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Neue Dewezet-Serie / VW-Veteranen aus der Sammlung von Traugott Grundmann

Ein Käfer-Cabrio vom Schrottplatz in San Diego

Hessisch Oldendorf (ah). Der Countdown läuft: Die Vorbereitungen für das fünfte Internationale VW-Veteranen-Treffen am letzten Juniwochenende treten in die heiße Phase. Den Gästen in Hessisch Oldendorf soll eine besondere Veranstaltung geboten werden.

veröffentlicht am 02.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 08.06.2009 um 11:49 Uhr

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Als Vorgeschmack auf das anstehende Ereignis werden in den nächsten Wochen an dieser Stelle einige der VW- Veteranen vorgestellt, die zur exklusiven Sammlung Traugott Grundmanns gehören. Mit dabei ist die Luxuskarosse, die Hollywoodlegende Gregory Peck fuhr, ein rasantes Rennwagenmodell aus der DDR, ein 1954er VW-Dannhauser-Stauss, von dem nur 150 Exemplare gebaut wurden und die älteste Hebmüller-Karosserie, ein Zweisitzer-Cabriolet von VW aus dem Jahr 1949.

Den Anfang der Serie macht ein von der Firma Karmann gefertigtes Käfer-Cabrio aus dem Jahre 1957 – der Wagen, mit dem der Aufstieg des Traugott Grundmann zum weltweit geschätzten VW-Veteranen-Spezialisten begann.

Sein Ziel: Mit dem Auto zur Schule

Um seine Leidenschaft für Kraftfahrzeuge zu verstehen, bedarf es einer Reise in die Vergangenheit. Als Gymnasiast setzte sich der Pastorensohn aus Deckbergen zum Ziel, mit dem Auto zur Schule zu fahren.

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Doch in Grundmanns Familie – er hatte vier Geschwister – war kein Geld für einen Zweitwagen übrig. Also musste Traugott Grundmann sich das Geld für die Anschaffung selbst erarbeiten und zugleich lernen, Reparaturen eigenhändig durchzuführen.

Mit 18 Jahren hatte er seinen Führerschein in der Tasche, den Kaufvertrag für seinen ersten Wagen, einen Lloyd Alexander TS, Baujahr 1958/59, musste noch sein Vater unterschreiben, da er in der damaligen Zeit erst mit 21 Jahren volljährig war. Grinsend erzählt er heute: „Nicht viele Lehrer und nur vier Schüler des Schiller-Gymnasiums kamen mit dem Auto zur Schule – einer davon war ich.“

Sein zweiter Wagen, ein Käfer-Cabrio Jahrgang 1949, begleitete ihn zum Abitur und nach Italien. „Die passenden Ersatzteile habe ich bei einem Holländer gefunden, der hinter den Weserterrassen in Fuhlen sein Lager hatte; der gab mir auch immer wertvolle Tipps“, erinnert sich Grundmann. Reparaturen erledigte er in der Garage seines in Sachen Autotechnik vollkommen unbedarften Vaters. Der entsorgte während der Bundeswehrzeit seines Sohnes das Cabrio. „Heute wäre ich froh, wenn ich das noch hätte“, gibt Grundmann zu.

1977 zog er mit seiner Frau Alexandra und den beiden Kindern für mehrere Jahre in die Vereinigten Staaten. Auf dem Schrottplatz von San Diego kaufte er sich ein Käfer Cabrio, das er restaurierte und ein Jahr später fahrbereit und vorzeigbar präsentierte. Die Arbeit lohnte sich: Beim Weltkäfertreffen in Los Angeles gewann er damit den ersten Preis, anschließend durchquerte seine Familie im Cabrio die Staaten – ohne Panne.

Zurück in Deutschland, verkaufte Grundmann 1989 das Käfer Cabrio und widmete sich anderen VW-Modellen. Anfang dieses Jahres entdeckte sein Sohn Christian das Auto auf einem Oldtimermarkt in Bremen wieder. Dachdeckermeister Grundmann kaufte sein ehemaliges Auto sofort zurück.

Jetzt steht es im Originalzustand gleich am Eingang des VW-Museums der Familie Grundmann. Ein vor 30 Jahren in den Staaten entstandenes Foto lehnt am alten Cabrio und erinnert daran, wie alles begann.

Traugott Grundmann mit seinem preisgekrönten Karmann Kabriolet, das sein Sohn im Frühjahr 2009 wiederentdeckte. Mit diesem Gefährt reiste der VW-Sammler vor rund 30 Jahren durch Amerika.

Kleines Bild: Grundmann mit einem weiteren Käfer-Modell.

Foto: ah



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