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Sommer in Aerzen – und von Wasser im Freibad noch keine Spur

Bauen statt Baden

AERZEN. Noch bestimmen Bauarbeiter das Bild im Aerzener Freibad. Wenig deutet darauf hin, dass dort bald Schwimmer ihre Bahnen ziehen, Kinder fröhlich planschen können. Und doch ist die Gemeinde zuversichtlich: Noch in diesem Jahr soll das Bad in Betrieb genommen werden.

veröffentlicht am 24.07.2016 um 18:53 Uhr
aktualisiert am 07.06.2017 um 13:06 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Manchmal finden sich nach langer Zeit unverhofft Dinge wieder, die daran erinnern, was gerade nicht geht: Eine Eintrittskarte für das Freibad in Aerzen zum Beispiel – allerdings für die Saison 2007/2008. Blickt man auf den Juli vor neun Jahren zurück, war der Sommermonat sehr nass und nur mäßig warm. Vielleicht ein Grund dafür, warum die Zehner-Karte nur sechsmal benutzt wurde. In den letzten Tagen hat sich das Thermometer um die 30 Grad-Marke eingependelt und in den Freibädern der Region herrscht Hochkonjunktur – auch in Aerzen! „Wie bitte?“, mag da mancher ungläubig fragen. Doch hier sind es nicht die Badegäste, die die Freizeiteinrichtung bevölkern, sondern Bauarbeiter und Handwerker. Die Betonbauer der Firma Steinmann haben damit begonnen, die Fundamente für das neue Gebäude zu gießen und vorbereitende Arbeiten für die Wassererlebniswelt „Splash-Pad“ anzustoßen. Die vielen Rohre, die das zukünftige Plansch- und Nichtschwimmerbecken durchziehen, hat die Firma Landwehr installiert. Während sich die Baustellenbeobachter fragen, was es mit dem Rohrgewirr auf sich hat, liefert Claudia Staske vom Eigenbetrieb Wasser des Fleckens Aerzen die Antwort: „Das sind die Bodendüsen. An den unterschiedlichen Höhen kann man bereits jetzt die zukünftigen Beckentiefen erkennen“, erklärt sie. Während das neue kombinierte Plansch- und Nichtschwimmerbecken sowie die Attraktionen vom Boden her mit Frischwasser versorgt werden, bekommt das zukünftige Schwimmer- und Sprungbecken eine Querdurchströmung. „Das recycelte Material des alten Nichtschwimmerbeckens wird für die Verfüllung zwischen den Bodendüsen verwendet. Das spart Kosten. Anschließend wird noch eine Betondecke in das zukünftige Plansch- und Nichtschwimmerbecken gezogen, bevor die Fachfirma die hellblaue Folie einbauen kann“, erläutert Claudia Staske die weiteren Bauschritte.

Mittlerweile ist die Firma Tetje Böger damit beschäftigt, den Bereich rund ums einzige verbleibende Becken des Aerzener Freibades wieder zu verfüllen. „Um die neuen Wasserzu- und -ableitungen sowie die Energieversorgung verlegen zu können, waren erst einmal umfangreiche Erdarbeiten notwendig. In diesem Zuge haben wir auch gleich einen Teil des Schmutz- und Regenwasserkanals der Siedlung „auf der Liere“, die vom Hopfen- bis zum Eichenweg reicht, erneuert. Die Regenwasserableitung vom Hauptsammler zum Grießebach verläuft direkt über das Freibadgelände“, berichtet die Mitarbeiterin des Fleckens Aerzen.

Und die vielen bereits abgeschlossenen Arbeiten im Inneren des Hallenbades bleiben vor den neugierigen Blicken der Baustellentouristen völlig verborgen. Hier wurde beispielsweise die Elektrik für die ins Freibad führende Technik neu installiert, Pumpen und Filter sind mittlerweile einsatzbereit und auch die unzähligen neuen Verrohrungen sind bereits vollständig verlegt worden. „Viele der Arbeiten wurden von unserm Bauhof-Fachpersonal erledigt, um Kosten zu sparen“, berichtet Claudia Staske, die zuversichtlich auf die geplante Fertigstellung und Inbetriebnahme des Freibades in wenigen Wochen blickt.

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  • Keine Badegäste – und dennoch Hochbetrieb: Bauarbeiter bevölkern die Baustelle. Foto: sbr
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  • Die Liegewiese des Aerzener Freibades ist dank der regelmäßigen Pflege durch den Bauhof einsatzbereit, das Becken und die Wasserlandschaft leider noch nicht. Das soll sich aber laut Aussage der Verwaltung in wenigen Wochen ändern. Foto: sbr

Auch Aerzens Bürgermeister Bernhard Wagner ist nach wie vor davon überzeugt, „dass da in diesem Jahr noch jemand reinspringen wird.“ Der Flecken Aerzen will und muss das neue Freibad noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen. Ein Probelauf und ein Funktionstest sind unmittelbar nach der Fertigstellung notwendig, auch wenn dann in anderen Bädern die Freiluftsaison eventuell bereits abgeschlossen sein wird. Bernhard Wagner macht noch einmal deutlich, dass der Wiederaufbau nach dem Brand einen Kraftakt für den Flecken Aerzen darstellt – sowohl finanziell als auch in Bezug auf die Personaleinbindung. „Ich freue mich für die Menschen vor Ort und in der Region, dass Politik und Verwaltung gemeinsam alles daran gesetzt haben, den Wiederaufbau voranzutreiben. Das war nach dem Brand nicht immer ganz einfach. Schön das es dennoch gelungen ist, die Infrastruktur zu erhalten“, so der Bürgermeister.

Und noch eine positive Nachricht kommt aus dem Rathaus: Bis zum Spätsommer soll der neue Lift installiert sein, der zukünftig den Eingangsbereich des Frei- und Hallenbades mit der Physio-Praxis und der Kassenzone des Hallenbades barrierefrei verbindet. „Das Brandschutzgutachten ist erstellt, die Baugenehmigung wurde erteilt und der Lift ist bestellt“, berichtet Claudia Staske.

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