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1971 nahmen die Aerzener erstmals ihr Freibad in Besitz / Noch neun Tage bis zur Wiedereröffnung

Warten? Das hat Tradition

AERZEN. In Geduld üben mussten sich die Aerzener offenbar schon immer, wenn es um das Freibad ging. Im Dewezet-Archiv heißt es schon 1964, dass jahrzehntelang darauf gewartet wurde. Und es vergingen weitere Jahre. Erst 1971 freuten sich die Aerzener über ihr erstes Freibad. Eine „wahre Völkerwanderung“ erlebte es zur Eröffnung.

veröffentlicht am 07.06.2017 um 16:24 Uhr
aktualisiert am 08.06.2017 um 20:18 Uhr

Nachvollziehbar, dass sich lange Schlangen an der Kasse des neuen Freibades bildeten. Für die Aerzener war ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Foto: Dewezet-Archiv
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Als die Aerzener Maschinenfabrik 1964 ihr Jubiläum aus Anlass des 100-jährigen Bestehens feierte, spendete das Unternehmen der Gemeinde 25 000 Mark. Der Bau eines Schwimmbeckens werde seit Jahrzehnten diskutiert. Die Spende solle helfen, dass „die Aerzener Jugend möglichst bald in einem modernen und hygienischen Schwimmbad sich erholen und ertüchtigen kann“, sagte der damalige Geschäftsführer Paul Grote.

Erst sieben Jahre später konnte das Freibad – Gesamtkosten 2 Millionen Mark – eröffnet werden. „Wahre Völkerwanderung am Eröffnungstag“, titelte die Dewezet am 9. August 1971. „Fahrten nach Bösingfeld oder ein Bad in der Humme dürften nun für immer der Vergangenheit angehören“, schrieb der Autor. Es handelte sich um das damals größte Freibad im Landkreis – das Schwimmerbecken mit 50 mal 21 Metern sogar mit internationalen Maßen für Wettkämpfe, wie es damals hieß. Die Freude muss gewaltig gewesen sein. „Hunderte von Badelustigen stauten sich vor der Eingangspforte“, berichtete die Zeitung. Erst als der damalige Gemeindedirektor eine zweite Kasse öffnete und selbst Eintrittskarten verkaufte, löste sich die Schlange auf. Natürlich war auch damals längst nicht alles fertig, was die Badefreuden nicht weiter getrübt haben soll. Schon 1971 hob der Bericht die Vorzüge der großen Liegewiese auf dem weitläufigen Areal hervor, auch wenn diese damals teilweise nicht freigegeben werden konnte, weil der frisch eingesäte Rasen noch nicht dicht genug gewachsen war.

Neun Tage noch, dann öffnet das 2013 bei einem Großbrand zerstörte Freibad nach dem Wiederaufbau. Interessante Parallele: Als die Aerzener Maschinenfabrik zuletzt ihr 150-jähriges Bestehen feierte, gab es erneut eine Spende für das Freibad. Damit unterstützt das Unternehmen die neue Wasserspiellandschaft für Kinder.

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