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Einrichtung im Wettbergschen Adelshof freut sich über spätbarocken Aufsatzschrank

Aus dem Keller ins Museum

Bad Münder. Marianne Kuch hat eine besondere Beziehung zu dem Museum im Wettberg-

veröffentlicht am 04.06.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:10 Uhr

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schen Adelshof. Eins der ersten Stücke der Einrichtung, ein Biedermeier-Sofa, haben sie und ihr Mann gestiftet. Und nun freuen sich die Mitglieder des Museumsvereins über ein neues altes Stück, das seinen Weg aus dem Keller der Kuchs an die Kellerstraße gefunden hat: einen spätbarocken Aufsatzschrank.

„Mein Mann und ich hatten unseren Keller mit den Möbeln aus unseren Elternhäusern eingerichtet, typisch altdeutsch eben“, erzählt Kuch. Genutzt worden seien sie aber nie. Nun können sich die Museumsbesucher daran erfreuen – genauso wie Museums-Chef Michael Meier, denn: „Spätbarocke Möbel sind selten.“ In aller Regel handele es sich um Truhen und Kleiderschränke, die früher häufiger angeschafft worden seien. „Schränke aus den Wohnstuben, zudem aus Bauern- und kleineren Bürgerhaushalten, sind dagegen fast unbekannt“, weiß Meier.

Der Aufsatzschrank von Familie Kuch ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden. Das Unterteil, eine Kommode, zeigt eine geschweifte Vorderfront. Im oberen Aufsatz verstecken sich hinter Türen ein kleines verschließbares Innenfach, kleine Schubladen und Regalböden. Der Schrank stammt aus einem kleinbürgerlichen Haus aus der Langen Straße und gehörte der Schuhmachermeisterfamilie Piepho. Schlägt man die Stammtafeln des St.-Annen-Lehns auf, finden sich zahlreiche Tischler in direkter Verwandtschaft. Es liege deshalb nahe, dass dieses schöne Möbel aus Eichenholz sogar einmal in Bad Münder gefertigt worden ist – „ein Umstand, den es für das Museum zusätzlich wertvoll macht“, sagt Meier.

Obwohl der Aufsatzschrank im 20. Jahrhundert kleine Veränderungen erfuhr, hat er gleich seinen Platz im Museum gefunden, denn zwei erneuerte Scharniere und einige ergänzte Hölzer mindern seinen Wert nur unwesentlich. Der Schrank steht nun im Wettbergsaal und ist passend zur neuen Sonderausstellung „Sucht & Genuss“ mit Geschirr seiner Entstehungszeit eingerichtet. Auch ein Besteck aus dem 18. Jahrhundert und jüngeres Porzellan und Zinn, welches die Familie Kuch ebenfalls gestiftet hat, ist zu sehen.col

Marianne Kuch freut sich, dass der Aufsatzschrank, der jahrelang in ihrem Keller gestanden hat, nun im Museum eine neue Heimat gefunden hat – und bei Michael Meier und dem Museums-Verein in guten Händen ist.

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