Teilnehmer der Wanderung der „Don Bosco“-Jungschar zur Jahnhütte im Süntel hinzu. Auf diese Weise begegneten sich Otto Götzl, heute Arnum, und Winfried Heis, heute Stadthagen, nach 60 Jahren erstmals wieder. Themen waren bei der Zusammenkunft im Café Dolmen schnell gefunden: Mai wurde ausführlich von der Wanderung berichtet, von Walter Hahn, der die Wandergruppe anführte – und die ehemaligen Jungschar-Mitglieder stellten klar, dass im Mai 1958 nichts anderes als „Brause“ auf dem Bierdeckel gestanden haben kann.

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