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Sozialdemokraten und CDU lassen Federn, bleiben aber stärkste Parteien im Kreistag / AfD holt fünf Sitze

SPD verteidigt die Spitze

veröffentlicht am 12.09.2016 um 00:30 Uhr
aktualisiert am 12.09.2016 um 18:46 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus

Aber: Die beiden großen Parteien mussten ordentlich Federn lassen. Der eigentliche Gewinner der Kreistagswahl war die Alternative für Deutschland (AfD), die es aus dem Stand auf ein zweistelliges Ergebnis brachte.

Bei der Konkurrenz sorgte dies für Enttäuschung. „Das Ergebnis der AfD ist mir zu hoch“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Watermann. Die Kreisvorsitzende der Linken, Jutta Krellmann, meinte, das AfD-Ergebnis zeige eine „große Unzufriedenheit im Land“. Im AfD-Lager war die Stimmung nach dem Erfolg hingegen „hervorragend“, wie der Kreisvorsitzende Dr. Manfred Otto berichte. Er wertete das gute Abschneiden als Zeichen, dass viele von der bisherigen Politik die „Schnauze voll“ hätten. „Wir vertreten die Ziele, für die die CDU in der Vor-Merkel-Zeit einmal gestanden hat“, meinte AfD-Kreistagskandidat Rupprecht Holtz.

Zufriedene Gesichter gab es ebenfalls bei den Grünen, die ihr starkes Ergebnis von 2011 – damals noch beeinflusst durch die Atomkatastrophe von Fukushima – zwar nicht ganz bestätigten, aber immerhin mit 10,97 Prozent deutlich über der 10-Prozent-Marke blieben. Im Vergleich zur AfD haben man sich zwar mehr erhofft, gestand das Grünen-Kreistagsmitglied Britta Kellermann ein. Aber ihre Partei freue sich über die guten Ergebnisse auf Kreisebene in Salzhemmendorf, Coppenbrügge und Hessisch Oldendorf.

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  • Erste Analyse: In der Elefantenrunde im Dewezet-Café standen die Spitzenkandidaten Rede und Antwort. Die AfD blieb der Veranstaltung trotz Einladung fern. Foto: Dana
Wahl zum Kreistag 2016 - Vorläufiges Gesamtergebnis
  • Vorläufiges Gesamtergebnis der Wahl zum Kreistag. Grafik: jöh

Die FDP durfte sich ebenfalls über Zugewinne freuen. Nach dem Debakel von 2011, als sie mehr als die Hälfte ihrer Wähler verloren, stabilisierte sich die Liberalen und schrammten nur knapp an den magischen 5 Prozent vorbei. „An sich sind wir nicht unzufrieden“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Heinrich Fockenbrock. Er äußerte noch einmal sein Bedauern, dass der Kreistag aufgrund der geringeren Einwohnerzahl im Landkreis diesmal vier Sitze weniger zu vergeben hatte. „Das geht meist zulasten der kleineren Parteien“, sagte er.

Zufriedenheit herrschte auch im Lager der Unabhängigen und der Linken. Beide Parteien schafften es, zwei Sitze im neuen Kreistag für sich zu gewinnen. Unabhängigen-Kreisvorsitzender Hermann Schmidtchen hatte bereits in der Elefantenrunde bei der Wahlparty im Dewezet-Café, als die endgültigen Ergebnisse noch nicht vorlagen, auf einen solchen Ausgang gehofft. Die Linke ist in den kommenden fünf Jahren mit Peter Kurbjuweit und Dr. Matthias Loeding im Kreistag vertreten.

Das Unabhängigen/Freie-Bürgerbündnis (UFB) hatte sich hingegen deutlich mehr ausgerechnet. UFB-Kreistagskandidat Bruno Scharf vermutete, dass man es nicht geschafft habe klarzumachen, wofür die UFB stehe. Die Piratenpartei blieb knapp unter einem Prozent halbierte damit ihr Ergebnis von 2011. „Es ist immer schwierig, wenn man nicht so präsent ist“, meinte die Kreisvorsitzende Claudia Schumann. Die Satire-Bewegung „Die Partei“ blieb deutlich unter einem Prozent.



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