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Im gesamten Stadtgebiet gibt es nur noch elf Telefonzellen – vier weitere sollen jetzt weg, sagt die Telekom

Den Anschluss verloren

BAD MÜNDER. Eigentlich muss man sich ja wundern, dass sie überhaupt noch da sind. Telefonzellen sind gefühlt schon seit Jahren den Weg von Parkuhren und Videorekordern gegangen: ins Geschichtsbuch der Alltagstechnik. Um so erbitterter tobt seit Jahren in Kommunen landauf, landab der Kampf um die Zellen, die noch da sind. Nächster Akt dieses Schauspiels: Ortsrat Bad Münder, morgen Abend.

veröffentlicht am 20.02.2018 um 06:00 Uhr

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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Vor gut anderthalb Jahren gab es das Duell Kernstadt-Ortsrat gegen Telekom schon mal. Ergebnis damals: Politik 2, Kommunikationsunternehmen 0. Letzteres wollte sich vom Ortsrat den Segen holen, am Bahnhof und am Rohmelbad die Telefonzellen abzubauen. Doch der Ortsrat sagte: nein. Und die Zellen blieben.

Nun macht die Telekom einen neuen Anlauf: Am 1. Februar hat sie die Stadt angeschrieben und dieses Mal gleich vier der fünf in der Kernstadt verbliebenen Telefonzellen auf dem Kieker. Weichen sollen demnach die Standorte Marktstraße 3 (Volksbank) und 16 (Optiker Hasenfuss). Auch an der Langen Straße 38 soll die Zelle weichen – sie steht am Parkplatz direkt neben der Feuerwehr. Erneut auf die Streichliste geschafft hat es die Telefonzelle am Rohmelbad – im Gegensatz zu der am Deisterbahnhof. Sie soll erst mal stehen bleiben.

Gemeinsam ist allen vier Zellen ihr geringer Umsatz: Er liegt laut Telekom unter 50 Euro im Monat. Diese Grenze hatten Unternehmen, kommunale Spitzenverbände und Bundesnetzagentur vereinbart: Unter der Grenze stehe die Investition „in keinem Verhältnis zu dem gegebenen Nutzen“, sagt die Telekom in ihrer Stellungnahme.

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Die endgültige Entscheidung über alle vier Standorte fällt der Ortsrat in seiner Sitzung am Mittwoch. Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah (CDU) betont, ihr sei nach wie vor am Telefonhäuschen am Rohmelbad gelegen: „Wenn ich sehe, was Handys heute kosten, wird es auch Eltern geben, die ihren Kindern keins kaufen. Und diese Kinder müssen die Möglichkeit haben, ihre Eltern anzurufen, wenn das Bad wegen eines Gewitters plötzlich schließt.“ Die anderen drei Standorte seien ihr weniger wichtig. Besonders an der Marktstraße dürfte eine der zwei Zellen entbehrlich sein: Beide liegen in Sichtweite etwa 70 Meter voneinander entfernt.

Würden alle vier Standorte abgebaut, reduzierte sich die Zahl der Telefonzellen in der Kernstadt auf eine: die am Bahnhof. Ein Telefon primär für Patienten befindet sich laut Stadt noch in einer der Kliniken. Dazu komm je ein Standort in Brullsen (Brullser Straße 12), in Klein Süntel (Klein Sünteler Straße 9, Seniorenheim), in Hachmühlen (Bundesstraßen-Kreuzung, Feuerwehr), in Flegessen (Gülichstraße) sowie in Nienstedt (Egestorfer Straße 2).


Termin: Der Ortsrat Bad Münder kommt am Mittwoch, 21. Februar, um 19 Uhr im Sitzungszimmer, Steinhof 1, zusammen.

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