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Markus Brockmann hofft auf Erörterungstermin bis Juni und Planfeststellungsbeschluss

Südumgehung – eine unendliche Geschichte

Hameln (HW). Der geplante Tunnel durch den Fehmarnbelt der Ostsee misst 18 Kilometer und soll bis 2020 Deutschland mit Dänemark unterirdisch verbinden. Das Tunnelprojekt, das mit 5,1 Millionen Euro veranschlagt ist „wird jetzt im Turbotempo vorangetrieben“, wie der dänische Verkehrsminister Christian Schmidt erklärte. Im Schneckentempo dagegen bewegt sich die seit dem ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts geplante Realisierung der 7,35 Kilometer langen Trasse der Hamelner Südumgehung, die aktuell mit einem Kostenvolumen von 106 Millionen Euro taxiert wird, deren Fertigstellung aber nach wie vor in den Sternen steht und bis 2020 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nicht verwirklicht sein dürfte.

veröffentlicht am 02.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 24.03.2017 um 15:21 Uhr

Markus Brockmann
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Doch noch in diesem Jahr soll Bewegung in das „Projekt Südumgehung“ kommen, wie Markus Brockmann gestern auf Anfrage erklärte. „Ich gehe davon aus, dass es im zweiten Quartal dieses Jahres zu einem Erörterungstermin mit der Planfeststellungsbehörde geben wird“, sagte der Leiter der Hamelner Geschäftsstelle der Landesstraßenbaubehörde. Dabei sollen die vorliegenden Einwände mündlich verhandelt und nach Möglichkeit Einigungen erzielt werden. „Das gelingt nicht immer“, weiß Brockmann, der jedoch hofft, dass es seitens der Behörde noch 2011 einen Planfeststellungsbeschluss für die Südumgehung geben wird.

„Es sind zahlreiche Einwände bei uns eingegangen. Einer umfasst gleich mehrere 100 Punkte. Die müssen alle sorgfältig abgearbeitet werden. Das haben wir bald geschafft, wir liegen quasi in den letzten Zügen“, berichtet der Geschäftsstellenleiter und spricht von zwei großen Themenkomplexen: „Lärmschutz und die FFH-Thematik.“ Damit meint Brockmann spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Habitaten (Lebensraumtypen) dienen.

Groppe und Neunauge, die entlang der geplanten Südumgehungstrasse gefunden wurden und zu einer Überarbeitung der gesamten Planungsunterlagen geführt haben, bezeichnet Brockmann als „spektakulärste Arten“. Es ginge aber auch um Amphibien, Lurche und Eidechsen. „Wir müssen alle Beeinträchtigungen dezidiert darlegen, denn sie werden kritisch hinterfragt“, erklärt der Straßenbauexperte. Sind alle Antworten gegeben, will Brockmann auf die Planfeststellungsbehörde zugehen, um den Erörterungstermin zu vereinbaren.

Wegen der FFH-Gebiete ist zudem noch ein Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg anhängig. Auch diesbezüglich gelte es noch, Mängel aufzuarbeiten. Der aktuelle Umweltschutz sei sehr komplex und es gebe wenig Erfahrungswerte. „Auch vor Gericht“, wie Brockmann betont. „Sobald der Planfeststellungsbeschluss vorliegt, werden wir an das Gericht herantreten, weil wir ja zügig bauen wollen“, sagt der Geschäftsstellenleiter, der sich allerdings auf einen Starttermin für den Bau der Südumgehung nicht festlegen will: „Da sag ich gar nichts zu. Wir wollen das Projekt erst einmal in den sicheren Hafen bringen.“

Und dann gelte es abzuwarten, „wie das mit dem Geld funktionieren soll“. Diese Entscheidung liegt außerhalb des Brockmannschen Zuständigkeitsbereichs: „Das auszuknobeln, ist Sache der Politik“, sagt er und bekennt dann doch: „Eine Realisierung ist noch nicht greifbar. Es ist erst einmal wichtig, den Beschluss zu haben. Darauf konzentrieren wir uns. Es kostet sehr viel Kraft und Willen, so eine Maßnahme umzusetzen, denn wir dürfen uns keine Schnitzer erlauben. Sonst kassiert das Gericht die Planung, und wir können ganz von vorne anfangen.“



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