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Noch viele Fragezeichen nach Freibad-Brand / Politiker beauftragen Verwaltung mit Planungen zum Wiederaufbau

Der Sommer kann warten

Aerzen. Der Wiederaufbau des Aerzener Freibades nimmt die erste politische Hürde: Der zuständige Fachausschuss des Gemeinderates beauftragte die Verwaltung einstimmig, einen Planungsauftrag zu erteilen. „Ich freue mich, dass Einvernehmen besteht, das Freibad zu erhalten“, sagte Bürgermeister Bernhard Wagner. „Darüber werden viele froh sein.“

veröffentlicht am 22.01.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 07.06.2017 um 18:28 Uhr

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Obwohl konkrete Schritte noch offen sind, wie die Schäden nach dem Feuer am 11. Dezember zu beseitigen sind, laufen die ersten Vorbereitungen. Erster Gemeinderat Andreas Wittrock berichtete, dass vor wenigen Tagen Gespräche mit einem Fachingenieurbüro geführt worden seien, das auch die Technik im Hallenbad geplant habe; ein weiteres Büro solle beauftragt werden, Angebote einzuholen. Die Experten hätten bestätigt, was bereits vermutet worden sei: Die Technik des Freibades habe einen Totalschaden erlitten, neben den zerstörten Sanitär- und Umkleideräumen das Herzstück der Einrichtung. Kundig gemacht habe sich die Verwaltung außerdem in Bad Pyrmont, wo es in der Hufelandtherme und in noch früherer Zeit im Freibad Brände gegeben habe. Immer wieder werde betont: Die architektonische Leistung sei nur das Anhängsel der Technik, meinte Wittrock.

Letzten Aufschluss über den Zustand der technischen Einrichtungen soll allerdings eine Überprüfung ergeben, sobald der Brandschutt beseitigt worden ist. Eine Firma solle dazu demnächst beauftragt werden. Weiteres Fragezeichen, das mit dem Freibad weiterhin verbunden ist: Zwar hat die Polizei im Zuge ihrer Ermittlungen den Schaden auf eine Million Euro geschätzt, doch will die Versicherung voraussichtlich Ende des Monats exakte Zahlen nennen, wie der Erste Gemeinderat berichtete. „Wir wissen, dass es ein Totalschaden ist, aber nicht, wie hoch die Summe ist“, sagte Wittrock.

Planen hingegen müssen Verwaltung und Politik bei den Finanzen für den Haushalt, um bei Bedarf überhaupt Aufträge erteilen zu können. Von daher sind die Zahlen eher „aus der Luft gegriffen“, wie der Bürgermeister meinte. Bei den Einnahmen sieht die Gemeinde eine Million Euro von der Versicherung vor, für den Wiederaufbau sind 1,5 Millionen Euro einkalkuliert. Für die Differenz ist ein Darlehen in Höhe von 500 000 Euro vorgesehen.

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Bei den Planungen für den Haushalt der Gemeindewerke, zu denen die Bäder gehören, wurden die Politiker am Dienstag wieder mit Zahlen konfrontiert, die den jährlichen Zuschussbedarf dokumentieren: Rund 400 000 Euro für das Hallenbad, gut 300 000 Euro beträgt das Minus beim Freibad – Summen, die regelmäßig für Bauchschmerzen in der Politik sorgen. Dennoch: Der Rat hält daran fest. Das Freibad müsse wieder instand gesetzt werden, sagte Burkhard Schraps für die SPD/Grünen-Mehrheitsgruppe – „es gibt kein besseres im Landkreis“. Geprüft werden sollte, ob eventuell über mobile Containerlösungen der Badebetrieb noch im Sommer ermöglicht werden könnte, um in Ruhe die weitere Zukunft zu planen, schlug Schraps vor. Allerdings nur, wenn dadurch keine zusätzlichen Kosten entstehen würden, wie Friedel-Curt Redeker einschränkte, der für die CDU aber grundsätzlich ebenfalls an der Freizeiteinrichtung festhält.

Bei allen provisorischen Planungen für einen Freibad-Betrieb stehe die Technik als Hauptproblem im Mittelpunkt, wiederholte Wagner. Eine ausreichende Wasserqualität müsse gesichert sein – „da achtet das Gesundheitsamt drauf“. Auch wenn Mitarbeiter im Rathaus durchaus optimistisch seien, das Bad im Sommer wieder zu öffnen, so bleibe er skeptisch, meinte Wagner bei der Sitzung, die auch größeres Besucherinteresse gefunden hatte. „Wir prüfen aber, ob Möglichkeiten bestehen.“ cb

Voraussichtlich Totalschaden: Die Technik des Bades, die, wie es heißt, wichtiger ist die Gebäude selbst. Wal

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