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Wie sich das Tabuthema seinen Weg in die Populärmusik gebahnt hat

Todessehnsucht mit Theaterschminke

Es liegt am Vietnam-Krieg und am Drogen-Tod von Musikern wie Jim Morrison, Janis Joplin und Jimi Hendrix, dass der Tod in der Rockmusik der 1960er Jahre erstmals eine Rolle spielte. Seither gibt es nicht mehr nur E- und U-Musik und Rock und Pop, sondern viele Genres und Subkulturen. Mit Schockeffekten jonglierende Musiker und Horror-Bühnenshows haben dazu geführt, dass nicht nur im Hardrock der Tod ein allgegenwärtiges Thema ist – eine kleine Auswahl von A bis Z.

veröffentlicht am 16.11.2012 um 16:32 Uhr
aktualisiert am 19.11.2016 um 14:31 Uhr

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Julia-Marre-Redakteur-Kultur-Dewezet

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Julia Marre Reporterin zur Autorenseite

Alice Cooper: 64 Jahre alter US-Schockrocker, der gerne Schwarz trägt und auf der Bühne seine Hinrichtung am Galgen zelebriert und sich als „Sohn des Teufels“ feiern lässt. Seine Alben heißen etwa „Killer“ oder „Love It To Death“.

Black Metal: Stilrichtung des Heavy Metal, die sich in den 1980er Jahren ausbreitete. Black-Metal-Bands singen in ihren Songs zuweilen auch satanistische Textzeilen. Einige der bekanntesten Bands sind Hellhammer oder Celtic Frost.

Cobain, Kurt: Sänger der US-Grungeband Nirvana. Wurde am 5. Februar 1994 leblos in seiner Wohnung gefunden – mit einer Überdosis Heroin und Kopfschuss (siehe Hendrix, Jimi).

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Death Metal: Tod, Krankheit und Krieg sind Inhalte von Death-Metal-Songs. Die Musikrichtung zeichnet sich durch tiefer gestimmte E-Gitarren, schnelle Rhythmusfolgen am Schlagzeug und Kehlgesang aus. Bekannte Death-Metal-Bands: Paradise Lost oder Fear Factory.

E-Gitarre: gehört zur Ausstattung einer jeden Rockband.

Festival: Wer zur „schwarzen Szene“ gehört, lässt sich das Hildesheimer M’Era Luna (siehe Zillo) nicht entgehen. Der musikalische Schwerpunkt: Mittelalterrock, Metal und Gothic Rock. Hamelner Bands wie Funker Vogt sind dort aufgetreten.

Graf, der: Sänger der Band Unheilig. Zu seinem Platin-Hit „Geboren um zu leben“ inspirierte ihn der Tod eines nahen Freundes. Das Lied wurde von den Gruppen Gregorian und Adoro gecovert.

Hendrix, Jimi: legendärer US-Gitarrist und Sänger („Hey Joe“). Wie Kurt Cobain und Amy Winehouse gehört er zum „Club 27“ berühmter Musiker, die 27-jährig starben.

I hope I die before I get old: So singt es 1965 die britische Rockband The Who in ihrer Teenie-Hymne „My Generation“: „Ich hoffe, ich sterbe, bevor ich alt werde.“ Robbie Williams kehrte das Prinzip um in seinem Song „Old before I die“.

Jackson, Michael: Der „King of Pop“ starb überraschend am 25. Juni 2009 an einer Überdosis Narkosemittel. An seiner Trauerfeier nahmen 17 500 Fans, 2000 Journalisten und 500 Prominente teil.

Kiss: US-Hardrockband, die 1973 gegründet wurde. Seither treten die Mitglieder in Schwarz und als Schockeffekt nur geschminkt auf. Die Maske von Gitarrist Gene Simmons heißt übrigens „The Demon“, also der Dämon.

Leader of the Pack: Song der Mädchengruppe Shangri-Las aus dem Jahr 1964. Der Song gilt als das erste Lied der Popmusikgeschichte, das vom Tod handelt, und erzählt die Geschichte des Chefs einer Motorradgang, der bei einem Unfall ums Leben kam.

Manson, Marilyn: Künstlername eines US-Musikers, der an Marilyn Monroe und den Kriminellen Charles Manson erinnern soll. Der Sänger der gleichnamigen Alternative-Metal-Band schockt mit weißer Schminke und bizarren Auftritten

Notorious B.I.G., The: auch Biggie, Biggie Smalls und Frank White, einer der bedeutendsten US- Rapper der 1990er Jahre neben Tupac Shakur. Debütalbum: „Ready to Die“. Erschossen 1997. Das Doppel-Album „Life After Death“ erschien drei Wochen nach seinem Tod und ist eines der meistverkauften Hip-Hop-Alben.

Osbourne, Ozzy: britischer Rockmusiker und Leadsänger der Band Black Sabbath, die als Begründer des Heavy Metal gilt. Veröffentlichte Alben namens „Sabbath Bloody Sabbath“.

Pommesgabel: Erkennungszeichen von Metal- und Hardrock-Fans, die Zeigefinger und kleinen Finger von der Faust abspreizen und bei Konzerten und Festivals ihren Arm in die Luft recken.

Queen: englische Rockband („We will rock you“), die mit „Who wants to live forever“ dem endlosen Leben entsagen. Leadsänger Freddie Mercury starb 1987 an einer Lungenentzündung.

Rammstein: Berliner Rockband, die 1994 gegründet als „Neue Deutsche Härte“ zum Genre Metal gezählt wird. Bei Bühnenshows wetzt Sänger Till Lindemann mit Schürze ein Fleischermesser und singt „Asche zu Asche“ oder „Stirb nicht vor mir“.

Schwarz: dominante Kleidungs- und Haarfarbe in der Metal-Szene. Wird gern kombiniert mit Lederkleidung und Aufnähern verschiedener Bands.

Tupac Shakur: einer der erfolgreichsten US-amerikanischen Rap-Musiker. Veröffentlichte das erste Doppelalbum in der Geschichte des Hip-Hops. 1996 in Las Vegas erschossen.

Unfall: 1986 starb Cliff Burton, Bassist der Metal-Band Metallica, bei einem Unfall mit dem Tourbus auf eisglatter Straße. Metallica spielten im selben Jahr im Vorprogramm von Ozzy Osbourne. Ihr erstes Album von 1983 heißt übrigens „Kill ’Em All“.

Velvet Underground: experimentelle US-Rockband, die Tod und Sterben als bewusstseinserweiterndes Erlebnis auffasste. 1968 sah sich Jimi Hendrix ihr Konzert an.

Wall of Death: Tanzformation bei Rock- und Metal-Konzerten sowie Festivals, die die Band Sick of it All erfunden haben soll. Dabei bildet das Publikum in der Mitte eine Gasse, um auf Signal des Sängers aufeinander loszustürmen.

Young, Angus: Leadgitarrist und Mitbegründer der australischen Hardrock-Band AC/DC („Highway to Hell“), die neben Ozzy Osbourne die meisten Hardrockalben verkauft haben soll.

Zillo Festival: alternatives Musikmagazin, das von 1993 bis 1997 das Zillo Festival in Hildesheim veranstaltete (siehe auch Festival).



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