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Junge Kandidaten fühlen sich ernstgenommen – und übernehmen Verantwortung in der Partei

Jung, engagiert und im Wahlkampf sehr gefragt

veröffentlicht am 08.09.2016 um 17:43 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:52 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Jung, engagiert und bei ihren Parteien sehr gefragt – Kandidaten, die besonders die Erstwähler ansprechen sollen. Beispiele aus Emmerthal zeigen, dass politisches Engagement mehr sein kann als nur eine Feigenblatt-Kandidatur.

Der Routinier – Dominik Petters (SPD):

Von seinem steilen Aufstieg in der Partei ist der 26-jährige Emmerthaler im Rückblick immer noch manchmal überrascht. „Einfach mal probieren“, laute seine Devise. Schließlich könne es in jedem Alter passieren, „ins kalte Wasser geworfen zu werden“, sagt Petters über seinen eigenen Antrieb, sich an neuen Aufgaben zu versuchen. Und nun steht er in der Verantwortung als Parteivorsitzender für den Wahlkampf. Auch wenn sich die Arbeit auf viele Schultern verteile, so sehe er doch einen „gewissen Druck“. „Ich will ja alles richtig machen“, sagt der Dipl.-Verwaltungswirt beim Landkreis, der derzeit den berufsbegleitenden Masterstudiengang Verwaltungsmanagement absolviert. Vor acht Jahren trat er in die SPD ein. Politisch engagieren, aber noch nicht mit großen Ambitionen, sehr aktiv zu werden, wie der 26-Jährige erzählt. Schule und Abitur gingen vor. Erstmals kandidierte er vor fünf Jahren, wobei ihm einige Stimmen zum Erfolg fehlten. Als Nachrücker kam er schließlich 2014 in den Gemeinderat. Bereits im Sommer 2013 rückte der Sozialdemokrat an die Spitze seiner Partei – damit zählte der damals 23-Jährige mit zu den jüngsten SPD-Vorsitzenden in Niedersachsen. Seine Erfahrung? „Es kommt letztlich darauf an, dass die Arbeit wertgeschätzt wird“, sagt Petters. „Ich habe das Gefühl, ernstgenommen zu werden.“

Die Strategen – Dajana Weitze und Korbinian Opitz (CDU):

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  • Bei den Grünen als kleiner Partei fühlt sich Luca Jaron Liebig von Anfang an mit eingebunden.
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  • Vor drei Jahren übernahm Dominik Petters den Parteivorsitz, managt nun als 26-Jähriger maßgeblich den Wahlkampf der SPD in Emmerthal. Foto: Dana

Von Anfang an respektiert fühlen sich die beiden jungen Kandidaten, die erstmals antreten und zur Premiere gleich ins Wahlkampfteam der Christdemokraten berufen wurden. Neben der Erfahrung langjähriger Kommunalpolitiker ist die Meinung der jungen Kandidaten ausdrücklich erwünscht. Dass die thematisch geprägten Wahlplakate der CDU nun das Straßenbild in der Gemeinde bestimmen, trägt besonders die Handschrift der 27-jährigen Werbedesignerin Dajana Weitze, aber auch des 21-jährigen Korbinian Opitz, der eine Ausbildung als Versicherungskaufmann absolviert. Der bisherigen Praxis mit den Köpfen der Kandidaten stellten sie ein neues Konzept gegenüber. Ob Sicherheit, Arbeitsplätze oder Schule – lokale Themen sollten in Szene gesetzt werden und ins Auge fallen. Was als Empfehlung gedacht gewesen sei, habe die Partei „dankbar angenommen“. Weitze: „Uns wurde schon viel freie Hand gelassen.“ Und das sei für sie motivierend, um sich zu engagieren, sagt die Werbedesignerin. Ähnlich sieht es Opitz, der bereits als beratendes Mitglied im Jugendausschuss des Rates Erfahrungen gesammelt hat. „Es ist wichtig, dass dabei Jüngere und Älteres zusammenarbeiten“, meint er.

Der Newcomer – Luca Jaron Liebig (Grüne):

So sieht sich der 19-Jährige aus Börry selbst. Klar, dass eine kleine Partei wie die Bündnisgrünen ohne große Parteistrukturen leichter die Möglichkeit bietet, von Anfang an in den Wahlkampf einbezogen zu werden. „Das sind schon interessante Erfahrungen“, sagt der Emmerthaler, für den die politische Arbeit bei den Grünen eine logische Konsequenz ist. „Von klein auf“ fühle er sich ihren Zielen verbunden. Wichtig für Liebig, der seit 13 Jahren vegetarisch lebt: der Tierschutz. „Wenn ich was ändern will, dann muss ich mich engagieren“, sagt der 19-Jährige, der nach seinem Abitur 2015 für ein Jahr im Australien war. Die Grünen würden dafür gute Voraussetzungen bieten.



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