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Arbeiten wecken Kindheitserinnerungen

Abriss am Freibad Aerzen hat begonnen

Aerzen. Seit dem 23. Mai ist im Aerzener Freibad der Abrissbagger im Einsatz. An der Stelle des Nichtschwimmerbeckens soll eine neue Wasserspiellandschaft für Kinder entstehen, das zweite Becken von Schwimmern und Nichtschwimmern genutzt werden. Die Eröffnung ist weiterhin für August geplant.

veröffentlicht am 25.05.2016 um 14:10 Uhr
aktualisiert am 07.06.2017 um 13:06 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Das spricht sich schnell herum in Aerzen: Der Abrissbagger leistet seit Montag ganze Arbeit auf dem Gelände des Freibades. Unübersehbar. Unüberhörbar. Stück für Stück nagt schweres Gerät auf dem Grund des Nichtschwimmerbeckens, das beim Wiederaufbau keine Zukunft mehr hat. Während bislang kaum sichtbar zunächst die Technik als größter Ausgabebrocken der Investition im benachbarten Hallenbad installiert wurde, gilt der Bagger den Einwohnern als Zeichen für den Baufortschritt. Erster Gemeinderat Andreas Witt-rock spricht von vorbereitenden Arbeiten. Dort, wo bislang das Nichtschwimmerbecken war, entsteht nach dem Abriss das sogenannte Splashpad, eine Wasserspiellandschaft für Kinder als neue Attraktion.

Gemischte Gefühle verbindet Marina-Carina Larosa-Kuhs mit dem Blick auf das Freibadgelände – Erinnerungen an ihre Kinderzeiten, ein wenig mit Bedauern, dass künftig das Nichtschwimmerbecken nicht mehr bestehen wird, aber grundsätzlich froh, dass die durch ein Großfeuer zerstörte Freizeiteinrichtung überhaupt wieder aufgebaut wird. „Ich habe sehr, sehr viele Sommer meiner Kinder- und Jugendzeit im Freibad Aerzen verbracht“, berichtet Larosa-Kuhs, die hier aufgewachsen ist, später für 16 Jahre in Celle lebte und im vergangenen Jahr zusammen mit ihrer zehnjährigen Tochter „in meine geliebte Heimat“ zurückgekehrt ist. Jahrgang 1973, war sie selbst noch nicht geboren, als wohl einen Sommer zuvor das Foto im Nichtschwimmerbecken entstanden ist. Es zeigt ihren inzwischen verstorbener Vater Sebastiano Larosa mit ihrer großen Schwester Angelika.

Das Bild spricht sinnbildlich für die eigenen Erlebnisse, die Marina-Carina Larosa-Kuhs wie viele andere Aerzener dort hatte. „Wir haben dort oft den ganzen Tag verbracht und kamen erschöpft, aber glücklich nach Haus zurück“, berichtet sie. „Brav in die riesige Schlange angestellt vor der Rutsche“, wie sie sich „immer mit meinem Schwimmreifen mich im Kreis drehte in diesem Becken“, „meine ersten Schwimmübungen“. Als sie Ende 2013 von dem Brand erfuhr, war „ich doch traurig, weil auch ein Stück Kindheit von mir damit in den Flammen aufging“, meint sie. Nun freue sie sich, dass das Freibad wieder aufgebaut werde, wenn auch nicht so wie früher. Larosa-Kuhs: Nun wolle sie mit ihrer Tochter dort viele Sommer verbringen. Damit sie später „ihren Kindern einmal erzählen kann, dass sie dort schwimmen war, als sie klein war“, wie die Mutter meint.

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  • Auch nach dem Bau des ersten Freibades mussten sich die Aerzener bis August gedulden, bis 1971 eine kurze Saison startet. „Wahre Völkerwanderung am Eröffnungstag“, schrieb vor 45 Jahren die Dewezet.
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  • Anfang September 1971 fand die offizielle Eröffnung des Freibades statt. „Möge das Freibad Aerzen für alle Zukunft den Menschen zur Erholung und Gesunderhaltung dienen“, sagte damals der frühere Bürgermeister.
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  • Platz für Neues: Ein Abrissbagger beseitigt das Nichtschwimmerbecken. Dort entsteht eine Wasserspiellandschaft für Kinder. Foto: cb

Doch noch ist etwas Geduld gefragt, bis die Aerzener das künftige Kombibecken, dann für Schwimmer und Nichtschwimmer gemeinsam, lockt und die gesamte Freibadanlage fertig ist. Wann der eigentlich ab Ende Mai geplante Beginn für die Rohbauarbeiten der Schwimmbadgebäude startet, steht noch nicht ganz genau fest, wie Erster Gemeinderat Wittrock sagt. Aber die Planer halten am August als Start für eine kurze Badesaison fest. Übrigens: Als 1971 der Neubau des Bades erfolgte, mussten die Aerzener auch bis August warten, bis sich erstmals die Pforten öffneten. „Wahre Völkerwanderung am Eröffnungstag“, schrieb am 9. August vor 45 Jahren die Dewezet.

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