weather-image
18°
Telefonzellen am Bahnhof, am Rohmelbad und an der Marktstraße auch weiterhin in Betrieb

Drei bleiben, zwei verschwinden

BAD MÜNDER. Nun ist es entschieden: Zwei der noch vorhandenen fünf Telefonzellen in der Kernstadt müssen weichen. Darauf einigte sich der Ortsrat am Mittwochabend – allerdings waren die Politiker teils sehr unterschiedlicher Meinung über die Zukunft der Telefonzellen.

veröffentlicht am 23.02.2018 um 06:00 Uhr

270_0900_82722_lkbm_2302_Telefonzelle_Markstrasse_jack.jpg
lindermann

Autor

Johanna Lindermann Redakteurin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Hintergrund der Diskussion ist ein Konzept der Telekom, die entschieden hat, Telefonstellen mit extrem geringer Nutzung – also einem Monatsumsatz von weniger als 50 Euro – abzubauen. Vier der fünf Telefonzellen in Bad Münder erfüllen diese Kriterien: an der Marktstraße 16, der Markstraße 3, am Rohmelbad sowie an der Langen Straße neben der Feuerwehr.

Ortsratsmitglied Hubertus Wöllenstein begrüßte den Vorschlag. Bereits 67 Prozent der 10- und 11-Jährigen und sogar 94 Prozent der 16- bis 18-Jährigen hätten heutzutage ein Smartphone, führte er an. „Telefonzellen brauchen wir deshalb definitiv nicht mehr.“

Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah machte gleich zu Beginn des Tagesordnungspunktes deutlich, dass sie mit dem Abbau der Telefonzelle am Freibad nicht einverstanden sei. „Handys sind heutzutage so teuer, deshalb verbieten sicherlich manche Eltern ihren Kindern, diese Geräte mit ins Freibad zu nehmen, damit sie nicht geklaut werden“, meinte Joumaah. Daher sei sie für den Erhalt der Telefonzelle am Rohmelbad, damit Kinder im Notfall ihre Eltern anrufen könnten.

Diese Meinung teilte auch Thomas Konior. Er gab zu bedenken, dass gelegentlich mit Smartphones nicht telefoniert werden könne, etwa weil der Akku leer sei oder es keinen Empfang gebe. „In der Innenstadt gibt es für den Notfall Geschäfte, wo man telefonieren kann“, sagte Konior. Er war daher für den Abbau von drei der Telefonzellen, „aber ich halte es für sinnvoll, den Standort am Rohmelbad aufrechtzuerhalten“.

Helmuth Mönkeberg hingegen war der Ansicht, alle Telefonzellen hätten ihre Zeit überdauert und könnten abgebaut werden. „Die Telefongeschichte hat sich verändert und wird sich auch weiter verändern“, sagte er.

Dr. Helmut Burdorf gab zu bedenken, Telefonzellen seien „notwendig für Touristen und Senioren in der Stadt“, speziell an Sonntagen, wenn die Geschäfte geschlossen hätten.

Generell waren sich die Ortsratsmitglieder allerdings einig, dass zwei Telefonzellen in der Marktstraße, die nah beieinander lägen, nicht sinnvoll wären. Auch die Lange Straße sei fußläufig erreichbar.

Wöllenstein stellte schließlich den Antrag, alle vier angesprochenen Telefonzellen zum Abbau freizugeben. Dieser Antrag wurde allerdings mehrheitlich abgelehnt.

Schließlich entschied sich der Ortsrat dafür, die Telefonzelle am Rohmelbad sowie diejenige an der Marktstraße 16 – vor dem Optiker Hasenfuss – zu belassen. Die übrigen beiden – in der Marktstraße bei der Volksbank sowie an der Langen Straße – sollen abgebaut werden.

Die Telefonzelle am Bahnhof stand nicht zur Debatte; sie bleibt also zusätzlich zu denjenigen am Freibad und an der Marktstraße bestehen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare