weather-image
22°
Sozialdemokraten in Halle und Kirchbrak sprechen sich gegen Grundschulschließungen aus

„Das entscheiden wir immer noch selbst“

KIRCHBRAK/HALLE. Einigkeit herrscht bei den SPD-Fraktionen der Gemeinden Kirchbrak und Halle: „Die Grundschulen sollen erhalten bleiben. So haben wir das auch ganz eindeutig in unserem Wahlprogramm formuliert“, betont Fraktionssprecher Dr. Wolfgang Bönig aus Halle. Auch in Kirchbrak setzt sich die SPD-Fraktion für den Erhalt der Grundschule ein. „Der Landesrechnungshof kann die Schließung ja gern empfehlen, aber ob wir dem folgen, das entscheiden wir immer noch selbst“, ist die Meinung von Bürgermeister Wilhelm Brennecke. „Es gibt einen Beschluss des Samtgemeinderates Bodenwerder-Polle, der den Bestand der Grundschulen in der Samtgemeinde sichert“, so Kornelia Jäger aus Dohnsen. „Warum sollten wir jetzt über Schließungen diskutieren? Außerdem bleiben die Schülerzahlen laut Berechnung des Landesrechnungshofes an beiden Schulen konstant.“ Spannend wird es in jedem Fall. Wie wird sich die neue Samtgemeindebürgermeisterin dazu positionieren? Wie ist die Meinung der Lehrkräfte, Eltern, Bürgerinnen und Bürger? Kann man bei Schulen von Rentabilität sprechen? Oder geht es nicht vielmehr um Qualität in der Bildung und vor allem darum, die Kinder im Dorf zu halten? „Wenn die Grundschulen schließen, wird ein wichtiger Teil der dörflichen Infrastruktur gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger zerstört, das ist mit uns nicht zu machen“, so Fraktionssprecher Achim Timmermann aus Kirchbrak. Vereine und Feuerwehren böten vielseitige Angebote insbesondere auch für Kinder. Wenn sie nicht mehr in ihren Wohnorten zur Schule gingen, würden sie an den Angeboten kaum noch teilnehmen, befürchten die SPD-Fraktionen. In Halle würden neue Bauplätze ausgewiesen, das habe der Gemeinderat bereits beschlossen. „Sollte die Schule geschlossen werden, entfällt ein wichtiger Grund für junge Familien, in Halle zu bauen. Der Förderverein unterstützt seit vielen Jahren aktiv die Grundschule. Mit viel Engagement werden immer wieder Anschaffungen ermöglicht, die sonst nicht umgesetzt würden“, sagt Hans-Otto Hoppen, langjähriger Vorsitzender des Fördervereins und SPD-Kandidat. „Wir haben vor zwei Jahren schon bewiesen, dass wir uns kraftvoll für den Erhalt der Grundschule in Kirchbrak einsetzen können“, so Christine Brennecke. „Damals haben wir mit Eltern, Schülern sowie vielen Bürgern lauthals demonstriert. Wir werden auch jetzt wieder alle Kräfte bündeln.“ Beide Fraktionen wollen ihre Dörfer erhalten, die Kinder im Ort beschulen, den Familien Lebensqualität sichern und ihre Grundschulen erhalten.red

veröffentlicht am 28.06.2016 um 15:47 Uhr
aktualisiert am 15.08.2016 um 18:47 Uhr



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare