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Nach dreieinhalb Jahren Warten: In zehn Tagen steigt Eröffnungsfest / Mächtig Bewegung der Baustelle

Endspurt im Freibad

AERZEN. Ein Gefühl, das jeder Häuslebauer kennt – plötzlich rennt kurz vor dem Ziel die Zeit davon. Und doch erlebt Bürgermeister Bernhard Wagner den Endspurt auf der Freibad-Baustelle kurz vor der Eröffnung am 17. Juni unter deutlich höherem Druck. „Alle blicken darauf“, sagt er. „Die Erwartungshaltung ist groß.“

veröffentlicht am 06.06.2017 um 15:12 Uhr
aktualisiert am 07.06.2017 um 13:11 Uhr

Unter Hochdruck: Den Handwerkern bleibt nur noch wenig Zeit, die restlichen Arbeiten abzuschließen. Foto: cb
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Immer neue Probleme, die sich ergeben, oft überraschend. „Natürlich gibt es immer noch Risiken“, meint Wagner. Dennoch: Die Fakten sind geschaffen. Plakate werben für das Freibad-Fest am 17. Juni, mit dem die Aerzener ihre bei einem Großbrand zerstörte Freizeiteinrichtung wieder in Besitz nehmen wollen. Die Einladungen für die offizielle Feierstunde tags zuvor mit Handwerkern und Nachbarn, Gemeinde und Politik sind verschickt.

Auf der Baustelle herrscht Hochbetrieb. „Da zuckt man manchmal zusammen“, sagt der Bürgermeister über unvorhergesehene Ereignisse aus den vergangenen Wochen – und hofft, dass die Zahl der Überraschungen abnimmt. Ob im Gebäude oder an der Technik: Längst nicht alle Arbeiten sind abgeschlossen, letztendlich muss am Schluss auch das Gesundheitsamt sein Okay für die Qualität des Badewassers geben.

Die Zahl der Neugierigen, die einen Blick über die Zäune des Freibadgeländes riskieren, nimmt zu. „Alle, die schauen, sagen: Das wird ein schönes Bad“, meint Wagner. Natürlich weiß er, dass manche dem großen Schwimmerbecken nachtrauern. Und natürlich werde ab dem 17. Juni nicht mehr alles wie früher sein. Anders halt, mit weniger Wasserfläche, aber moderner, für günstigere Betriebskosten konzipiert und den heutigen Ansprüchen angepasst. Die Zahl der Badegäste selbst sei sogar an den heißen Sommertagen (Wagner: „Unter Volllast fahren wir nur an wenigen Tagen“) rückläufig gewesen. 3000 bis 4000 Besucher an Spitzentagen wie früher? Diese Rekorde sind lange her, wie der Bürgermeister sagt. Für die meisten sei besonders die große Liegewiese wichtig. Hinzu kommen nun Attraktionen, die das sanierte und umgebaute Freibad besonders für Familien attraktiv machten – zum Beispiel durch das Splashpad, die Wasserspiellandschaft für Kinder.

Der Eröffnungstermin am 17. Juni rückt näher, jeden Tag sind Änderungen auf der Baustelle zu sehen. Foto: cb
  • Der Eröffnungstermin am 17. Juni rückt näher, jeden Tag sind Änderungen auf der Baustelle zu sehen. Foto: cb
Freibad Aerzen
  • Freibad Aerzen
Endspurt: das Freibad kurz vor der Wiedereröffnung. Foto: cb
  • Endspurt: das Freibad kurz vor der Wiedereröffnung. Foto: cb
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Freibad Aerzen
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  • Freibad Aerzen
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Der Eröffnungstermin am 17. Juni rückt näher, jeden Tag sind Änderungen auf der Baustelle zu sehen. Foto: cb
Freibad Aerzen
Endspurt: das Freibad kurz vor der Wiedereröffnung. Foto: cb
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Freibad Aerzen
Freibad Aerzen
Freibad Aerzen

Dafür wurde die Geduld aber auch überstrapaziert. Dreieinhalb Jahre für den Wiederaufbau, den Eröffnungstermin zuletzt im vergangenen Spätsommer kurzfristig verschoben. Der Bürgermeister weiß um die damalige Stimmung bei den Aerzenern, die er nachvollziehen könne. „Ärgerlich, na klar“, sagt er. Nachdem sich die Arbeiten dem Ende zuneigten, herrsche aber immer mehr die Meinung: „Hauptsache, wir haben unser Bad wieder“, zitiert Wagner. Dabei sei das gar nicht so selbstverständlich.

Als das Freibad im 11. Dezember 2013 in Flammen stand, gehörte der Bürgermeister mit zu den ersten, die am Brandort eintrafen. Die Erinnerungen daran wollen nicht verblassen, da ja ohnehin in den Wochen zuvor ein Brandstifter in der Region Angst und Schrecken verbreitete, sich aber später ein technischer Defekt als Ursache für das Feuer im Freibad herausstellte. Im ersten Augenblick herrschte bei ihm zunächst Erleichterung, dass niemanden etwas passiert war, wie er zurückblickt. Und dann das Gefühl trotz des Großeinsatzes und des Flammenmeeres: So dramatisch könnten die Folgen für den Betrieb des Freibades nicht sein, vielleicht eine Saison, die ausfalle.

Aber bald drehten sich die Diskussionen ums Grundsätzliche, wie sich schnell herausstellte. Es ging ja nicht nur um Technik und Räumlichkeiten, die durch den Brand zerstört worden waren. Das Bad, 1971 eingeweiht, war nach Jahrzehnten Betrieb auf Abruf, eine Sanierung überfällig. Kann sich die Gemeinde das Bad noch leisten? Und wenn ja, in welcher Form? „Von daher war es schön, dass in der Politik Konsens herrschte für den Wiederaufbau“, meint er über den Entschluss, das Freibad mit Geldern der Versicherung, der Gemeinde und der EU auf Zukunft zu erhalten.

Und er weiß, dass es noch unangenehme Diskussionen geben könnte. Lange Zeit habe es ausgesehen, als seien die Kosten für den auf 2,2 Millionen Euro veranschlagten Wiederaufbau im Griff, immer wieder hieß es vom Architektenbüro bei den Aufträgen: Günstiger als erwartet. Nun aber könnten die Gesamtausgaben gut 400 000 Euro über dem Budget liegen.

Was noch Nachwehen für Politiker, Gemeinde und Bauverantwortliche bedeuten könnte, dürfte den meisten Aerzenern weitgehend egal sein – ihnen geht es darum, mit steigenden Temperaturen und bevorstehenden Sommerferien das Freibad nutzen zu können. Längst nicht alles wird im optimalen Zustand sein auf der Anlage, aber dem Badespaß dürfte nichts im Wege stehen. Die Vorfreude auf das Schwimmvergnügen unter freiem Himmel steigt. Klar, wie bei den Planungen für das Fest in zehn Tagen deutlich wird: Über 20 Vereine, Verbände, Organisationen und Einrichtungen wollen daran aktiv mitwirken. „Es bleibt das Freibad aller Aerzener“, sagt der Bürgermeister. „Und das freut mich.“

Endspurt im Aerzener Freibad from Dewezet on Vimeo.

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