weather-image
22°
Warum Immissions-Messungen an den Häusern rund um Coppenbrügges Windpark auf sich warten lassen

Alle wollen – nur der Wind nicht

COPPENBRÜGGE. Eigentlich sollte es ja schon Anfang November 2015 losgehen mit den Messungen der Geräuschbelästigungen am Coppenbrügger Windpark. Und während im Oktober 2017 bereits gemessen wurde, welche Lärmpegel die sich drehenden Windräder erzeugen stehen die versprochenen Immissionsmessungen immer noch aus. Die leidenden Betroffenen haben für das Versäumnis kein Verständnis.

veröffentlicht am 14.08.2018 um 15:46 Uhr
aktualisiert am 14.08.2018 um 19:00 Uhr

Was kommt vom Lärm der Windräder in Coppenbrügges Windpark bei der Wohnbebauung an? Immissionsmessungen lassen immer noch auf sich warten. Foto: wal
Joachim Zieseniß

Autor

Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Eigentlich sollte es ja schon Anfang November 2015 losgehen mit den Messungen der Geräuschbelästigungen, über die sich Anwohner rund um den Coppenbrügger Windpark immer wieder beschweren. Und während im Oktober 2017 bereits gemessen wurde, welche Lärmpegel die sich drehenden Windräder erzeugen (hier ergaben sich keine Auffälligkeiten, die nicht genehmigungskonform sind – wir berichteten), stehen die versprochenen Immissionsmessungen immer noch aus. Was die Betroffenen, denen bei passender Windrichtung das rhythmische Schlagen der Windrad-Flügel nach eigenen Aussagen den Schlaf raubt, nicht verstehen.

War doch schon Ende Februar des Jahres vom Betreiber von acht Windrädern im Coppenbrügger Windpark, der Firma Landwind, eine weitere schalltechnische Messung angekündigt worden. Bei der sollte – nach verschiedenen vorherigen erfolglosen Anläufen – festgestellt werden, was vom Betriebslärm des Windparks tatsächlich in der Nacht von 22 bis 6 Uhr an Schlafzimmerfenstern in Herkensen ankommt. Doch wurde diese Überprüfung der engen nächtlichen Lärm-Grenzwerte vom beauftragten Ingenieurbüro dann doch noch kurzfristig abgesagt: Die Wind- und Wetterverhältnisse seien für die Tests nicht passend, hieß es damals vom beauftragten Ingenieurbüro.

Wir sind am Thema und möchten endlich auch mal Ergebnisse haben.

Karl Holweg, Kreis-Umweltamt

Und danach passierte bis jetzt in der Mitte des August nichts mehr. Sehr zum Unmut auch des Fleckens Coppenrügge. Bürgermeister Hans-Ulrich Peschka: „Das ist für uns schwer nachzuvollziehen. Wir haben das auch schon beim Landkreis bemängelt.“ Dort ist das Hameln-Pyrmonter Umweltamt als Genehmigungsbehörde für den Betrieb der Windräder zuständig. Karl Holweg vom Umweltamt kann die Verärgerung in der Bevölkerung verstehen: „Wir sind am Thema ran und möchten endlich auch mal Ergebnisse haben.“ Doch Woche für Woche würde dem Amt vom Ingenieurbüro mitgeteilt, dass nach der Wettervorhersage keine Messungen möglich seien. Holweg: „Die Windverhältnisse geben es einfach nicht her.“ Für die Immissionsmessungen müsste nämlich zwischen 22 und 6 Uhr exakt eine Windgeschwindigkeit von 5 bis 6 Meter pro Sekunde herrschen.

Die Firma Wind-Consult, das Messinstitut für Windenergie, das die Immissionsmessungen in Coppenbrügge durchführen soll und bislang nicht zum Zuge kam, hat erklärt: Um belastbare Ergebnisse zu bekommen, muss eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt werden, die passen müssen. So sind entsprechend der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ (TA Lärm) die Immissionsmessungen nur bei besagter Windstärke durchzuführen. Es darf außerdem nicht regnen.

Um aussagekräftige und gerichtsfeste Ergebnisse aus den Immissionsmessungen zu erzielen, sind norm- und richtlinienkonforme Messungen unerlässlich. Auch sind unter anderem bestimmte Windrichtungen für die Tests notwendig. „Außerdem ist eine Voraussetzung, dass der Schall direkt zu den Immissionsorten gelangt. Also ist auch die Wuchshöhe des Maises zu berücksichtigen“, so Daniela Schliephake von der Landwind-Öffentlichkeitsarbeitsabteilung.

Sollten denn Wind und Wetter mitspielen, werden die Immissionsmessungen nachts zwischen 22 und 6 Uhr an den betroffenen Wohnhäusern durchgeführt; und das dann genau 50 Zentimeter vor dem der Windkraftanlage am nächsten liegenden geöffneten Fenster.

Von den Ergebnissen der Messungen hängt ab, inwieweit die Anlagen in ihrem jetzigen Zustand weiterbetrieben werden können. Denn sollte sich entgegen den derzeitigen Prognosen herausstellen, dass die Windräder zu laut sind, muss laut Landkreis unter Umständen über Betriebseinschränkungen nachgedacht werden. Oder die Anlagen müssen auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare