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Janis Gross strebt einen Platz im Stadtrat an und will sich für Chancengleichheit einsetzen

Ein Einzelkämpfer als Lotse für die Schwachen

veröffentlicht am 05.09.2016 um 21:10 Uhr

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Autor:

Klaus Titze

„Das mag recht unstet aussehen, doch im Innersten bin ich meiner eigenen sozialpolitischen Linie treu geblieben“, kommentiert Janis Gross mit lettischen Wurzeln seine kurze Lebenswegbeschreibung.

Seit vielen Jahren sei er in Bad Pyrmont bekannt, habe zahlreiche Kontakte und engagiere sich vielfältig für die Menschen in dieser Stadt. Neben seiner Tätigkeit im Behindertenbeirat habe er sich frisch für die Wahl in den Integrationsrat benennen lassen. Zudem sei er ausgebildeter Integrationslotse und betreue Familien oder Einzelpersonen nicht nur als Flüchtlinge, sondern auch wirtschaftlich schwache Einzelschicksale.

„Solche Benachteiligungen in der Gesellschaft sind ohnehin in meinem Hauptaugenmerk und Ziel von Veränderungen auch in unserer Stadt“, betont Gross, wenn er auf seine ihm wichtigen Themen zu sprechen kommt. So möchte er sich im Rat dafür einsetzen, dass neben dem Kindergartenangebot in der ehemaligen Pestalozzi-Schule ein integratives Zentrum entsteht. Insbesondere die soziale Komponente hat er im Blick, wenn es um die Situation der Kinder in Bad Pyrmont geht. „Nach meinen Informationen liegt die Region Hameln-Pyrmont bei der Kinderarmut an einer Spitzenposition“, sagt er. Am schlimmsten sei die Lage für unter dreijährige Kinder von Hartz-IV-Empfängern. Armutskinder erführen gegenüber ihren Altersgenossen Nachteile in Sprache, Motorik und sozialem Verhalten, was sich auf die Chancen ihres späteren Lebens durchgängig auswirke. Dabei lasse die Gesellschaft außen vor, dass diese verlorene Generation eines Tages zu Wählern werde, die dann aufgrund ihrer prekären Lebenserfahrung und dem ständigen Abgehängtsein für radikale Vereinfachungsfloskeln empfänglich seien.

So lobenswert das gesellschaftliche Engagement einer Tafel auch sei, es ist auch ein Armutszeugnis und Zeichen für einen sozial ungerechten Staat. Dieser Kreislauf müsse durchbrochen werden. Wichtig sei die Chancengleichheit in der Gesellschaft. Das könnte in Pyrmont erreicht werden etwa durch kostenlose Nachhilfe, bedarfsorientierte Betreuungsangebote für Alleinerziehende sowie sozialen und bezahlbaren Wohnungsangebot. Dafür wolle er sich einsetzen.

„Mir ist jedoch klar, sollte ich es in den Rat schaffen, werde ich mich als Einzelvertreter einer Fraktion anschließen müssen“, erklärt der 65-Jährige. Ansonsten sei er von einer Beteiligung an Informationen und Einflussnahme abgeschnitten. In diesem Fall ständen ihm die SPD oder Grünen näher, sofern es die Linke nicht in den Rat schaffe. Jedenfalls würden ihn die Mitwirkungsfelder Schule, Jugend und Soziales sehr interessieren.



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