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Zwei Tage nach Präsentation der Freibad-Pläne: Politiker erteilen Auftrag an Fachbüro

Zügige Entscheidung für schnelle Lösung

Aerzen. Der Wiederaufbau des Aerzener Freibades ist beschlossene Sache. Sollte es die Mindestlösung sein, bei der die bei einem Großbrand zerstörten Gebäude und technischen Einrichtungen ersetzt werden? Oder soll gleich die große Lösung her, um durch eine umgestaltete Beckenlandschaft und die damit verbundene erheblich höhere Investition langfristig die Kosten zu senken?

veröffentlicht am 25.07.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.06.2017 um 19:01 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die Politiker standen vor einer schwierigen Entscheidung, nachdem erst am Montagabend die drei Fachbüros unterschiedliche Varianten vorgestellt hatten. Und sie haben sich zügig entschieden: für die schnellstmögliche Lösung. Damit eine Freibadsaison im nächsten Jahr wieder möglich ist, wie Burkhard Schraps (SPD) und Friedel-Curt Redeker (CDU) am Mittwochabend begründeten, als der Auftrag in einer nur viertelstündigen Sitzung vergeben wurde. Zunächst werden Gebäude inklusive Sanitäranlagen und Umkleideräumen sowie die für den Betrieb notwendige Bädertechnik ersetzt, damit die Schwimmer im nächsten Sommer wieder die Freizeiteinrichtung nutzen können.

Die Verwaltung werde nun die weiteren Planungen vorantreiben, sagte nach der Sitzung Bürgermeister Bernhard Wagner, um das Freibad zur Saison 2015 wieder öffnen zu können. Die zuvor beschlossene Lösung bezeichnete er als ersten Schritt, die auch angesichts der schwierigen finanziellen Situation sicher erst einmal sinnvoll sei. Wagner sprach von einem Signal an die Aerzener: „Hier wird nichts in die Länge gezogen.“

Den Zuschlag bekamen gemeinsam die Ingenieurbüros „Planungsgruppe VA“ (Hannover) und „Vision 12!“ (Obernkirchen). Darauf hatten sich die Politiker nach nichtöffentlichen Beratungen zunächst in den Fraktionen, dann im zuständigen Fachausschuss geeinigt. Zwei der drei Fachbüros, die am Montag ihre Pläne vorgestellt hatten, seien in der engeren Wahl gewesen. Die nun beauftragten Planer hätten aber den kompetentesten Eindruck gemacht, begründete Schraps für die Gruppe SPD/Grüne. „Sie können uns am besten helfen“, meinte er.

Badelandschaft: Idee noch nicht endgültig vom Tisch

Zunächst gehe es darum, möglichst in Höhe der Versicherungssumme den Badebetrieb wieder zu gewährleisten, wobei die „hochwertige Technik“ zentral für beide Einrichtungen im Hallenbad untergebracht werden soll. Der Gruppensprecher ging auch auf die überdimensionierte Wasserfläche ein. Wie berichtet, hatten alle Planer statt der beiden vorhandenen großen Becken nur eine kleinere zentrale Badelandschaft vorgeschlagen, außerdem die Neuanlage eines Kinderbeckens favorisiert. „Das sollte aber der zweite und dritte Akt sein, wenn die Pläne und Finanzen das hergeben“, sagte Schraps. Alle Planer hatten nämlich zu verstehen gegeben, dass die Umgestaltung nicht so schnell möglich sein könnte.

Eine weitere Verschiebung der Freibaderöffnung wollen die Politiker aber vermeiden, wie auch Redeker zu verstehen gab. „Deshalb wollen wir die kleine Lösung, in der Hoffnung, dass das Bad zur Saison 2015 fertig ist“, sagte er. Der CDU-Ratsherr gab gleichzeitig zu verstehen, dass dies nicht nur in der Verantwortung der Politik, sondern besonders der Verwaltung liege. Dabei müsse das Rathaus zunächst dringend Fragen mit der Versicherung klären, die getrennt nach Gebäuden und Technik Summen genannt hatte. Wenn nun die technischen Anlagen im Hallenbad untergebracht würden, müssten zuvor die Konsequenzen klar sein, meinte Redeker.

In einer Übersicht hatten die Planer für die Umkleide-, Sanitär- und Wirtschaftsgebäude 484 000 Euro als Kosten angesetzt, bei einem gemeinsamen Eingang für Hallen- und Freibad kommen 209 000 Euro hinzu. Für die technischen Anlagen sind 652 000 Euro vorgesehen. Dabei interessant: Sie könnten für beide Bäder genutzt werden. Immerhin: Auch im Hallenbad ist der Zenit der Technik überschritten – sie stammt noch aus der Zeit des Baus.

Das Fachbüro „Planungsgruppe VA“ ist übrigens mit den Anlagen des Hallenbades gut vertraut – es war an der Sanierung beteiligt. Und Wolfgang Hein von „Vision 12!“ gab den Aerzenern bei der Präsentation der Pläne gleichzeitig Tipps, wie sich für das Freibad durch attraktive Angebote die Zuschüsse senken lassen könnten. Der Obernkirchener ist nicht nur Sonderbeauftragter für das Bäderwesen in Niedersachsen, sondern auch Gründer des bundesweiten Aktionsbündnisses „Pro Bad“. 

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