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Ministerpräsident verschenkt in Hameln Rosen

Stephan Weil wirbt um Stimmen für die Kommunalwahl

HAMELN. Händeschütteln, herzliche Begrüßungen – und Handyfotos: „Ich glaube, in meinem nächsten Leben werde ich Model“, scherzt Stephan Weil. Vorerst aber ist er auf seiner Sommertour auf Stippvisite in Hameln und in Sachen Wahlkampf unterwegs. Gerne und gut gelaunt posiert Niedersachsens Ministerpräsident vor dem roten Wahlplakat an der Hamelner SPD-Zentrale mit jedem, der sich mit ihm ablichten lassen möchte.

veröffentlicht am 22.08.2016 um 08:23 Uhr

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Autor:

Alda Maria Grüter

Vor allem die jungen SPD-Politiker, die für die Kommunalwahl am 11. September kandidieren, wollen dieses Treffen mit dem Ministerpräsidenten und SPD-Landesvorsitzenden fotografisch festhalten. Ohnehin steht oft die Jugend im Mittelpunkt, auch am Ende der Stadt-Tour, wenn Stephan Weil einen Abstecher in den Bürgergarten zum Festakt des 50-jährigen Bestehens der Kreisjugendfeuerwehr Hameln-Pyrmont macht. Stephan Weil, der, wie er sagt, immer wieder gerne bei der Feuerwehr ist und selbst 15 Jahre lang in Hannover verantwortlich tätig war, schätzt deren Arbeit sehr. Er liebe diesen Schlag von Menschen, die nicht groß sabbeln, dafür umso mehr machen.

An diesem Wahlkampf-Samstag in Hameln gilt es, sowohl die SPD-Kandidaten vor Ort zu unterstützen als auch die Verbundenheit mit der kommunalen Ebene zu festigen. Nachwuchs-Mitglieder rücken in den Fokus: Das politische Engagement sei im SPD-Unterbezirk Hameln-Pyrmont überdurchschnittlich, sagt Stephan Weil. Die heimische Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekurg-Möller erwähnt das bundesweite Projekt „10 unter 20“. Viele junge Menschen, die teilweise noch zur Schule gingen oder sich in der Ausbildung befänden, hätten sich für politische Arbeit gewinnen lassen, sagt die Staatssekräterin. Das Resultat sei, „dass wir jetzt bei der anstehenden Kommunalwahl auch sehr viele Jugendliche haben, die auf unseren Listen kandidieren“.

Im Gespräch mit den jungen Genossen, auf die Stephan Weil mit einem lockeren „Moin“ und „Hallo Jusos“ zugeht und sich von ihren Aktionen vor Ort erzählen lässt, lobt er deren Arbeit. Und spornt sie an: „Macht weiter so!“

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  • Zu Gast bei der Feuerwehr im Bürgergarten: Stephan Weil im Gespräch mit dem stellvertretenden Stadtbrandmeister Friedrich Wilhelm Thies (li.). Foto: Wal
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  • Eine Unterschrift ins frische Parteibuch für Ebru Sultan Yilmaz. Foto: Wal
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  • Straßenkünstler Bojanic fertigt einen Scherenschnitt. Foto: Wal

Einen wichtigen Schritt macht gerade Ebru Sultan Yilmaz: Die 16-jährige Hamelnerin, die am Vikilu die elfte Klasse besucht, erhält an diesem Tag ihr vom Ministerpräsidenten signiertes Parteibuch und ist damit ganz offiziell eine der Jüngsten. „Ich mag die Ideen der SPD“, sagt Ebru, die sich nun vornimmt, sich noch intensiver mit den politischen Inhalten der Partei auseinanderzusetzen.

Sich persönlich um die Wähler kümmern, muss Stephan Weil die nächsten eineinhalb Stunden nach dem Treffen in der SPD-Zentrale im Rosa-Helfers-Haus. War man dort parteipolitisch unter seinesgleichen, taucht der Ministerpräsident nun in die Menge ein und trifft in der Fußgängerzone auf die unterschiedlichen Menschen. Ob jung oder alt, ob aus Hameln oder von außerhalb, ob sie durch die Osterstraße schlendern, im Café sitzen, einkaufen, an der Kasse kassieren oder wie der Straßenkünstler Bojanic mit Scherenschnitten die Passanten anlockt. Weil geht offen auf jeden zu. Mit einem freundlichen Gruß, mit einem Handschlag, immer lächelnd. Und bereit für ein, wenn auch meist kurzes, fröhliches oder sachliches Gespräch. Auch mit jenen, die politisch auf einer ganz anderen Seite stehen, so wie dem 33-Jährigen aus Frankfurt, der „aus Protest keinen von den aktuell da oben Regierenden wählen würde“. Mit einem offenen Ohr kann auch dann gerechnet werden, wenn jemand den Ministerpräsidenten gar nicht oder nicht auf Anhieb erkennt, so wie Bojanic, dem erst im Nachhinein klar wird, dass der „Herr mit der roten Rose“, dessen Profil er mit Schere und schwarzem Papier angefertigt hat, „ein Politiker – oh, oh… ein großer Mann!“ ist. Ein Paar aus Holland fragt Weil, ob es nicht nach Niedersachsen kommen wolle: „Wir haben hier Platz satt.“ Zu Mutter und Tochter aus Stuttgart: „Von mir aus können Sie hier bleiben“, und beim Talk mit der Gruppe von Engländern, die gerade bei Kaffee und Eis eine Stadtbummel-Pause einlegt, geht es um den Brexit. Auch wenn viele Themen wegen des Zeitplanes nur im Schnellverfahren angeschnitten werden können – Weil versucht, bestmöglich auf die Belange einzugehen. So etwa, wenn die Lehrerin Christina Luttmann-Fähndrich von den Integrationserfolgen der Flüchtlingskinder an der Grundschule Hohes Feld berichtet.

Manchmal aber bleibt gänzlich unangesprochen, was den Bürgern unter den Fingernägeln brennt: „Ich hätte so viele Fragen an den Ministerpräsidenten. Zum Beispiel zum katastrophalen Blindenleitsystem“, sagt beispielsweise ein Herr, dessen Frau blind ist.

Es geht weiter im Programm und über das Pflasterfest: Für die Damen, wie etwa die beiden Seniorinnen aus Bremen, hat Weil meist ein Kompliment parat: „Sie sind so nett. Sie könnten glatt aus Niedersachsen sein“, sagt der Ministerpräsident und überreicht ihnen eine Blume. Natürlich, es ist SPD-Kampagnentag und das Rosenverteilen ein duftes Beiwerk, um für die Teilnahme an der Kommunalwahl zu werben: „Nicht vergessen, am 11. September ist Kommunalwahl. Gehen Sie wählen! Wählen Sie die SPD, dann machen Sie alles richtig!“ Zig Mal spricht er das aus und kommt offenbar an: „Sehr sympathisch. Ich höre Herrn Weil sowieso immer gern reden und freue mich, ihm mal persönlich zu begegnen“, ist ein häufig geäußerter Kommentar. Und der Ministerpräsident, auf dem Weg zur letzten Etappe des Tages im Bürgergarten, gesteht seinerseits: „Das habe ich am liebsten am Wahlkampf – den direkten Kontakt mit den Menschen.“



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