weather-image
10°
Einen Monat nach Feuer: Erste Überlegungen für Konzepte / Ziel: Langfristig Kosten sparen

Freibad-Saison steht noch in den Sternen

Aerzen. Bürgermeister Bernhard Wagner geht davon aus, dass in diesem Monat die politischen Beratungen über das Aerzener Freibad beginnen, dessen Infrastruktur vor einem Monat nach einem technischen Defekt ein Raub der Flammen geworden ist.

veröffentlicht am 10.01.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 07.06.2017 um 18:32 Uhr

270_008_6842293_lkae104_1001.jpg
Christian Branahl

Autor

Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Ihm ist bewusst, dass es durchaus eine Debatte in der Bevölkerung über die Zukunft gibt, die Freizeiteinrichtung für die Gemeinde auch „ein Riesenzuschussgeschäft“ bedeutet, meint er über die hohen finanziellen Belastungen. „Mein persönliches Ziel ist es, das Freibad zu erhalten“, gibt der Bürgermeister als Leitlinie vor. Wenn aber nun ein Wiederaufbau durch die Zerstörungen des Brandes notwendig werde, müsse dies auch als Chance gesehen werden, durch geeignete Konzepte die Betriebskosten des Bades zu senken.

Mit möglichen Zeitplänen hält er sich vorsichtig zurück. Und: Es liegt nicht nur an den Feiertagen, dass nach dem Feuer am 11. Dezember das Stadium noch nicht über Überlegungen hinausgekommen ist. Eine Kommune muss sich an andere Regeln halten als eine Privatperson: Sogar für die Aufräumungsarbeiten muss eine Ausschreibung erfolgen, um mit den damit verbundenen Fristen die wirtschaftlich günstigste Firma zu beauftragen, wie Wagner als ein Beispiel nennt und was auch für künftige Aufträge mit entsprechendem Zeitaufwand gelten werde. Und: Zwar hatte die Polizei bereits wenige Tage nach dem Feuer die Schadenshöhe auf rund eine Million Euro beziffert, doch das offizielle Ergebnis der Versicherung steht noch aus. Die Gemeindeverwaltung erwartet die genaue Summe voraussichtlich Anfang, Mitte Februar. Dann erst könne über die Pläne konkret beraten werden. „Was kosten sie, was zahlt die Versicherung, was bleibt bei der Gemeinde?“, zählt der Bürgermeister auf.

Die Schwimmbecken sind offenbar nicht beschädigt worden. Die Sorge, dass das im Winter als Frostschutz dienende Wasser nach dem Löscheinsatz schadstoffbelastet sein könnte, hat sich nicht bestätigt. Sonst hätte das Wasser als Sondermüll beseitigt werden müssen. Der Brand hatte nicht nur den Umkleide- und Sanitärbereich zerstört, sondern auch den Technikraum. Und das bedeutet das größte Problem, das einer Freibad-Saison in diesem Sommer im Wege steht, auch wenn einige Rathausmitarbeiter sie für möglich halten. Wagner zeigt sich vorsichtiger mit Prognosen. Der Umkleide- und Sanitärbereich könnte durch Container ersetzt, unter gewissen Umständen die nicht barrierefreien Räume im Hallenbad genutzt werden. Aber: „Wir müssen die Wasserqualität sicherstellen“, verweist Wagner auf die zerstörte Filtertechnik. Grundsätzlich sei es zumindest „ein Glück“, dass Aerzen zusätzlich über ein Hallenbad verfüge. Der Schul-, Vereins- und Gesundheitssport sei damit gesichert, meint der Bürgermeister.

Grundsätzlich gehe es der Verwaltung darum, in Ruhe „vernünftige Konzepte zu entwickeln“, um durch Optimierungen langfristig Geld zu sparen. Betriebsabläufe könnten geändert, Teilbereiche des Frei- und Hallenbades in unmittelbarer Nachbarschaft gemeinsam genutzt werden. Als Beispiel nennt er möglicherweise einen Eingangsbereich, der zusammen für beide Einrichtungen dient, wobei das ein ungeprüfter Vorschlag sei. Und was das Finanzielle betrifft: Aerzen bilde zusammen mit Emmerthal ein Netzwerk für das „Interkommunale integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept“, für das „relativ kurzfristig“ Fördergelder bereitgestellt werden könnten. Das sei zwar noch nicht abgestimmt, doch theoretisch eine Möglichkeit, gemeindeübergreifende Infrastruktur zu fördern. „Wir haben ja nicht so viele Freibäder in der Region“, sagt Wagner, der unter Hinweis auf die vielen Besucher aus den angrenzenden Kommunen hinzufügt: „Und schon gar nicht so ein Schmuckstück.“ 

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare