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So wollen Politik und Verwaltung Kosten in den Griff bekommen / Was wird aus den Schwimmbecken?

Neue Freibad-Pläne: Mit spitzer Feder gerechnet

Aerzen. Jetzt haben die Politiker das Wort: Ein Fachbüro stellt ihnen heute verschiedene Möglichkeiten vor, wie der Wiederaufbau des Aerzener Freibades und die Sanierung der Schwimmbecken aussehen könnten. Die Bandbreite ist groß. Vor allem aber ging es den Planern laut Auftrag darum, die Kosten in den Griff zu bekommen, um wenigstens im nächsten Jahr den Badegästen wieder das Schwimmen unter freiem Himmel zu ermöglichen. Die aktuelle Saison für diesen Sommer war bekanntlich erst im Mai offiziell abgehakt worden, da die Ausgaben aus dem Ruder gelaufen waren.

veröffentlicht am 16.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.06.2017 um 19:09 Uhr

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Autor:

Christian Branahl und Jörg Hofmeister (Grafik)
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Laut Bürgermeister Bernhard Wagner hatte die Verwaltung das Planungsbüro beauftragt, neue Varianten zu prüfen. Dabei galt es zum einen, die im Haushalt veranschlagten Kosten in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro einzuhalten. Zum anderen sollten die Zeitabläufe so ermöglicht werden, damit das Freibad zur Saison 2016 in Betrieb gehen kann, wobei „ich mich aber nicht auf einen genauen Termin festnageln lasse“, sagt Wagner.

Sechs Möglichkeiten werden im politischen Fachausschuss des Rates heute ab 18.30 Uhr im Rathaus vorgestellt. Eine Variante geht auf Überlegungen aus der Politik zurück: Ob auf ein neues Gebäude verzichtet werden kann, wenn die Sanitär- und Umkleideräume im benachbarten Hallenbad genutzt werden. Theoretisch möglich aus Sicht der Planer, aber wenig sinnvoll, wie die Verwaltung meint. Aus der Bevölkerung kam ein weiterer Vorschlag, der auf dem Naturerlebnisbad in Lauenstein aufbaut. Auf dem Gelände sollten die Becken durch einen Schwimmteich ersetzt werden. Wahrlich keine Sparlösung, sondern schon jetzt die teuerste Variante. Und dabei gehen die Planer nur von einer Kapazität von maximal 400 Badegästen aus, eine Zahl, die an heißen Sommertagen weit überschritten wird.

Die anderen Pläne haben nach Ansicht der Verwaltung eher Chancen, wobei sie die dritte Variante favorisiert. Grundsätzlich gemein ist ihnen, dass am Umkleide- und Sanitärbereich gespart werden soll. Überlegungen spielen in unterschiedlichen Modellen eine Rolle, die derzeit überdimensionierten und für wesentlich höhere Besucherzahlen ausgelegten Schwimmbecken zu reduzieren. Damit ließen sich langfristig Betriebskosten sparen. Beispielsweise informierten sich Politiker und Verwaltung jüngst im Freibad Coppenbrügge, wo man vor wenigen Jahren ähnlich vorgegangen ist. Außerdem gibt es verschieden teure Möglichkeiten, die Becken zu sanieren. Auch hier ist es eine Kostenfrage auf Sicht: Die teurere Lösung hält auch länger. Was bei allen Varianten identisch ist: Mit einem sogenannten Splashpad soll für Kinder auf dem Freibadgelände eine Wasserspiellandschaft entstehen, finanziert durch eine Spende in Höhe von 50 000 Euro. Der Bürgermeister hofft, dass heute eine Grundsatzentscheidung getroffen wird. Das betrifft auch das Ja zum Wiederaufbau. „Sonst verlieren wir sehr viel, was Aerzen attraktiv macht“, wiederholt Wagner. Auch wäre es wichtig, dass sich die Politiker möglichst auf eine Variante einigen können, um den Zeitplan einzuhalten. „Da sind Abläufe zu organisieren, Fristen einzuhalten“, begründet er die weiteren Schritte für die Planer. Details könnten ja immer noch geklärt werden.

Mit Interesse beobachtet er gleichzeitig, wie sich in Aerzen Einwohner für das Freibad einsetzen. Dafür hat sich im sozialen Netzwerk Facebook die „Interessen-Gemeinschaft Freibad Aerzen“ gegründet. Nach eigener Darstellung wollen die Mitglieder „Ideen und Vorschläge für eine neue Gestaltung mit einbringen, aber auch Ideen sammeln, um zukünftig mehr Besucher in das Bad zu locken“. Die weitere Entwicklung der Initiative bleibe abzuwarten, aber grundsätzlich positiv einzuschätzen, meint der Bürgermeister. Ob finanzielle Hilfe oder organisatorische Unterstützung, durch Veranstaltungen die Attraktivität zu steigern – beides sei sinnvoll und wichtig. Zumindest aber steckt hinter der Initiative ein deutliches Signal, wie Wagner sagt: „Die Bevölkerung zeigt, dass sie sich das Freibad wünscht.“

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