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In Aerzen alles nach Plan

Farbe im Freibad

AERZEN. Einmal so leuchten wie der Chicago River am St. Patrick’s Day, das Aerzener Freibad hat es am Donnerstag getan. Nachdem der Färbetest am Dienstag unter anderem aufgrund der frostigen Temperaturen abgebrochen werden musste, lief zwei Tage später alles nach Plan:

veröffentlicht am 08.12.2016 um 14:23 Uhr
aktualisiert am 07.06.2017 um 13:09 Uhr

Fluoreszierendem Uranin färbt das Wasser neon-gelb-grün. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Als erstes verfärbte sich das Wasser des neuen kombinierten Plansch- und Nichtschwimmerbeckens binnen einer Viertelstunde von azurblau in neon-gelb-grün. Im Anschluss strömte dann auch aus den Düsen des Schwimmerbeckens das eingefärbte Wasser. Zu einem Sprung in die Fluten lud das neue Freibad eine halbe Stunde nach Beginn des Färbetests nun wirklich nicht mehr ein. Eher erinnerte die Farbe des Wassers an den berühmten Glibberschleim aus der Dose.

Zur Überprüfung des Wasserkreislaufs der neuen Außenbecken wurde am Donnerstag der vorgeschriebene Färbetest durchgeführt. Zum Zeitpunkt der technischen Inbetriebnahme oder bei Änderungen an der Anlage in öffentlichen Bädern muss ein solcher Test durchgeführt werden, um sicher zu stellen, dass der Wasserkreislauf einwandfrei funktioniert, damit später während des Badebetriebs eingebrachte Zusätze wie beispielsweise Chlor auch jeden Winkel des Beckens erreichen. Beim Färbetest in Aerzen erfolgt die Einfärbung mit fluoreszierendem Uranin, das das Wasser neon-gelb-grün einfärbt. Das wasserlösliche Natriumsalz des Fluoresceins, ein fluoreszierender Farbstoff aus der Gruppe der Xanthenfarbstoffe, trägt den Namen Uranin und ist ein vielfältig verwendeter gelber, unter UV- und Tageslicht grün fluoreszierender Farbstoff. Jährlich am 17. März, dem St. Patrick’s Day, beispielsweise wurde der Chicago River, der durch Chicago fließt, mit demselben Färbemittel grün eingefärbt.

Aufgrund einer Intervention wird das Uranin hier aber mittlerweile durch einen anderen Farbstoff ersetzt. Alternativ wäre auch Eriochromschwarz eine Farbalternative für den Färbetest im Schwimmbad gewesen, wie Jessica Simon von der Planungsgruppe VA mitteilt, die den Wiederaufbau des Freibades planerisch begleitet. Dann hätte sich das Wasser allerdings schwarz-lila verfärbet, was wiederum an den Tintenschwall eines Oktopus erinnert hätte. „Vor der Durchführung des Tests wird der Chlorgehalt im Beckenwasser auf Null gesenkt und den Farbstoff beeinträchtigende Filtermedien innerhalb des Kreislaufes überbrückt. Die Einbringung der Farblösung erfolgt über die Chlordosierpumpe in das Reinwassersystem der Wasseraufbereitungsanlage. Nach Einbringung des Farbstoffes muss innerhalb von 15 Minuten eine vollständige und gleichmäßige Verteilung erreicht werden. Nur dann gilt der Test als bestanden“, erklärt Jens Grünke von der mit dem Einbau der Bädertechnik beauftragten Firma Landwehr Wassertechnik aus Schöppenstedt. Sowie Chlor dem Wasser wieder beigefügt wird, verschwindet die neon-gelb-grüne Einfärbung, erläutert der Fachmann weiter.

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Auf den ersten Blick scheint der Färbetest – zumindest aus Sicht des Laien – geklappt zu haben. Der abschließende Bericht des Gesundheitsamtes wird endgültige Klarheit schaffen. Die neue Defenderfilteranlage der Aerzener Bäder, ein sogenannter Druckanschwemmfilter, wurde bisher lediglich in zwei weiteren Bädern in Deutschland eingebaut: In einem öffentlichen Bad in Berlin-Neukölln und in Rust in einer Hotelanlage des dortigen Freizeitparks. Und der Temperaturumschwung der letzten Tage scheint nicht nur auf die Durchführung des Färbetests positive Auswirkungen gehabt zu haben: Quasi über Nacht wuchs auf der neuen Wasserspielwelt eine Palme in die Höhe. Aus ihr wird in der kommenden Freibadsaison auf Anforderung per Fußtaster Wasser sprudeln, wie Claudia Staske vom Eigenbetrieb Wasser des Fleckens Aerzen verrät.

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