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Bürgerinitiative: „Ball wird bewusst flach gehalten“ / Kreistagsgrüne verweisen auf „sorgfältige Prüfung“ der Anlagen

Windkraft – Flaute in der Politik?

veröffentlicht am 08.09.2016 um 13:35 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:52 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

„Leider wird von der Politik vor Ort der Ball – mit Blick auf die Kommunalwahl im September – bewusst flach gehalten“, schrieb der Emmerthaler deshalb den beiden Kreistagsabgeordneten Britta Kellermann (Grüne) und Ulrich Watermann (SPD), die selbst zum Bürgerdialog zum Klimaschutzteilkonzept „Erneuerbare Energien“ aufgerufen hatten. „In meinen Augen ein Unding, dass beim Thema Windpark Grohnde, bei der gewaltigen Größenordnung, hier der von Ihnen angekündigte Bürgerdialog derart versagt“, meinte er.

Wie berichtet, sieht ein Investor insgesamt acht Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 149 Metern bei einem Rotordurchmesser von 136 Metern auf dem Areal zwischen Grohnde und Kirch-ohsen vor, für die im Frühjahr beim Landkreis als Genehmigungsbehörde die Unterlagen eingereicht worden sind.

Grundsätzlich stellt Kellermann in ihrer Antwort heraus, dass es bei dem Dialog nicht um einzelne Windparks gehen werde, da die Planungshoheit bei den Kommunen liege. „Vielmehr wollen wir uns, gemeinsam mit den Menschen vor Ort, der Frage widmen, wie wir die Energiewende in unserem Landkreis schaffen können“, so die Grüne.

Über die Notwendigkeit der Energiewende will sie dabei nicht diskutieren. „Dies haben bereits Generationen vor uns getan und wir müssen nun endlich zur Umsetzung gelangen“, argumentiert sie. „Losgelöst vom Klimaschutzgedanken ist die Verwüstung der Landschaft durch den Kohleabbau sogar weitaus größer und nachhaltiger als der Bau von Windrädern. Sie passiert nur nicht vor unserer Haustür.“ Hinzu kommen würden direkt in der Region die Risiken durch das Atomkraftwerk Grohnde. „Die damit, besonders im Rahmen der regelmäßig notwendigen Revision, einhergehende Strahlenbelastung bewerte ich als wesentlich gesundheitsschädlicher als den von Windrädern ausgehenden Infraschall“, schreibt sie.

Dennoch wolle sie nicht die Belastungen von Mensch und Natur durch den Bau von Windrädern herunterspielen. „Es handelt sich hier um Industrieanlagen, deren Einsatz einer sorgfältigen Prüfung bedarf“, meint Kellermann. Bedenken könnten dabei von den Einwohnern im Zuge der Planung eingebracht werden. Und die Grüne bietet Arlt an: „Sollten Ihre Bedenken keine sach- und fachgerechte Bearbeitung erfahren“, sei sie gerne bereit, das gemeinsame Gespräch mit ihm, den politischen Akteuren vor Ort sowie den zuständigen Planern zu suchen.

Arlt, der auch der Bürgerinitiative „Keine Windkraft im Emmertal“ angehört, gibt sich damit nicht zufrieden. „Sie und ich werden zu diesem Thema keinen gemeinsamen Nenner finden“, antwortet er. Dabei vergehe fast kein Tag, an dem man nicht mit Familienangehörigen, Freunden, Bekannten, Nachbarn und Kollegen auf den geplanten Windpark zu sprechen komme, heißt es in einer weiteren Stellungnahme von ihm. Was ihn dabei am meisten ärgert: Keine der Parteien – mit Ausnahmen der Wählergemeinschaft FWE – setze sich mit dem Thema Windkraft in ihren Programmen auseinander.

Dass es allerdings ausgerechnet die FWE sei, die sich nun an die Seite der Bürgerinitiative stelle, ärgert die Emmerthaler Grünen. Offensiv an die Öffentlichkeit geht Thomas Jürgens – er stimmte als einziger Grüner im Rat gegen die Windkraftplanungen der Gemeinde – nicht. Aber auf seiner Internetseite findet sich der Satz: „Der beschlossene Flächennutzungsplan entspricht nicht den Kriterien einer Förderung der erneuerbaren Energien. Vielmehr wurde, gerade auf Druck von CDU und FWE, eine Fläche ausgewiesen, deren Sinnhaftigkeit man hinterfragen muss“ – und Jürgens meint damit das nun umstrittene Areal zwischen Grohnde und Kirchohsen. Dieses sei, so erklärt Jürgens nun auf Nachfrage, für die Windkraft kaum geeignet. Es sei denn, sie würden in der Größe errichtet, wie sie nunmehr geplant sei.



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