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Endspurt zur Kommunalwahl am 11. September: Schon 1650 Briefwähler

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BODENWERDER/POLLE. In sein Büro lässt Erich Müller derzeit am liebsten niemanden rein. Stimmzettel und Unterlagen für die 26 Wahlbezirke der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle türmen sich im Raum, der Schreibtisch ist prall gefüllt – Arbeitsmangel sieht anders aus. Als Wahlleiter hat Müller derzeit alle Hände voll zu tun.

veröffentlicht am 07.09.2016 um 17:55 Uhr
aktualisiert am 21.06.2017 um 10:17 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Die Zeit drängt. Schon am kommenden Sonntag, 11. September, steht die Kommunalwahl ins Haus, die in der Samtgemeinde zudem eine Besonderheit aufweist: Als einzige Kommune im Landkreis Holzminden gibt es hier eine Direktwahl. Gesucht wird ein Nachfolger für Samtgemeindebürgermeister Joachim Lienig (SPD), der vorzeitig zum 1. Oktober aus seinem Amt scheiden wird (wir berichteten). Ursprünglich war Lienig bis 2018 gewählt worden – eine Änderung im Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz hatte es ihm ermöglicht, vor dem Ende der regulären Amtszeit auszuscheiden. Den Ausschlag dazu hätten ausschließlich persönliche Gründe gegeben, so Lienig im Oktober des vergangenen Jahres.

Noch ist keine Stimme ausgezählt worden, doch ein Ergebnis steht bereits fest: Joachim Lienig wird von einer Frau beerbt. Drei Kandidatinnen stellen sich zur Wahl: Marie-Luise Niegel (SPD), Tanya Warnecke (CDU) und Ulrike Weißenborn (Grüne). Wer das Rennen macht und ob es zwei Wochen später eine Stichwahl geben wird, das dürfte am Sonntag spätestens um 19 Uhr feststehen.

Laut Erich Müller wird die Wahl der Samtgemeindebürgermeisterin als erstes ausgezählt. Er rechnet mit einer Dauer von maximal einer Stunde für diese Auszählung. Alle drei Kandidatinnen haben angekündigt, am Wahlabend im Rathaus in Bodenwerder vorbeizuschauen.

Danach werden die Stimmen zur Kreistagswahl ausgezählt, dann für die Stadt- und Gemeindeparlamente. Zuletzt sind die Stimmzettel für die Samtgemeinderatswahl dran. „Wenn alles gut läuft, müssten wir alle Ergebnisse bis 22.30 Uhr vorliegen haben“, sagt Müller. Doch garantiert sei dies natürlich nicht.

Während Müller noch rund 50 000 Stimmzettel und Wahlunterlagen an die Wahllokale verteilen und die einzelnen Wahlvorsteher informieren muss, läuft die Briefwahl bereits auf Hochtouren. Schon 1650 Wahlberechtigte hätten Wahlschein und Unterlagen für die Briefwahl beantragt oder auch schon direkt im Briefwahlbüro gewählt. Das sind laut Müller 30 Prozent mehr als sonst üblich. Ob sich daraus eine hohe Wahlbeteiligung ableiten lasse, vermag der Wahlleiter der Samtgemeinde allerdings nicht zu sagen.

Briefwahl ist noch bis Freitag, 9. September, möglich. Der Antrag dafür muss spätestens bis 13 Uhr bei der Samtgemeindeverwaltung vorliegen. Die Unterlagen werden dann jedoch nicht mehr auf dem Postweg verschickt, sondern müssen persönlich (oder durch einen Berechtigten mit Vollmacht) abgeholt und bis Sonntag, 18 Uhr (möglichst früher) entsprechend der Vorgaben ausgefüllt in den Briefkasten der Verwaltung am Rathaus eingeworfen werden.

Das Briefwahlbüro ist im Rathaus zu finden und heute von 8.30 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Dort kann auch direkt vor Ort gewählt werden. Im Bürgerbüro Polle kann ebenfalls zu den Öffnungszeiten per Briefwahl abgestimmt werden – allerdings nur noch heute, morgen hat das Poller Bürgerbüro zu.

Etwas weniger als 13 000 Einwohner sind in der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle stimmberechtigt. Wahlberechtigt sind neben Bürgern deutscher Staatsangehörigkeit auch Angehörige eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union und Einwohner, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sind. Sie alle müssen zudem seit mindestens drei Monaten im Bereich der Samtgemeinde ihren Wohnsitz haben. Falls es bei der Abstimmung zur Samtgemeindebürgermeisterin zur Stichwahl kommen sollte, könnte sich durchaus ein Kuriosum ergeben. Jugendliche, die am Wahltag noch keine 16 Jahre alt sind, aber in der Zeit bis zum 25. September 16 Jahre alt werden, dürften dann zwar nicht an der Wahl am 11. September, jedoch an der Stichwahl teilnehmen.

Das Rathaus ist am Wahlabend geöffnet. Während das Bürgermeisterzimmer in der ersten Etage des Rathauses dann als Infozentrale fungiert, werden auf dem Flur Infotafeln mit aktuellen Ergebnisse aufgestellt.



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