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Nach zehn Jahren will die Partei wieder in den Stadtrat einziehen

Die FDP meldet sich zurück

HESSISCH OLDENDORF. Zehn Jahre ist es her, dass die FDP im Stadtrat vertreten war. Letzter Ratsherr der freien Demokraten war Stefan Ladage, der 2001 mit 209 Stimmen in den Rat einzog.

veröffentlicht am 16.08.2016 um 13:09 Uhr
aktualisiert am 16.08.2016 um 19:59 Uhr

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Autor:

von Maike Lina Schaper

Bei den Kommunalwahlen 2006 und 2011 sah es schlechter für die Partei aus. 2006 trat die FDP erst gar nicht an, 2011 holte sie nur 1,2 Prozent der Stimmen. Die beiden Kandidaten Sebastian Hinsch und Joana Borchard erhielten wenig Zustimmung von den Wählern mit 72 beziehungsweise 45 Stimmen.
Aber woran lag es, dass die FDP eine Dekade lang auf der politischen Bühne der Stadt keine bewegende Rolle spielte? „Vor zehn Jahren hat sich der Stadtverband auflösen müssen, weil er zu wenige Mitglieder hatte“, erklärt Kreisgeschäftsstellenführer Heinrich Fockenbrock. Die FDP kam nicht mehr auf die mindestens benötigten fünf Mitglieder. „Der Stadtverband ist Schritt für Schritt auseinanderandergedriftet, bis nur noch vier Mitglieder übrig waren.“ Der Polizeidirektor a. D. Fockenbrock hatte in der Zeit ohne örtlichen Verband ein Auge auf die politischen Belange der Stadt geworfen und sich in hiesigen Debatten für die FDP zu Wort gemeldet, wie beispielsweise beim Thema Schulpolitik.
In diesem Jahr versucht es die FDP erneut mit dem Einzug in den Stadtrat. Was ist dieses Mal anders? „Die FDP ist in den vergangenen Jahren nicht durch Persönlichkeiten sichtbar geworden. Das ist jetzt mit Frau Müller anders“, sagt Fockenbrock und meint damit seine neue Parteikollegin Gabriele M. Müller, die sich anschickt, im Herbst für die FDP nicht nur in den Stadtrat, sondern auch in den Kreistag gewählt zu werden. Müller wohnt seit zehn Jahren in Hessisch Oldendorf, in die Partei ist sie erst in diesem Jahr eingetreten. Für die FDP kandidiert die Fuhlenerin, weil sie nach eigener Aussage die Parteienlandschaft mit ihrem Antritt vielfältiger machen will. Außerdem findet die 37-Jährige „es blöd, sich nur zu beschweren. Man sollte auch selbst etwas tun. Nicht nur reden und über Politiker schimpfen“. Für die FDP habe sie sich entschieden, „weil die Partei die Menschen arbeiten lässt. Sie gibt Firmen mehr Freiraum und schränkt sie weniger ein“. Mit dem Thema Wirtschaft kennt sich Müller aus. Die diplomierte Medienwissenschaftlerin ist auch Diplom Betriebswirtin. Neben Gabriele Müller kandidiert Marianne Hinsch für einen Sitz in Stadtrat und Kreistag. Die Friedrichshagenerin ist schon seit längerem in der FDP. Die ehemalige Lehrerin unterrichtete von 1976 bis 2014 Englisch und Geschichte am Hamelner Albert-Einstein-Gymnasium.
Dem Ausgang der Stadtratswahlen sieht Fockenbrock optimistisch entgegen. „Ich bin sicher, dass die FDP ein gutes Ergebnis erzielen wird.“ Dass es noch FDP-Wähler in der Stadt gibt, davon ist der erfahrene Listenführer aus Hameln überzeugt. „Von der Schwäche der Hessisch Oldendorfer FDP in den vergangenen Jahren hätten vor allem die CDU und die Grünen profitiert“, mutmaßt Fockenbrock und sagt weiter: „Ich glaube, dass es endlich wieder eine Alternative geben muss.“ Müller ergänzt: „Es ist nicht schlecht, wenn man über die Dinge auch mal neu nachdenkt. Mit der Zeit schleicht sich Betriebsblindheit ein. Frischer Wind ist daher für die Stadt interessant.“
Mit einem kompletten Programm fährt die FDP zu der anstehenden Wahl in Hessisch Oldendorf übrigens nicht auf. „Wir halten es für unlauter und überzogen, wenn wir gleich mit einem ganzen Programm antreten“, sagt Fockenbrock. Stattdessen gibt es Schwerpunktthemen. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für mich sehr wichtig“, sagt Müller, die selbst Mutter eines zweijährigen Jungen ist. Neben dem Ausbau des Betreuungsangebots haben sich Müller und Hinsch vorgenommen, Anreize für Unternehmen zu setzen und die Stadt insgesamt zu einem attraktiveren Lebensumfeld für Familien, Senioren und Neubürger zu machen.



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