weather-image
Planungsbüros stellen Freibad-Alternativen vor / Experten empfehlen Mehrzweckbecken

Wiederaufbau oder große Lösung?

Aerzen. Nun liegen sie auf dem Tisch: die Pläne mit Daten und Fakten, um die bei einem Großfeuer zerstörten Bereiche des Aerzener Freibades wieder neu zu errichten. Und die Vorschläge der drei Fachbüros gehen über den reinen Wiederaufbau hinaus. Sie präsentierten den Kommunalpolitikern und der Verwaltung darüber hinaus Machbarkeitsstudien, wie sich langfristig Kosten sparen ließen.m eine Freibadsaison 2015 zu ermöglichen.

veröffentlicht am 23.07.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.06.2017 um 19:00 Uhr

270_008_7326371_lkae104_2307.jpg
Christian Branahl

Autor

Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Dazu müsste allerdings mehr Geld in die Hand genommen werden, als die Versicherung an die Gemeinde für die Brandschäden erstattet. Drei Stunden lang stellten die Experten am Montagabend ihre Ideen mit einer Fülle von Zeichnungen, technischen Einzelheiten und unterschiedlichen Kostenansätzen vor. Zwar hatten die Kommunalpolitiker immer wieder Rückfragen, doch hielten sie sich mit Bewertungen zurück. Dazu haben sie bereits am heutigen Mittwoch Gelegenheit, wenn sie die Fülle von Informationen erneut beraten – und im günstigsten Fall über eine Auftragsvergabe entscheiden. Diesen Fahrplan sieht nicht nur die Verwaltungsspitze vor, auch die Experten der Fachbüros empfehlen ein zügiges Vorgehen, um eine Freibadsaison 2015 zu ermöglichen.

Von einem „relativ ehrgeizigen Zeitplan“ sprach Bürgermeister Bernhard Wagner zum Auftakt der Sitzung. „Ich bin gespannt auf das, was kommt“, meinte er. Bereits am Vormittag hatte Wagner erste Details zu sehen bekommen. „Sehr interessant“, lautete sein Eindruck der Überlegungen, die am Abend dann ausführlich dargelegt wurden. Zumindest könnte Politik und Verwaltung eine Entscheidung erleichtert werden – voraussichtlich konzentrieren sich die Planungen auf die Vorschläge von nur zwei Fachbüros. Ein dritter Vertreter unterbreitete nur in groben Zügen die Möglichkeiten, den Wiederaufbau des Freibades zu gestalten und die Freizeiteinrichtung auf die Zukunft gerichtet umzubauen. Mehr sei in der Kürze der Zeit nicht möglich gewesen. Vor allem, so Peter Gansloser: Er sehe keine Chance, die Saison 2015 zu sichern. „Oktober ja, Mai nein“, meinte er zum Zeithorizont der Bauarbeiten bis zum nächsten Jahr.

Relativ überschaubar sind die Vorschläge, um die durch das Feuer zerstörten Gebäude und technischen Geräte zu erneuern. Die beiden anderen auf Bäder spezialisierten Ingenieurbüros, die Planungsgesellschaft Hildesheim mbH und die Planungsgruppe VA GmbH (Hannover) gemeinsam mit der Projektentwicklungs- und Planungsgesellschaft „Vision 12!“, sehen jeweils vor, für Hallen- und Freibad künftig einen gemeinsamen Eingangsbereich zu schaffen. Hinzu kommen im Freibadbereich in unterschiedlichen Ausführungen der Sanitär- und Umkleidebereich sowie weitere Räume, etwa für Personal oder als Lager, und der Bereich für Kiosk oder Imbisswagen. Beide Fachbüros legten Vorschläge für eine zentrale Techniklösung im Hallenbad vor, die dann die Becken im Freien einschließt.

270_008_7326366_lkae103_2307.jpg
  • Multifunktionale Badelandschaft statt der bislang zwei großen Schwimmbecken – so sieht ein Vorschlag eines Planungsbüros aus. pgh

Mit den Machbarkeitsstudien legten sie darüber hinaus Ideen vor, die über den Wiederaufbau hinausgehen. Grundsätzlich stellten alle heraus: Schwimmer- und Nichtchwimmerbecken des Freibades müssen, inzwischen sind 40 Jahre nach der Errichtung vergangen, dringend saniert werden.

Hinzu kommt: Das Bad ist völlig überdimensioniert. 2800 Besucher pro Tag seien der Spitzenwert, ausgelegt seien die Becken aber für 8083 Badegäste täglich. So lauteten die Zahlen der Experten. Das trage zum bislang unwirtschaftlichen Betrieb bei. Kosten für Energie und Wasser ließen sich deutlich verringern, wenn die Becken verkleinert würden. In unterschiedlichen Varianten legten die Planer nun Möglichkeiten vor. Das Schwimmerbecken wird zum Mehrzweckbecken mit Schwimmer-, Springer- und Nichtschwimmerbereich umgestaltet, wie die zentrale Aussage aller Experten lautet. Übereinstimmend ist ihre Meinung auch zum Planschbecken für die Kleinkinder: zu abgelegen und unattraktiv. Auch dazu legten sie Alternativen nahe dem großen Becken vor.

Nun beginnt das große Rechnen: Je nach Ausführung könnten zusätzliche Baukosten zwischen 1,5 und knapp 2 Millionen Euro entstehen. Gegengerechnet werden muss, welche Sanierungskosten bei Erhalt der bisherigen Becken ohnehin entstehen würden und welche Einsparungen auf lange Sicht erzielt werden könnten. Von „einem Spagat“ sprach der Bürgermeister – für Diskussionsstoff dürfte bei der heutigen Sitzung gesorgt sein. 

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare