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Im gläsernen Anbau des Rathauses können Bürger jetzt schon ihre Stimmen abgeben

Schon 1742 Briefwähler in Hessisch Oldendorf

veröffentlicht am 05.09.2016 um 19:09 Uhr

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Autor:

Annette Hensel

HESSISCH OLDENDORF. Seit dem 15. August ist das KulTourismusForum der neue Arbeitsplatz von Silke Sternsdorff. Zu den Öffnungszeiten des Bürgerbüros bietet sie den rund 15 000 Wahlberechtigten im Hessisch Oldendorfer Stadtgebiet die Möglichkeit, für die Kommunalwahl am 11. September Briefwahl zu beantragen oder auch gleich zu wählen.

Wer glaubt, dass die Verwaltungsfachangestellte im gläsernen Anbau des Rathauses Däumchen dreht, irrt gewaltig: Bis gestern um 10.30 Uhr haben bereits 1742 Bürger bei ihr Briefwahl beantragt. Das sind mehr als 100 Personen pro Tag und mehr als zehn Prozent der Wahlberechtigten. „Ich habe hier fast ohne Unterbrechung Publikum, gerade freitags zur Wochenmarktzeit viel Laufkundschaft und einige, die gleich in den beiden zur Verfügung stehenden Wahlkabinen wählen“, erzählt Silke Sternsdorff. Dabei erfährt sie oftmals, warum die Bürger von der Briefwahl Gebrauch machen: „Die einen wollen am Wahlsonntag flexibel bleiben, andere haben etwas vor, sind im Urlaub oder nutzen aus Prinzip die Briefwahl, weil sie das angenehmer finden“, berichtet sie und fügt hinzu: „Von älteren Menschen höre ich immer wieder, dass der Weg zum Wahlbüro für sie beschwerlich ist. Wenn ein Angehöriger Zeit hat, mit ihnen nach Hessisch Oldendorf zu fahren, kommen sie auf diesem Wege auch gleich hier im Wahlbüro vorbei.“

Jeden Antrag auf Briefwahl, der auf dem Postweg eingeht, kontrolliert Sternsdorff, damit keine Angabe fehlt und sie gleich feststellen kann, an welche Adresse die Unterlagen geschickt werden sollen – mitunter zur Reha, an den Urlaubs- oder Studienort. „Wir versuchen, diesen Antrag so niedrigschwellig wie möglich anzubieten. Wer gleich hier wählen möchte, muss allerdings den Personalausweis dabeihaben – ohne den geht gar nichts“, betont sie. Am einfachsten für sie sei es, wenn die Bürger ihre Wahlbenachrichtigungskarte direkt mitbringen. „Dann scanne ich den darauf abgedruckten Scann-Code ein und schon habe ich den Wahlberechtigten auf dem Bildschirm, kann seinen Wahlschein ausdrucken und die Briefwahlunterlagen fertigmachen“, erklärt sie.

Dafür trägt sie auf den rosa Wahlbriefumschlag als erstes die Nummer des Wahlscheins und des Wahlbezirks ein. Dann nimmt sie den dunkelblauen Stimmzettelumschlag, einen Infozettel, den grünen Stimmzettel für die Kreistagswahl, den blauen für die Stadtratswahl und den rosa für die entsprechende Ortsratswahl und steckt all das zusammen mit dem Wahlschein in einen DIN-A4-Umschlag. Für die Wahl muss der Wahlberechtigte den unteren Teil des Wahlscheins, die „Versicherung an Eides statt zur Briefwahl“ ausfüllen, unterschreiben und kann dann pro Stimmzettel drei Stimmen abgeben. „Alle Stimmzettel kommen in den blauen Umschlag, der verschlossen und mit dem unterschriebenen Wahlschein in den Wahlbriefumschlag gesteckt werden muss“, sagt Silke Sternsdorff. Sie weist darauf hin, dass Wahlbriefe entgeltfrei in alle Kästen der Deutschen Post und natürlich auch in den Rathausbriefkasten gesteckt werden können. „Bis zum 11. September lagern wir die Umschläge im Tresorraum.“

Laut stellvertretendem Gemeindewahlleiter Wolfgang Linde kommen am Wahltag ab 15 Uhr die vier Wahlbriefvorstände zusammen, öffnen die Wahlbriefe, kontrollieren, ob der Wahlschein unterschrieben ist und ob die blauen Umschläge zugeklebt sind. Die richtige Auszählung erfolgt erst ab 18 Uhr. Allmorgendlich befinden sich jetzt stapelweise rosa Wahlbriefumschläge im Hauspostkasten. Im Gegenzug bringt die Auszubildende Vanessa Tölke täglich eine weitere Kiste voll Briefwahlunterlagen zur Post. „Ohne ihre Unterstützung würde ich das hier gerade am Freitagvormittag nicht alleine schaffen“, erklärt Sternsdorff. Die Verwaltungsfachangestellte, die sich im Rathaus erstmals Anfang 2013 um die Briefwahl kümmerte, ist begeistert von ihrem neuen, wenngleich zeitlich begrenzten Arbeitsplatz. „Das KulTourismusForum ist frei zugänglich, behindertengerecht, jeder kann einfach vorbeikommen und genau das passiert hier eben auch – wir freuen uns über jeden Wähler!“



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