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Mehrheitsgruppe steht / Weitere Gespräche zu politischen Zielen folgen

Erstmals Rot-Rot-Grün im Aerzener Rat

veröffentlicht am 27.09.2016 um 18:11 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:52 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

„Das passt“, meint SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Schlie nach den Gesprächen. „Dann machen wir das auch. Wir ticken in die gleiche Richtung.“ Erste Eckpunkte der inhaltlichen Ausrichtung hätten die Vertreter der drei Parteien bereits abgesprochen, bis zu einer unterschriftsreifen Vereinbarung würden aber noch weitere Verhandlungen folgen, sagte Schlie. Sowohl Pook als auch Dr. Marcus Schaper würdigten das rot-rot-grüne Modell, das es damit erstmals in Aerzen gibt.

Nach den Worten von Schlie hatte es außerdem ein Sondierungsgespräch mit Ralf Kappmeyer gegeben, der erstmals für die Unabhängigen zu den Wahlen angetreten war und nun erstmals im Rat vertreten sein wird. Allerdings strebe er eine Gruppe mit dem weiteren Einzelkämpfer von den Liberalen an. Das sei aber der SPD nicht zu vermitteln gewesen, sagte Schlie.

Zwar hätten die zehn Sozialdemokraten und die drei Grünen mit der Stimme von Bürgermeister Bernhard Wagner (SPD) die Mehrheit gehabt, aber „darauf wollten wir uns nicht verlassen“, meint der Fraktionsvorsitzende. Als inhaltliche Schwerpunkte seiner Partei für die kommenden fünf Jahre nannte er die Jugendarbeit, die Bereiche Schulen und Kindergarten vor allem mit Blick auf die Baupläne in Groß Berkel sowie den Feuerwehr-Bedarfsplan, der weiterverfolgt werden solle.

Von konstruktiven Gesprächen spricht auch Schaper von den Grünen, der in der Dreier-Gruppe nicht nur den Punkt sieht, die Mehrheit beispielsweise bei Krankheit eines Ratsmitgliedes abzusichern. Inhaltlich liege man Pook sehr nahe. „Es ist gut, seine Ideen in die politischen Beratungen aufzunehmen“, sagt er. „Bei den allermeisten Punkten gibt es Übereinstimmung“, meint er über die Treffen mit SPD und „Die Linke“. Seine Partei lege noch stärker den Fokus darauf, nicht nur Neubaugebiete auszuweisen, sondern auch die Dorfmittelpunkte zu stärken, indem leerstehende Immobilien und Lücken genutzt werden sollten. Etwas größeren Beratungsbedarf werde es wohl bei der Frage der Windkraft geben, wobei zumindest die Pläne der heimischen Energiegenossenschaft realisiert werden sollten, „damit die „Wertschöpfung vor Ort bleibt“, sagt Schaper. „Aber wir sind uns schon nähergekommen.“

Von „Gesprächen auf Augenhöhe“ spricht Pook. Der frühere Sozialdemokrat gehört seit zehn Jahren als Einzelkämpfer für die Linke dem Rat an. Für seine Partei nannte er die Themen Kinderbetreuung, Schule und Soziales als Schwerpunkte. Nur bei einem Punkt habe er SPD und Grünen von vorneherein deutlich gemacht, nicht mit den beiden Parteien zu stimmen, so Pook – „wenn es um Steuererhöhungen gehen sollte“.



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