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„Schweden-Findling“ am Nordmannsturm ist rund 540 Millionen Jahre alt – jetzt wird er öffentlich vorgestellt

Der südlichste Brocken der letzten Eiszeit

BAD MÜNDER. Er ist ein Zeuge der Eiszeit und hat seine über 550 Kilometer lange Reise nur wenige hundert Meter neben dem Nordmannsturm beendet. Der 100 Kilo schwere Block aus Hardeberga-Sandstein ist rund 540 Millionen Jahre alt und stammt aus der südschwedischen Region Schonen.

veröffentlicht am 26.04.2018 um 06:00 Uhr

Autor

Christoph Huppert Reporter
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„Der Findling besteht aus quarzitischem Sandstein und ist mit der Eiszeit vor 400 000 Jahren hier an den Deister gekommen“, erklärt Prof. Dr. Klaus Jürgens von der Naturhistorischen Gesellschaft (NHG) aus Hannover. Jürgens und sein Kollege Ole Schirmer sind sich sicher, dass es sich bei dem Fund um einen der südlichsten Findlinge der letzten Eiszeit überhaupt handelt. Jürgens: „Weiter südlich und im Harz gibt´s keine solchen Steine.“ Während der maximalen Ausdehnung der letzten Eiszeit lag der Rand der Eisbedeckung südlich von Hannover, etwa auf der Linie Hameln – Alfeld. Schirmer erklärt: „Der vom Eis mitgeführte Stein schrammte während seiner langen Reise unter hohem Druck mit anderem Geröll über den festen Untergrund und so entstanden noch heute auf ihm sichtbare Gletscherschrammen.“

In der eisfreien Zeit der letzten 100 000 Jahre wurden die Gletscherablagerungen wie Geschiebemergel und Findlinge meist wieder beseitigt und als Abtragungsschutt in die Täler umgelagert. „Nur unter sehr günstigen Bedingungen blieben vereinzelt Zeugen der Vergletscherung wie der ,Schweden-Findling‘ erhalten“, so Jürgens. In 365 Meter Höhe wurde der Stein 2012 durch Zufall unter dem Wurzelteller umgestürzten Fichte entdeckt.

Die Naturhistorische Gesellschaft ließ den „Schweden-Findling“ mit Unterstützung der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung in unmittelbarer Nähe des Fundortes aufstellen und mit einer Info-Tafel versehen. Im Rahmen des Deistertages am 6. Mai wird der Stein um 14 Uhr offiziell eingeweiht.



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