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Noch zwei Tage bis zur Wiedereröffnung

Rückkehr aus dem Ruhestand: Walter Schrell hilft im Freibad

AERZEN. Wenn die Aerzener ab Samstag ihr Freibad wieder in Besitz nehmen, dann können sie auf ein bekanntes Gesicht treffen: Walter Schrell, der fast 40 Jahre als Schwimmmeister-Gehilfe in den Bädern der Gemeinde tätig war und seit November eigentlich den Ruhestand angetreten hat.

veröffentlicht am 14.06.2017 um 16:57 Uhr
aktualisiert am 16.06.2017 um 12:41 Uhr

Ja, er ist es: Schwimmmeister-Gehilfe Walter Schrell will im Freibad aushelfen, nachdem es zu personellen Engpässen gekommen ist. Foto: cb
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Wenn Hilfe benötigt wird, helfe ich gern, wenn es nicht die Regel wird“, sagt Schrell über seine Vertretungsdienste, nachdem nun personelle Engpässe aufgetreten sind. Und so tritt er doch noch in die Dienste des Bades, das nach dem Großbrand vor dreieinhalb Jahren am Wochenende nach Umbau und Sanierung wiedereröffnet wird. Von daher „eine schöne Sache“, wie er sagt, auch wenn er sich nach insgesamt 45 Jahren im Berufsleben auf mehr Freizeit gefreut hatte.

„Das hat schon wehgetan“, sagt er über den 11. Dezember 2013, als er zu dem in Flammen stehenden Freibad gerufen wurde. Daran hängen einfach zu viele Erinnerungen. Der gelernte Elektrotechniker kam als Quereinsteiger zu seinem neuen Job, den er 1977 in Aerzen begonnen hatte. Das 1971 eröffnete Bad kannte er zunächst selbst als Besucher. „Es war ja die Attraktion in der Region“ sagte er über die nahezu konkurrenzlose Einrichtung, als es anfangs nicht einmal das Hamelner Südbad gab. Von bis zu 10 000 Besuchern in der Anfangszeit berichtet der Schwimmmeister-Gehilfe. Das Angebot änderte sich, das Freizeitverhalten im Laufe der Zeit ebenso. „Heute muss es schon drei, vier Tage lang hochsommerlich sein, damit wir auf über 1000 Besucher kommen“, meint der Ruheständler. Von daher würde das neue Kombibecken den heutigen Ansprüchen genügen – und vor allem auf dem technisch neuesten Stand sein. Es habe im alten Bad mit 3500 Kubikmeter Wasser zuletzt Probleme gegeben, die angestrebte Temperatur von 25 Grad zu erreichen. „Da war der Aufschrei manchmal groß“, sagt Schrell.

Ob sein Beruf ein Traumjob gewesen sei? „Natürlich gibt es lange Phasen, in denen es richtig Spaß gemacht hat“, blickt er zurück. „Und manchmal wollte ich am liebsten aufhören.“ Die Verantwortung sei groß, doch könne das Personal gerade bei Hochbetrieb nicht alle im Blick behalten. „Und wenn dann etwas passiert?“

Die größte Freude für ihn war es aber, ungezählten Kindern das Schwimmen beigebracht zu haben. Zuletzt hätte er Jungen und Mädchen in den Kursen gehabt, deren Eltern, manchmal sogar die Großeltern, schon bei ihm die richtigen Schwimmzüge gelernt hätten. Kein Wunder, dass er bei den Aerzenern so bekannt ist. Schrell: „Das waren bestimmt einige Tausend Kinder.“

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