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Der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende tritt mit „Wir für Pyrmont“ zur Kommunalwahl an

„Das ist kein Lars-Diedrichs-Verein“

Bad Pyrmont. Der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende Lars Diedrichs hat Mitstreiter und Kandidaten für die Kommunalwahl in diesem Jahr gefunden. „Wir für Pyrmont“ heißt die neue Wählergemeinschaft, der als Sprecherin auch Nicole Wegener angehört. „Er hat einen Nerv bei mir getroffen, als er mich ansprach“, berichtet sie.

veröffentlicht am 17.03.2016 um 12:40 Uhr
aktualisiert am 15.08.2016 um 19:03 Uhr

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HANS-ULRICH KILIAN

Bad Pyrmont. Die Parteienlandschaft in Bad Pyrmont bekommt Zuwachs. Bei der Kommunalwahl am 11. September will die von Lars Diedrichs initiierte Wählergemeinschaft „Wir für Pyrmont“ antreten. Der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende hat nach eigenen Worten bislang einen Kreis von sieben weiteren Kandidaten um sich gesammelt, denen noch weitere folgen sollen. Als Sprecherin de Gemeinschaft fungiert neben Diedrichs Nicole Wegener (42), selbstständige Finanz- und Versicherungsmaklerin aus Bad Pyrmont.

Was die anderen möglichen Kandidaten angeht, macht es Diedrichs spannend. Sie sollen erst anlässlich einer Veranstaltung im Mai vorgestellt werden. Auf etwa 20 weitere Mitstreiter könne die Wählergemeinschaft bislang bauen, so Diedrichs. Wie viele davon auch zur Kommunalwahl antreten, sei noch offen, viel kürzer als die der SPD werde die Liste sicher nicht werden. Die Sozialdemokraten bieten insgesamt 18 Kandidaten auf. Gemein sei allen WfP-Kandidaten, dass sie bislang keine kommunalpolitische Erfahrung hätten– bis auf eine Ausnahme. „Es ist ein CDU-Mitglied darunter, das auch schon in einem Ortsrat vertreten war.“ Der Großteil sei, wie er selber, in den 40er Jahren, es gebe aber auch ein junges Mitglied und einige ältere. „Wir sind eine sehr heterogene Truppe“, so der 44-jährige Unternehmer. „Eine Unternehmerliste wird das jedenfalls nicht und auch kein Lars-Diedrichs-Verein“, betont der 44 Jahre alte Unternehmer und Familienvater.

Er habe nach dem Bruch mit der CDU eine gute Resonanz erfahren, berichtete Diedrichs am Donnerstag bei der Vorstellung der Wählergemeinschaft. „Wenn Du etwas machst, dann mache ich gerne mit, das habe ich immer wieder gehört.“ Das trifft auch auf Nicole Wegener zu. „Er hat bei mir einen Nerv getroffen, als er mich gefragt hat“, berichtet die neue Sprecherin, verheiratete Mutter zweier Kinder. Mit Kritik allein verändere man nichts, man müsse auch bereit sei, zu überlegen, wie man es besser machen könne. Wie Diedrichs ist auch sie der Meinung, dass Bad Pyrmont dringend einen Wirtschaftsförderer brauche, dass mehr für Jugendliche und Familien getan werden müsse und dass man sich darüber klar werden sollte, wie die städtische Haushaltslage „tatsächlich“ aussehe, um Gestaltungsspielräume zu schaffen. „Es gibt ziemlich große Schnittmengen und es war einfach der passende Zeitpunkt, in die Politik einzusteigen, die ich schon lange kritisch verfolge.“ Bei den etablierten Parteien fühle sie sich nicht aufgehoben, so Wegener.

Bei Diedrichs ist das etwas anders. Er ist immer noch CDU-Mitglied und will es auch bleiben, denn nach wie vor teile er die Grundwerte der Partei. Probleme wird er deswegen wohl nicht bekommen. Der verstorbene frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wilfried Seibel hat es vorgemacht. Auch er blieb Parteimitglied, saß aber für den von ihm gegründeten „Pyrmonter Bürgersinn“ im Rat der Stadt, die Gegenwehr der CDU war erfolglos.

Drei Schwerpunkte für die künftige Arbeit nennen Wegener und Diedrichs: Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung und die Entwicklung Bad Pyrmonts als Ausbildungsstandort. Zu den mittelfristigen Zielen gehört der Erhalt des Humboldt-Gymnasiums, die Überprüfung des städtischen Vermögens- und Leistungsportfolios und die Umgestaltung von Organisation und Führung der Stadtverwaltung im Sinne einer proaktiven Stadtgestaltung , unter anderem die Schaffung der Stelle eines Wirtschaftsförderers. „Die Zukunftsperspektive Bad Pyrmonts liegt in Erhalt und Ausbau der Attraktivität und Leistungsfähigkeit als Kur- und Gesundheitsstandort sowie als Wohnort für Familien und Menschen aller Alterskategorien“, heißt es im vorläufigen Wahlprogramm. Und weiter: „Um diese Attraktivität zu sichern, muss eine Politik des Agierens in Bad Pyrmont Einzug halten, Konzepte auf breiter Basis entwickelt und umgesetzt sowie Strukturen und Ideen permanent hinterfragt und weiterentwickelt werden.“

Weiterentwickeln will sich „Wir für Pyrmont“ auch hinsichtlich der Mitstreiter. „Wir laden auch andere dazu ein, bei uns mitzumachen“, so Wegener. „Wir möchten als parteiunabhängige und offene Gruppe Menschen motivieren, sich für ihre Heimatstadt zu engagieren. Hierfür wollen wir Plattform und Sprachrohr sein.“



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