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Give Aways der Emmerthaler SPD kommen bei den Kindern besonders gut an

Wahlwerbung in brütender Hitze

veröffentlicht am 28.08.2016 um 15:28 Uhr
aktualisiert am 03.09.2016 um 19:12 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß

Emmerthal. „Ich bin nicht hier, um mich über das Wahlprogramm der SPD zu informieren. Ich will die SPD über die unhaltbaren Zustände am Emmerthaler Bahnhof und den versifften Zustand der Unterführung dort zu informieren. Die müssen da unbedingt etwas tun“, erklärt der kernige ältere Herr, der seinen Namen nicht in der Zeitung sehen will. „Mir ist es egal, ob die SPD dort etwa unternimmt oder die CDU – Hauptsache, es wird etwas unternommen.“

Auf den Platz vor dem Vithal Bad in Emmerthal sind vor allem SPD-Mitglieder und die Kandidaten der Partei für die Kommunalwahlen am 11. September gekommen, aber vereinzelt auch Emmerthaler Bürger, die sich als Unterstützer der Partei bezeichnen. Bianca Hayn und ihr Lebensgefährte gehören zu ihnen. „Wir sind beide Stammwähler der SPD und werden die Partei auch am 11. September wählen“, erklären beide übereinstimmend. „Wir sind hier, um Ruth Leunig zu unterstützen. Unsere Kinder verteilen auch die Wahlprospekte der Partei.“

Lisa Heißmeyer, die Witwe des früheren Landrates Karl Heißmeyer, sitzt auf einer der Bänke unter dem roten Zelt, dass in der brütenden Hitze vor der Sonne schützen soll. „Ich will hier wie in früheren Zeiten mal wieder alte Freunde treffen“, erzählt sie, „und mich auch ein bisschen informieren.“ Genau, um kommunalpolitische Informationen gehe es auch ihr, bestätigt gleich daneben Gisela Huter, lässt sich aber nicht weiter darüber aus, was ihr vielleicht besonders wichtig an der Zukunft der Gemeinde sein könnte.

Musikalisch begleitet wird die Aktion vor dem Vital Bad vom Mehrgenerationenchor, zu dem auch die 15-jährige Devie-Claire Tatang gehört, die mit ihrem aus dem Kamerun stammenden, aber im Jahr 2006 eingebürgerten Vater Arona Tatang an dem Stand ist. Bei den Kindern kommen die sogenannten Give aways, Chips für Einkaufswagen, Kugelschreiber, Gummibärchen und Brausepulver in SPD-Design besonders gut an. Und als ein etwas stärkeres Lüftchen die ausliegenden Informationsblätter zur Bürgerbefragung über die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung unter die Tische fegt, sind sie flink dabei, sie wieder aufzuheben.

Ruth Leunig, die Frontfrau der Emmerthaler Sozialdemokraten, nutzt die Gunst der Stunde, die anwesenden Kandidaten noch einmal vorzustellen. Die Jüngste unter ihnen ist die 19-jährige Saskia Hilpert aus Voremberg, deren Interesse an der Politik durch eine Lehrerin in der 9. Klasse geweckt worden sei. „Bürgermeister Andreas Grossmann hat mich im Dezember gefragt, ob ich nicht kandidieren wolle“, erzählt sie. Das habe sie dann zur SPD gebracht, deren Mitglied sie inzwischen auch geworden sei.

Ohne Mitglied der Sozialdemokraten zu sein, kandidiert der aus der Türkei stammende und längst eingebürgerte Selcuk Meseli für den Orts- und Gemeinderat. „Ich sehe mich als Musterbeispiel für eine gelungene Integration“, erklärt er und glaubt, der Kommunalpolitik neue Impulse geben zu können. Tätig in einem amerikanischen Unternehmen in Hannover, hat er mit seiner Familie seinen Lebensmittelpunkt in Emmerthal gefunden, ist seit Jahren Mitglied in der TSG Emmerthal und im Förderverein der Schulen des Ortes ehrenamtlich aktiv.



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