weather-image
22°
Vom Bildungshauskonzept über die Stärkung der Ortskerne bis zur Windkraft: Grüne ziehen in den Wahlkampf

„Manche Veränderungen brauchen mehr Zeit“

veröffentlicht am 02.09.2016 um 17:45 Uhr
aktualisiert am 03.09.2016 um 19:12 Uhr

270_0900_12135_lkae102_Schaper_pr_0209.jpg

AERZEN. Eine wichtige Erfahrung der Aerzener Grünen, die als Gruppenpartner der SPD erstmals als Mehrheit in den vergangenen fünf Jahren in der politischen Verantwortung standen: Politik braucht einen langen Atem. Zwar ziehen die vier Ratsmitglieder im Rückblick eine überwiegend positive Bilanz, gleichzeitig heißt es von den Grünen: „Wir mussten aber auch feststellen, dass manche Veränderungen mehr Zeit brauchen.“ Als ein Beispiel nennen die Grünen die Windenergie, die sie gerne stärker ausgebaut hätten. „Hier wird sehr deutlich: Der nächste Gemeinderat braucht starke Grüne“, sagt Dr. Marcus Schaper.

Dabei ziehen die Grünen mit neuen Gesichtern in den Wahlkampf, nachdem Egon Thöle und Friedrich Pettig als langjährige Ratsmitglieder nicht mehr kandidieren. Wieder mit dabei ist neben dem Fraktionsvorsitzenden Schaper auch Michael Dombrowski. Britta von der Reidt-Böker, Jörg von der Reidt, Uwe Streicher und Oliver Lange bewerben sich erstmals um Sitz und Stimme in Gemeinderat oder Ortsräten. Den Grünen dürfte bewusst sein, dass dieser Wahlkampf kein Selbstläufer wird. Vor dem Eindruck der Atomdebatte in Deutschland beim vergangenen Urnengang hatten die Grünen 2011 bundesweit einen Höhenflug erlebt. Den positiven Effekt bekamen die Parteivertreter in Aerzen ebenfalls zu spüren – sie verdoppelten die Anzahl ihrer Sitze im Gemeinderat auf vier.

„Trotz aller Finanznöte sind uns Jugendarbeit, Schulen und Kindergärten, aber auch die Entwicklung unserer Ortskerne wichtig“, betont Britta von der Reidt-Böker, die für den Ortsrat Reher antritt. Für die Grünen wird das wichtigste Projekt der nächsten Monate das Groß Berkeler Bildungshaus sein. Die Zusammenlegung von Kindergarten und Grundschule bietet die einmalige Gelegenheit, ein gemeinsames Bildungs- und Betreuungskonzept von Krippe bis Grundschule zu entwickeln, wie es heißt. „Längerfristig wird uns die Entwicklung unserer Dörfer beschäftigen. Das Ausweisen von immer neuen Baugebieten in Aerzen und Groß Berkel bringt zwar junge Familien in den Flecken, trägt aber wenig zur Stärkung der Dorfmittelpunkte bei“, meint Jörg von der Reidt, dem als Dipl. Ing. Garten- und Landschaftsbau Ökologie, Landschafts- und Naturschutz wichtig sind. „Anstelle neuer Baugebiete auf der grünen Wiese möchten wir Bauinteressenten vorrangig in bestehende Baulücken und leer stehende Gebäude locken und so auch dem demografischen Wandel entgegenwirken, unsere Dorfkerne verjüngen und stärken.“ cb



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare