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Filteranlage des Hallenbades kann Wasser nicht reinigen / Müssen Schwimmbecken auch erneuert werden?

Noch viele Fragezeichen beim Freibad

Aerzen. Anfang nächster Woche geht es los! Dann wird mit dem Abbruch der Brandruine des Aerzener Freibades begonnen, auf den Tag genau ein Vierteljahr nach dem verheerenden Feuer. Vordringlich wird erst einmal der Technikraum vom Brandschutt befreit, damit Versicherungssachverständige auch dort den entstandenen Schaden feststellen können. Für Anfang April rechnet die Verwaltung dann mit einem endgültigen Ergebnis und einer Schadensumme. Erst dann kann in die detaillierte Planung der Zukunft des Freibades eingestiegen werden.

veröffentlicht am 06.03.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 07.06.2017 um 18:50 Uhr

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Von einem provisorischen Betrieb des Freibades in der kommenden Saison hat das Gesundheitsamt abgeraten. „Für die 3600 Kubikmeter Wasser der beiden Freibadbecken ist die Filteranlage des Hallenbades nicht ausgelegt“, erklärt Diana Marx vom Eigenbetrieb Wasser des Fleckens Aerzen. Außerdem könne das Hallenbad durch die Doppelbelastung der Filteranlage kontaminiert werden, so Marx weiter. Auch eine mögliche Trinkwasseraufbereitung durch das THW ist nicht ganz einfach zu realisieren. Zum einen gibt es hier in der Region keine Anlage, zum anderen werden durch den Einsatz einer solchen Aufbereitungsanlage zusätzliche, nicht unerhebliche Mehrkosten für den ohnehin schon mit 300 000 Euro pro Jahr bezuschussten Freibadbetrieb entstehen, geht aus dem Sachstandsbericht hervor. Und sollte das ausstehende Gutachten einen Totalschaden der Freibadtechnik bescheinigen, dann wären auch umfangreiche Umbaumaßnahmen an den Becken notwendig. „Beim Bau des Freibades vor 40 Jahren galten andere Standards. Um heute einen besseren Wasseraustausch zu erzielen, lässt man das Wasser nicht mehr längs, sondern quer durchs Becken strömen“, erklärt Diana Marx.

Ebenfalls in den Fokus der Verwaltung ist das Wohnhaus mit der Massagepraxis gerückt. Zwar konnte die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen auf das Wohngebäude verhindern, dennoch müssten in naher Zukunft mindestens 70 000 Euro in die Sanierung investiert werden. Und so fragt die Politik: „Ist das wirtschaftlich vertretbar?“

Doch soweit sei man noch nicht, bremst Bürgermeister Bernhard Wagner erste Diskussionen über einen möglichen Abriss. Sowohl der Bürgermeister als auch Erster Gemeinderat Andreas Wittrock wollen nun erst einmal die Frage abgeklärt wissen, ob es sich bei der Freibadtechnik um einen Total- oder einen Reparaturschaden handelt. „Erst dann werden Überlegungen und mögliche Optionen von den Planern an uns herangebracht werden“, so Wagner.

Wäre nicht das Freibad, sondern das Hallenbad dem Brand zum Opfer gefallen, gäbe es eine andere Diskussionsgrundlage, aber beim Wiederaufbau der „Perle unter den Freibädern der Umgebung“, wie der Bürgermeister unter Zustimmung der Kommunalpolitiker das heimische Freibad bezeichnet, ist man sich trotz der wiederholt öffentlich geäußerten Bedenken seitens der CDU (wir berichteten) dennoch parteiübergreifend einig: Das Aerzener Freibad wird wieder aufgebaut. Allerdings: Während Burkhard Schraps (SPD) das Freibad unbedingt in diesem Sommer geöffnet sehen möchte, sieht Andreas Breitkopf (CDU) große Anstrengungen auf die Gemeinde zukommen, wenn es 2015 wieder eröffnet werden soll. sbr

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