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Parteien in Aerzen wollen Gespräche ganz in Ruhe führen

Nichts überstürzen

veröffentlicht am 12.09.2016 um 17:58 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:52 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Daran lässt er aber keinen Zweifel: „Es ist ärgerlich“, gut drei Prozentpunkte verloren zu haben.

Zunächst seien aber Gespräche mit den Grünen als dem bisherigen Gruppenpartner vorgesehen. Mit ihnen und der Bürgermeister-Stimme wird die SPD nur noch eine Mehrheit haben. Ob weitere Gespräche folgen? „Das wird sich zeigen“, sagt Schlie.

Dass die CDU leichte Zugewinne verbuchen konnte, obwohl mit den Unabhängigen weitere Bewerber auf dem Stimmzettel standen, wertet Friedel-Curt Redeker als Erfolg. „Ich glaube, die Wähler verfolgen über die Jahre genau, wo der Schuh drückt“, sagt der Fraktionsvorsitzende. Ein wenig ärgert er sich, dass die Grünen sich schon öffentlich festgelegt hätten. „Normalerweise werden ja erst Gespräche geführt“, meint er. Für die CDU gehe er davon aus, dass sie mit weiteren Gruppierungen im Rat sprechen werde. Es gehe darum, gemeinsame Schnittmengen festzustellen. „Das Wort Gruppenbildung nehme ich noch nicht in den Mund“, sagt Redeker.

Potenzielle Gesprächspartner wären gleich drei Mandatsträger, die so ganz glücklich nicht als Einzelkämpfer wären. Gerade einmal ein Fachausschuss stünde ihnen zu – und das ohne Stimmrecht nur mit beratender Funktion. „Ein bisschen schwierig“, sagt Jens Cramer (FDP). „Da verliert man leicht die Motivation.“ Er wolle sich mit anderen Parteimitgliedern der Liberalen beraten, wie sinnvoll deshalb eine Gruppenbildung wäre. „Aber das ist noch alles offen“, meint Cramer.

Neuland betritt Ralf Kappmeyer, dem, bislang ohne kommunalpolitische Erfahrung, auf Anhieb über die Unabhängigen der Einzug in den Gemeinderat gelang. Eine Stellungnahme war gestern von ihm noch nicht zu bekommen. „Nicht mehr ganz fest gerechnet“ hatte mit einem Mandat Frank Pook, der nun zum dritten Mal als Einzelvertreter der Partei „Die Linke“ dem Rat angehört. Von sich aus werde er nicht auf die großen Parteien zugehen, sagt Pook, der zumindest „von einer interessanten Konstellation“ auf Gemeindeebene spricht. „Ich warte erst einmal ab, wie sich die anderen aufstellen“, sagt Pook.

Unabhängig von den weiteren Gesprächen werden sich die Parteien wohl freuen, dass die Alternative für Deutschland (AfD) in Aerzen keine Bewerber aufgestellt hat – das hätte die Situation wohl wesentlich komplizierter gemacht. Ein Stimmenpotenzial zumindest ist in der Gemeinde für die Rechtspopulisten vorhanden. Bei den Wahlen zum Kreistag erhielt die AfD in Aerzen ein Ergebnis von knapp über zehn Prozent.



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