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Schwarz-Gelb, Rot-Grün, Jamaika oder doch die Ampel? Spekulationen über den nächsten Rat

Welche Farben machen das Rennen?

veröffentlicht am 10.09.2016 um 06:00 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus

Die CDU hat in der vergangenen Ratsperiode – auch durch die jüngsten Wechsel aus dem grünen Lager – ihre Rolle als stärkste Fraktion im Stadtrat gefestigt. Die Wahl des damaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden Claudio Griese im vergangenen Jahr zum Oberbürgermeister hat bei den Christdemokraten ebenfalls für Rückenwind gesorgt.

Die SPD hat hingegen mit dem Umfragetief auf Bundesebene zu kämpfen. Ob sich der nationale Sinkflug auch lokalpolitisch auswirkt, wird sich zeigen. Klar scheint, dass sich die Sozialdemokraten in der Position des Herausforderers befinden.

Bei den Grünen ging es zuletzt turbulent zu. Nach internen Querelen warf die langjährige Fraktionsvorsitzende Ursula Wehrmann das Handtuch und wechselte zur CDU. Schadet der Zwist der Ökopartei am Ende vielleicht an der Wahlurne – oder nutzt er ihr sogar? Innerhalb der Mehrheitsgruppe mit der CDU, wo es lange harmonisch lief, sahen die Grünen nach dem Rücktritt Wehrmanns keine Perspektive mehr. Dies führte zum Bruch mit dem Koalitionspartner kurz der Wahl.

Ob die FDP, bei der Wahl 2011 noch böse abgestürzt, ihr optimistisch formuliertes Ziel – eine Verdoppelung der Sitze von momentan zwei auf vier – erreichen wird, ist fraglich.

Je nach Wahlausgang scheint derzeit ein Bündnis zwischen SPD und Grünen denkbar – entsprechende Signale wurden bereits gesendet. Besonders bei der Millionenfrage über die Zukunft des Rathauses sind beide Parteien auf einer Wellenlänge. Sie plädieren für eine Sanierung unter Einbeziehung des Hochzeitshauses. Auch die Linke, die noch um den erneuten Einzug in den Stadtrat kämpfen muss, hat sich übrigens auf dieses Modell festgelegt.

Auf der Gegenseite waren sich in den vergangenen Monaten CDU und FDP bei vielen Kernthemen auffallend einig – sei es beim „Haus der Wirtschaft“ oder der Vertagung der Frage, ob das Rathaus neu gebaut oder saniert werden soll. Das späte und überraschende Nein der CDU bei der Entscheidung über einen Generalunternehmer für das Schulzentrum Nord sorgte indes für Unverständnis bei den Liberalen.

Jamaika, Ampel oder Rot-Rot-Grün – auch das sind Optionen, die die Parteien in Erwägung ziehen könnten. Bei allen Spekulationen bleibt zudem die Ungewissheit, wie die AfD abschneidet. Die rechtspopulistische Partei hat kaum Wahlkampf betrieben, ihre Kandidaten sind nur wenig bekannt und beim Auftritt des AfD-Landesvorsitzenden Paul Hampel in Hameln wurde deutlich, dass lokale Themen für sie kaum eine Rolle spielen. So stellt sich die Frage, ob die AfD auch in Hameln die Protestwähler auf sich vereinen kann.

Oder überrascht die Wählergemeinschaft Frischer Wind, die kürzlich mit zwei initiierten Bürgerbegehren – zur Zukunft des Rathauses und zum „Haus der Wirtschaft“ – für Wirbel sorgte? Und was ist mit den Piraten, den Unabhängigen beziehungsweise den Unabhängigen/Freien-Bürgerliste? Am Sonntagabend werden wir mehr wissen …



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