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Rat stimmt Beteiligung der Stadt an Projekt von Gunter Demnig zu

Acht Stolpersteine zum Gedenken

Bad Münder. Mit acht Steinen soll begonnen werden, weitere können folgen – die einstimmige Entscheidung des Stadtrates zur Verlegung von „Stolpersteinen“ in Bad Münder ließ keinen Zweifel daran, dass das Projekt begrüßt wird. Initiator ist der Kölner Künstlers Gunter Demnig. Seine „Stolpersteine“ gelten derzeit als das weltweit größte dezentrale Mahnmal.

veröffentlicht am 01.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:00 Uhr

Jens

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, lautet das Leitmotiv des Künstlers. Mit den kleinen Gedenktafeln, deren Inschrift immer mit den Worten „Hier wohnte“ beginnt, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Am 23. September sollen die ersten Steine nun in Bad Münder verlegt werden.

„Ich freue mich sehr, dass wir endlich, nach sehr langer Zeit, in der historischen Reflexion so weit sind, der Opfer auf diese Weise zu gedenken. Es gab Zeiten, da war es kaum möglich, eine Diskussion zu diesem Thema in angemessener Art und Weise zu führen“, erklärte Uwe Nötzel für die SPD-Fraktion. „Auch wir werden zustimmen“, kündigte Hans-Ulrich Siegmund für die CDU-Ratsgruppe an – er sei froh, dass Bad Münder sich der großen Zahl der Orte in Europa, die das Projekt unterstützen, anschließen will. „Die KGS wird sich beteiligen“, kündigte Bürgermeister Hartmut Büttner an. Auch sei ein Vortrag von Gunter Demnig am 23. September im Anschluss an die Verlegung geplant.

Verlegt werden sollen „Stolpersteine“ zunächst vor den Häusern Obertorstraße 2 und 5, vor dem Oberntore 8 und Wallstraße 2. Sie kennzeichnen die letzten frei gewählten Wohnungen vor der Verhaftung, Deportation und Ermordung von acht Münderanern.

Auch in Hachmühlen hat eine Familie jüdischen Glaubens gelebt. „Es ist auch dort beabsichtigt, einen Gedenkstein zu verlegen. Der Ortsrat wird beteiligt“, erklärte der Bürgermeister. Er informierte den Rat auch darüber, dass die Jugendfeuerwehr Bad Münder beabsichtige, eine Pflegepatenschaft für die Stolpersteine zu übernehmen. „Das finde ich sehr positiv“, so Büttner.



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