weather-image
„Versorgungsengpass“ gehört der Vegangenheit an

Nicole Schäfer versorgt hungrige Wasserratten im Freibad Aerzen

AERZEN. „Jetzt fehlt nur noch das Esspapier.“ – Unter den älteren Besuchern des Aerzener Freibades kam so etwas wie nostalgische Stimmung auf, als Nicole Schäfer ihren Verkaufswagen im Aerzener Freibad zum ersten Mal öffnete und damit auch der Kiosk-Notstand, der das Aerzener Bad schon vor dem verheerenden Brand über Jahre hinweg begleitet hatte, nun hoffentlich endgültig der Vergangenheit angehört.

veröffentlicht am 14.07.2017 um 18:09 Uhr
aktualisiert am 14.07.2017 um 18:41 Uhr

Seit dem letzten Wochenende hat Nicole Schäfer ihren Imbisswagen im Aerzener Freibad geöffnet. Foto: sbr
59.225-02

Autor

Sabine Brakhan Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Anlass zur Nostalgie bietet zurzeit auch das Schwimmmeister-Gespann, das vom Beckenrand aus für Sicherheit im neu eröffneten Bad sorgt. Walter Schrell hat seinen wohl verdienten Ruhestand unterbrochen, die alte Dienstkleidung wieder übergestreift und die Sonnenbrille aufgesetzt. Und auch Sabine Koslowski hat ohne zu zögern ihren Schreibtisch im Schulsekretariat der Grundschule in Groß Berkel während der Sommerferien gegen ihren ehemaligen Arbeitsplatz im Schwimmbad eingetauscht. „Ich freue mich sehr, dass das Freibad wieder öffnen konnte und ich leiste hier gern Unterstützung bei der Aufsicht“, sagt sie.

Und damit nicht genug der schönen Erinnerungen: Auch der „Dreier“ ist mittlerweile am Rand des Sprungbeckens installiert. Auf die Attraktion eines Drei-Meter-Sprungturms musste das Aerzener Freibad bereits über Jahre hinweg verzichten. Der alte Turm war bereits vor dem großen Brand, der 2013 das Freibad nahezu komplett zerstört hatte, abgängig und konnte nicht mehr benutzt werden. Noch sind letzte Restarbeiten nötig, bevor ein kühner Sprung in das gar nicht so kühle Nass gewagt werden kann, aber das rot-weiße Absperrband verrät bereits: Lange kann es nicht mehr dauern.

Für hungrige Wasserratten hat das Warten bereits ein Ende, denn Nicole Schäfer hat ihren Verkaufswagen bereits seit dem Wochenende geöffnet. Damit gehört nun auch der von vielen Badegästen oft bemängelte Versorgungsengpass mit Pommes, Brat- und Currywurst, Eis, Getränken und Gebäck der Vergangenheit an, wie Aerzens Bürgermeister Bernhard Wagner hofft. Die Betreiberin des Imbisswagens ist für viele Jugendliche keine Unbekannte. Sie führt auch den Kiosk in der Aerzener Schule im Hummetal. Während einige Badegäste zufrieden in Erinnerungen schwelgen, entdecken die Kinder und Jugendlichen ihre Badeanstalt, die übrigens auch vom heutigen Nachwuchs genau wie von früheren Generationen liebevoll nur „Batze“ genannt wird, neu.

Greta zum Beispiel feiert mit ihrem Freundeskreis bei sonnigen 25 Grad Außentemperatur und ähnlichen Wasserwerten im Freibad ausgelassen ihren neunten Geburtstag. Auch das war in den vergangenen drei Jahren im Sommer so nicht mehr möglich. Und wenn die Fachfirma Landwehr in den kommenden Tagen die bereits gelieferten wasserspeienden Tiere auf dem Splash-Pad installiert hat, gibt es auch für die Kleinen unter den Badegästen noch mehr Entdeckerpotential. Dann bekommt die Palme, über deren Blätter das Wasser wie ein Schauer rinnt, Gesellschaft von einer Schnecke, einer Schildkröte und einem Fisch. Positive Zahlen kann auch Aerzens Bürgermeister Bernhard Wagner beisteuern. „Wir konnten bereits kurz nach der Eröffnung die Eintausender-Marke bei den Tagesgästen knacken“, teilt er erfreut mit.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare