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Experte Carsten Passior referiert über die Gefahr von Windenergieanlagen für die Flughunde

250 000 tote Fledermäuse

Bad Münder. Infraschall und Schattenschlag – vor den gesundheitlichen Folgen dieser Erscheinungen, die mit dem Betrieb von Windenergieanlagen einhergehen, sorgen sich viele Menschen. Windräder haben auch Auswirkungen auf die Tierwelt, insbesondere auf Vögel und Fledermäuse. Experte für Flughunde ist Carsten Passior: „Bei den rund 24 000 Windenergieanlagen deutschlandweit ist mit 250 000 getöteten Fledermäusen zu rechnen.“ Immer wieder würden „geschredderte Fledermäuse“ unter Windrädern gefunden. Den Grund nannte Passior auch: „Viele Insekten versammeln sich an den warmen Flächen der Anlagen. Bei Dämmerungsbeginn wolle sich die Fledermaus dort satt fressen, und werde – wenn nicht vom Rotor direkt – so doch durch dessen gewaltigen Luftdruck innerlich schwer verletzt. Jetzt sei die Zeit, wo die Fledermäuse ihren Winterschlaf beendeten. „Das fällt ziemlich genau zusammen mit dem Beginn der Amphibienwanderungen.“

veröffentlicht am 20.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:26 Uhr

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Autor:

Gerhard Honig
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Passior, ehemaliger Nienstedter und jetzt in Nordstemmen zu Hause, hatte eine Menge Bilder und eine Fülle an Informationen über die nachtaktiven „Insektenvertilger“ mitgebracht. Unterstützt wurde sein Referat, „gewissermaßen ein Aufbruch in eine weitgehend unbekannte Welt“, durch moderne Technik. So habe er mithilfe eines neuartigen GPS-gestützten Detektors neue Erkenntnisse über Flugweiten und Streifgebiete verschiedener Arten gewonnen. Das Gerät ermögliche es ihm per Ultraschallmikrofon, die Fledermausrufe hörbar zu machen und zu speichern.

„Von den weltweit 1234 Fledermausarten kommen 25 in Deutschland, 19 in Niedersachsen und 15 Arten in unserer Region vor“, so Passior. Im Bestand bedroht sei hierzulande die Kleine Hufeisennase, die zuletzt in der Molkerei Eimbeckhausen Quartier bezogen hatte, aber seit 1968 in Niedersachsen als ausgestorben gilt. Dagegen seien mit der Zweifarb- und der Nymphenfledermaus zwei neue Arten erst vor kurzem hier nachgewiesen worden. Die größte deutsche Art mit 43 Zentimeter Flügelspannweite sei das Große Mausohr. Als Wochenstuben würden geeignete Quartiere wie Höhlen oder alte Stollen im Deister genutzt, in denen die Weibchen sich sammeln und ihre Jungen zur Welt bringen. Mit reich strukturierten Landschaftsformen, mit Feuchtgebieten und Gewässern sowie alten Gebäuden wie mancherorts im Deister-Süntel-Tal sei das Vorkommen vieler Arten gesichert.



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